22.+ 23.8.2015

Columbia-River, Snake-River und der Lochsa-River sind unsere Begleiter. Zuerst geht es durch abgeerntetes Farmland -sonnengelb durch die stehen gebliebenen Stoppel. Man sieht viele Viehfarmen, aber kein Vieh. Über viele Meilen fahren wir an bewässertem Farmland entlang, wo Wein, Obst und Gemüse angebaut wird. Und zwar immer in runden Feldern, Durchmesser geschätzt 200 Meter. Warum rund? Damit das Bewässerungsrad, das an einem zenralen Punkt in der Mitte festgemacht ist, alles schön nass machen kann. Das sieht teilweise lustig aus, wenn zwischen all der gelben Trockenheit grüne "Punkte" sind. Gegen Mittag fahren wir durch die ersten Qualmwolken. Eigentlich sind es keine Wolken, sondern die ganze Luft ist voll Rauch und es riecht auch nach Feuer. Die Sicht ist stark eingeschränkt und bei uns macht sich doch ein beklemmendes Gefühl bemerkbar. Man bekommt zwar genug Luft, meint aber der Sauerstoff reicht nicht aus. Und die Augen sind auch gereizt. Wir übernachten in einer kleinen Stadt namens Dayton, wo viele alte Gebäude auch erhalten sind. Morgens beim Tanken erzählen uns die Einheimischen, dass der Rauch von den Feuern aus den Bergen kommt. O je, da wollen wir hin. Nein, wir müssen da durch um zum Yellowstone zu kommen. Bei Lewiston überfahren wir die Staatsgrenze nach Idaho. Nun müssen 210 Meilen auf einer kurvigen Straße bis Missoula in Montana gefahren werden. Die Strecke ist lt. Reiseführer ein Erlebnis. Nur für uns nicht, denn die ersten 150 Meilen fahren wir durch dichten Rauch. Wir können teilweise weder den Fluss noch das andere Ufer erkennen. Also erschließt sich uns auch nicht die Schönheit des Lochsa-River. Nachmittags, auf dem Lolo-Pass auf ca. 1700 m Höhe, erfahren wir von den Rangern, dass es seit dem 18.8. über 100 Feuer gibt. Hermann hat ein Bild der "Feuerkarte" gemacht. Man kann sich vorstellen, wie viele Menschen nötig sind, um die Feuer wenigstens einzudämmen. Jedoch gibt es für viele Hundert Quadratmeter Wald keine Rettung mehr. Dazu gibt es das Problem, dass durch die enorme Trockenheit dieses Jahr die Flüsse nur wenig Wasser führen und das dann in den Wald auf die Berge zu kriegen, ist doppelt schwierig.

Wir fahren heute nach Missoula in Montana durch. Das wird zwar ein langer Tag, aber wir möchten nicht in den Wäldern auf den Campgrounds übernachten. Zumal die meisten sowieso geschlossen sind. 


24.8.2015 Quer durch Montana

Wir sehen rechts von uns die Anfänge der Rocky Mountains. Ansonsten ist das Land flach, abgeerntet und einsam. Kilometerlang sind man nur Weideflächen oder Farmland. Wenige Häuser, die aber teilweise sehr schön. Für amerikanische Verhältnisse sehr gepflegt, sehr groß - und immer ist der nächste Nachbar weit weg. Hier ist auch das Land der Fliegenfischer. Überall auf den Flüssen sieht man nachmittags die Farmer mit ganz flachen Paddelbooten auf dem Wasser, natürlich gekleidet mit Jeans (die Gürtelscnallen können gar nicht groß genug sein) langärmeligen Hemden und Stetson. Fast immer zu zweit, einer rudert einer angelt. Nach einer Stunde kommt das Boot wieder auf den Trailer und ab geht's wieder auf die Farm. Da wir heute 41° haben, ist das Bedürfnis nach Abkühlung gut nachvollziehbar.

Gegen Abend kommen wir in dem kleinen Ort Twin Bridges an. Den könnt ihr auf keiner Karte finden, so klein ist der. Aber es gibt eine Stadtbücherei und die hat das schnellste Internet, was wir bisher erlebt haben. In kurzer Zeit haben wir die aktuellen Tagesberichte inkl. der Fotos hochgeladen. Danach bietet uns der Ort sogar noch einen kostenlosen Übernachtungsplatz direkt am Fluss auf einer schönen Rest Area an. 

25.8.2015 Auf dem Weg zum Yellowstone....

durchqueren wir noch vier alte Ghost-Towns. Die beiden größeren, heute durch den Tourismus wieder belebten, Nevada und Virginia City schauen wir uns an. Es sind alte Gebäude, die liebevoll restauriert und teilweise mit komplett original erhaltenem Inventar zur Besichtigung freigegeben sind. Einige kann man komplett begehen, andere sind geöffnet, so daß man einen Blick hinein werfen kann. Leider würde es den Rahmen sprengen, wenn wir auch noch die Innenaufnahmen zeigen würden. So beschränken wir uns auf ein paar Fotos. In Virginia City gab es ein Eiscafe, in dem Schokoeis mit Stückchen von Schokolade und Marshmallos angeboten wurde. Sehr lecker!!! Danach sind es immer noch 70 Meilen bis zum Yellowstone. Der bekommt ein eigenes Kapitel. Heute sehen wir auch mal ein paar Cowboys bei der Arbeit und einen "Fuzzy", der tatsächlich am Straßenrand entlang reitet, mit Muli und Hütehund. Vergrößert mal das Gesicht. Ist doch Fuzzy, oder?

Weiter geht's mit dem Yellowstone NP