17.8.2015 

Heute geht es zügig über Sooke nach Victoria. Aber zuerst müssen wir in Sooke das Postoffice finden. Es gibt ein paar Postkarten, die verschickt werden wollen. Danach erkundigen wir uns, wo hier im Ort ein Waschsalon ist. Wir müssen wirklich dringend waschen. Aber vorher sieht Hermann natürlich noch eine Auto-Waschanlage. Also zuerst den Dicken sauber machen (man kann doch nicht mit einem verstaubten Auto in die USA einreisen) und danach zum Waschsalon. Der ist hier wirklich vom Feinsten. Waschmaschinen mit bis zu 18 kg Fassungsvermögen und Trockner ebenfalls in drei Größen. Wir brauchen 4 Waschmaschinen und hinterher drei Trockner. Diesmal müssen wir kein Kleingeld einwerfen. Alles geht ganz modern mit Chipkarte durch den Angestellten. Die Wachmaschinen brauchen je 23 Minuten (ganz ehrlich, so sieht auch das Ergebnis aus) und die Trockner brauchen 27 Minuten. Also ist nach einer Stunde alle Schmutzwäsche gewaschen und getrocknet. Danach geht es endlich nach Victoria. Ein sehr schönes Küstenstädtchen voller Touristen. Aber das fällt hier nicht so sehr auf, es macht trotzdem einen gemütlichen Eindruck. Als erstes fahren wir zum Fährterminal und erkundigen uns, nach der nächsten Fähre auf der noch ein Platz frei ist. Erst einmal muss das Meterband her und der Dicke wird nachgemessen. Ergebnis: 25 Fuß Länge. Mit diesem Zettel gehen wir dann zum Fahrkartenschalter und erfahren, dass wir heute noch mit der Fähre um 19.30 Uhr mitfahren könnten. Wir überlegen erst noch - denn eigentlich wollten wir heute Abend hier noch in einen Pub gehen - aber dann entscheiden wir uns um und fahren doch heute noch. Ab 18.00 Uhr müssen wir am Fahrzeug auf die Einreisekontrolle der USA warten, die schon hier statt findet. Ein wirklich sehr unfreundlicher Immigration Officer hält uns einen Vortrag, dass man eigentlich nur ein Visa für ein halbes Jahr bla bla bla - ja das wissen wir ja alles, aber man hat uns in Alaska ein Jahr gegeben, weil wir doch so eine große Rundreise und und etc. Das will er alles nicht hören, der Typ ist einfach sauer. Er will auch das Fahrzeug nicht mehr inspizieren. Er schickt uns dann noch zum Scannen der Pässe  und einer Einreise in die USA steht nichts mehr im Wege. Man muss feststellen, dass die Beamten hier in den USA doch sehr unterschiedlich reagieren und es absolute Auslegungssache des Einzelnen ist, wie lange man bleiben darf. 

Die Fähre ist nicht voll und so geht das Verladen zügig voran. Um 22.00 Uhr stehen wir in Port Angeles (der nordwestlichste Zipfel der USA - außerhalb Alaskas) auf dem Walmart-Parkplatz und können endlich die Nachtruhe einläuten.


18.8.2015 - 1. Tag in den Staaten - im Staat Washington

Heute geht es direkt in den Olympic Nationalpark. Hier gibt es 32 Gletscher auf engstem Raum, dazu ein unendlich großes Areal an Regenwald und wunderschöne Küstenabschnitte. Aber zuerst fahren wir am Lake Crescent vorbei und bei einem kurzen Halt treffen wir auf drei Helmtaucher. Taucher haben wir ja schon einige hier gesehen, aber dies ist der erste Helmtaucher. Während der junge Mann in den Fluten verschwindet, erklärt uns sein Techniker was man alles beachten muss. Sehr interessant. Nach einer halben Stunde geht es für uns an die Weiterfahrt, während der Taucher sich langsam an die Oberfläche arbeiten muss. Das dauert sicher noch eine Viertelstunde. Wir richten für ihn einen schönen Gruß aus und fahren weiter Richtung SolDuc Hotsprings. Auf der Abzweigung dorthin kommen wir an einer Lachs-Treppe vorbei. Doch schon auf dem Parkplatz hängt ein großes Schild, dass das Fischen verboten ist. Der Wasserstand ist zu niedrig und die Wassertemperatur zu hoch für die Lachse. Tatsächlich sehen wir auch keinen einzigen Fisch.

Den heißen Quellen angeschlossen ist ein staatlicher Campground, genau wie wir es von Canada her kennen. Da es mittlerweile 31° sind, haben wir keine Lust auf heiße Quellen und fahren direkt auf den schönen und schattigen Campground. Während Hermann noch den Grill aufbaut, besucht uns ein junger Rehbock. Nach dem Essen kommt noch eine Mama mit 2 Kitzen vorbei. Alle so nahe, dass man die Tiere anfassen könnte. 

Um 21 Uhr ist es jetzt endlich so weit abgekühlt (22°), dass wir reingehen und duschen können. Morgen geht es an der Küste entlang Richtung Portland.

19.8.2015 Olympic National Park Rain Forest

Zuerst geht es nach Forks Hwy 101; hier handeln die meisten Folgen von Twilight. Deshalb ist der verschlafene Ort zur Kultstätte geworden. Fans aus aller Welt besuchen die kleine Stadt und selbst die Touristeninfo ist total darauf eingestellt; 15 Meilen weiter zweigt eine kleine Straße mitten durch den Regenwald ab. Wir fahren 19 Meilen in den Wald hinein und am Ende liegen kurze Trails von jeweils einer Meile. Wir entscheiden uns für die "halls of mosses" ; Die Moospflanzen sind Schmarotzer und setzen sich an den Bäumen fest und bilden lange Fahnen an jedem Ast. Das sieht tatsächlich wunderschön aus - aber die Bäume sterben dadurch. Fällt ein solcher Riese um, siedeln sich umgehend neue Baumsamen auf ihm an und so finden wir einen gestürzten Giganten, auf dem tatsächlich 7 neue Bäume gewachsen sind. 

Es ist sehr heiß heute und wir sind froh nach dem Mittagessen wieder die Küste zu erreichen. Sofort fällt die Temperatur von 31° auf nette 22°. Das macht die Brise, die ständig vom Pazifik hereinweht.  Wir müssen langsam eine Übernachtungsmöglichkeit finden, doch alle Campgrounds die wir anfahren sind voll belegt. Fast schon bei völliger Dunkelheit fahren wir die Rangerstation am Quinault Lake an. Die haben leider schon geschlossen, aber einen wunderschönen, ruhigen Parkplatz abseits der Straße. Und schon haben wir unsere Übernachtungsmöglichkeit gefunden.


20.8.2015 Pazifikküste bis nach Astoria

Die Schulferien hier in den USA gehen noch bis zum 20.September. Deshalb sind wohl auch die Campgrounds an der Küste rappelvoll. Wir beschließen daher bis Astoria (ja, gegründet von dem gleichen Mann, der später die Waldorf-Astoria Hotels aufgebaut hat; allerdings ist er zuerst mit dem Holzhandel reich geworden) in Oregon durchzufahren. Wir folgen immer der Küstenstraße 101, bis diese bei Aberdeen auf die 105 trifft. Diese Straße führt um eine Halbinsel herum und dort gibt es einen Strand, den man offiziell mit dem Auto befahren darf. Wir finden den Strand und Hermann kurvt mit dem Dicken keine 100 m vom Wasser entfernt, herum. Wir haben natürlich vorher geprüft, ob der Sand hier hart und tragfähig genug ist. Zurück kommen wir an der "Austernküste" entlang. Alles lebt hier von der Austernzucht. In einem kleinen Ort finden wir ein gemütliches Restaurant und gehen zum Mittagessen. Hermann bestellt Clam-Showder und ich kriege 1/2 Dutzend Austern. Die sind hier riesig, aber leider nicht zu vergleichen mit den frischen Austern aus dem Atlantik. Kurz vor Astoria müssen wir den Columbiariver überqueren, der hier eine Breite von 1,5 km hat. Die entsprechende Brücke ist 4 km lang und geht kurz vor Astoria in die Höhe, damit die großen Frachter drunter passen. Mal wieder haben wir kein Glück bei den Campgrounds an der Küste. Wir fahren zurück nach Astoria und stellen uns auf den Parkplatz bei Safeway. Wie uns geht es wohl einigen anderen Wohnmobilfahrern und auch den Bootsfahrern. Hier stehen sowohl WoMo's als auch Pick-Ups mit angehängten Booten. In der Hochsaison wird das wohl geduldet, zu anderen Zeiten kann es anders aussehen. 

Heute sind uns zwei Sachen aufgefallen: Die Amerikaner fahren zügiger und aggressiver als die Canadier und, wenn man die Wohnhäuser betrachtet, sind sie wohl auch ärmer. Wir werden in den nächsten Tagen, wenn unsere Route uns ins Landesinnere führt, sehen, ob das generell so ist. 

Heute haben wir in einem Indianer-Reservat getankt. Diesel war hier um 50 Cent billiger. Der Preis für die Gallone liegt hier bei 2,51$. Außerhalb des Reservats kostet es 3,09$. Hermann hat beim Tanken sogar Fernsehen schauen können. In die Tanksäule ist ein kleiner Bildschirm integriert, damit der Kunde während des Tankens beschäftigt ist. Die Indianer brauchen keine Steuern zu zahlen und deshalb werden auch keine erhoben. Sie haben auch das Recht, Spielcasinos zu betreiben. Das tun sie natürlich und der Parkplatz davor ist rappelvoll. 

Morgen fahren wir zuerst bis Longview auf der Oregon-Seite des Columbia River. Dort wechseln wir dann wieder auf die Washington-Seite, denn wir wollen die "alte" Straße #14 fahren.


21.8.2015

Unser Reiseführer sagt: Der Canyon des Columbia-River sei "fast" schöner als der Grand Canyon. Wir bestätigen das nicht, aber er ist wunderschön, wenn auch ganz anders. Kurz nachdem wir wieder, bei Longview, auf die Washington-State-Seite gewechselt haben, ändert sich das Landschaftsbild schlagartig. Wo vorher Regenwald, oder zumindest sehr dichte grüne Bewaldung vorherrschte, bestimmt nun die Trockenheit und flaches Farmland das Landschaftsbild. Doch dann erheben sich rechts (Oregon-Seite) und links (Washington-Seite) die Bergketten, die den Columbia-River einrahmen, oder besser gesagt: Durch die der Columbia-River sich seit Millionen von Jahren sein Bett gefräst hat. Die Landstraße #14 - kein Highway - ist kurvig, eng und hügelig. Es gibt viel Verkehr und hinter jeder Kurve taucht ein neues Aha-Erlebnis auf. Wir fahren heute hauptsächlich durch Indianerland. D.h. , es gibt keine Rastplätze und kaum Haltepunkte für Fotoshootings. Die Nativs wollen halt nicht, dass die Weißen auf ihrem Land Halt machen. Nur einige Stateparks (genau 3 Stück auf 400 Meilen) wo auch Camping erlaubt ist und dann kostet die Übernachtung 35$. Es gibt noch 2 RV-Parks auf der Strecke, die sind aber zwischen Straße und Bahnlinie "eingequetscht" und noch teurer. Also kein Wunder, dass uns kaum Wohnmobile begegnen. Dafür gibt es unzählige Stops für PKW, damit die Wind- und Kite-Surfer an den Fluss gelangen. Der Wind wird ja zwischen den beiden Bergketten zusammengepreßt und daher bilden sich schöne Wellen auf dem Fluß. Wir übernachten heute auf dem Columbia Hill Statepark, dem letzten vor der Staatsgrenze nach Idaho.