10.9.2015 

Auf uns warten noch 160 Meilen Highway bis zu unserem ersten Nationalpark in Utah. Der Canyonlands NP. Bereits auf der Autobahn bekommen wir einen Vorgeschmack, auf das, was uns erwartet. Keine Spur mehr von Langeweile! Ständig muss Hermann an einem Lockout halten und wir laufen über die Felsen, an die Abgründe. Die Aussicht ist wirklich phänomenal. Endlich im Park angekommen, heißt es, der einzige Campground sei voll. Egal, wir haben an der Hauptstraße einige private RV-Parks gesehen. Wir beschließen in den Park zu fahren und abends dann halt auf solch einen Platz. Zuerst geht es 10 km nach links zu diversen Aussichtspunkten. Dann wieder zurück und 8 km nach rechts. Danach kommen wir wieder an die Kreuzung, wo es auch zum Campingplatz geht. Wir wollen ihn uns wenigstens einmal anschauen. Und siehe da, die Auskunft "Campground full" kann man mal wieder infrage stellen. Wir finden sofort einen freien Platz und stellen das Auto drauf. Dann gehen wir uns den Anmeldeumschlag holen, füllen ihn aus, stecken Geld rein (10$) und bringen ihn zur paystation. Den "tag" hängen wir an den "post" und schon ist es unser Platz. Dieses Verfahren ist auf allen BLM-Plätzen - die nach dem Prinzip "first come, first serve" funtionieren - gleich. Abends können wir die Felsen am CP noch bei Sonnenuntergang fotografieren. Wir sind allerdings beide der Meinung, dass es morgen früh bei Sonnenaufgang noch schöner wäre. Mal sehen, wer dann wohl aufsteht?

Morgen geht es weiter zum Arches Nationalpark.


11.9.2015

So schön, wie es gestern aufgehört hat, geht es heute weiter. Die Farben der Felsen im Arches NP sind ganz anders als im Canyonlands. Gestern war es eher braun, heute ist es eher rot. Da wir schon sehr früh weit über 30° haben, fällt uns die Kletterei doch etwas schwer. Zumal hier in der Höhe. Wir sind ja nicht mehr unter 2000 Meter gekommen. Aber wir machen es einfach langsam, trinken Wasser wie die Kamele und erkunden die Felsen-Fenster. Große Löcher in den Felswänden, die durch Errosion entstanden sind. Davon gibt es nicht nur eins, sondern ganz viele. Das berühmteste, der "Arches" hat dem Park auch seinen Namen gegeben. Er wird auf allen Prospekten in seiner schönsten Form gezeigt, nämlich von der Seite, die kein Tourist erreichen kann. Weil das Betreten der Umgebung natürlich verboten ist. Wir fanden auch die "Park Avenue" viel schöner und eindrucksvoller. Leider bemerken wir erst abends, dass wir den ganzen Tag Fotos mit erhöhter Helligkeit gemacht haben. Jetzt müssen die nachbearbeitet werden, damit die ganze Schönheit auch zu sehen ist. Das machen wir unterwegs, die Bilder reichen wir nach.  Abends finden wir einen Campground im Canyon des Colorado River. Sehr schön, Platz ist auch noch und wir lassen uns nieder. Was wir nicht bedacht haben, in einem Canyon ist man tief unten, hähä! Also? Da geht auch kein Wind. So schwitzen wir bis Mitternacht vor uns hin, bevor es endlich etwas abkühlt. 

12.9.2015 Auf dem Weg zum Mesa Verde Nationalpark in Colorado

Heute ist viel zu erledigen. Wasser tanken, Diesel tanken, eine Bücherei mit Internetzugang finden und mindestens bis Cortez in Colorado fahren. Wasser und Diesel sind schnell erledigt an der Shell-Tankstelle in Monticello. Liegt in Utah, nicht in Italien. 

Dort gibt es auch eine öffentliche Bücherei mit superschnellem Internet, so dass wir erst einmal eine ganze Woche nachtragen müssen. Seit dem Yosemite Nationalpark hatten wir kein Internet mehr. Die Internet-Verbindungen der Büchereien sind die Besten, weil schnell, zeitlich nicht begrenzt und Daten-Mengenmäßig erst recht nicht. Und bis auf Sonntags, jeden Tag von morgens bis spät abends geöffnet. Um 14.30 Uhr haben wir dann alles erledigt und machen uns auf den Weg nach Colorado. Es wird merklich grüner und abwechslungsreicher. Um 19.30 Uhr sind wir in Cortez. Hier werden wir übernachten. Der Parkeingang zum Mesa Verde ist von hier nur noch 15 Meilen entfernt. Wir besorgen uns im Welcome-Center von Colorado noch Kartenmaterial. Die Dame rät uns, unsere Ranger-Tour-Tickets für den Mesa Verde heute zu kaufen, da morgen der letzte Tag ist, an dem Ranger-Touren angeboten werden. Danach wird geschlossen. Man kann den Park dann zwar durchfahren, aber mit dem Ranger in die Felsenhöhlen kann man dann nicht mehr. Wir entscheiden uns für eine Tour um 13.00 Uhr in den Cliff Palace. Eine Indianersiedlung aus dem Jahre 1200 n.Chr., die mitten in die Sandsteinfelsen hineingeschlagen wurde. Danach geht es ab ins Bett, denn morgen müssen wir früh raus, wenn wir den Rest des Parks bis 13.00 Uhr gesehen haben wollen.


13.9.2015 Mesa Verde Nationalpark

Um 8.30 Uhr sind wir unterwegs. Das gesamte Parkgelände liegt auf Höhen zwischen 2.300 und 3.000 Metern. Und es sind schon wieder weit über 30°. Gott sei Dank, sind die meisten Aussichtspunkte mit dem Auto anzufahren und man muss nur ein paar Schritte gehen. Schon liegt einem die Welt zu Füßen - zumindest das Mesa Verde Tal. Wir schaffen alle Aussichtspunkt und sind knapp, aber pünktlich um 13.00 Uhr am Ranger-Treffpunkt für die Tour zum Cliff Palace. Er erklärt uns, dass wir zuerst steile Treppen aus Eisen, dann Felsstufen herabsteigen müssen. Der Rückweg geht dann über 4 Leitern nach oben, die an den Felsen befestigt sind. Als ich das höre, sage ich Hermann, dass ich das mit meine Höhenangst wohl nicht schaffe. Er ist traurig, aber verständnisvoll. Alleine möchte er auch nicht gehen. Er tut mir richtig leid und als ich mir die Damen um mich herum anschaue (einige wesentlich älter) und mir vorstelle, dass die das schaffen, dann werde ich das ja wohl auch.

Also wir gehen mit. Typisch Amerika, alles wird in drastischer Form geschildert. Es war zwar kein Spaziergang, aber auch kein Abenteuer. 

Aber ich hätte mich schon geärgert, wenn ich das nicht aus der Nähe gesehen hätte. Mit umfangreichen Erklärungen und alles besichtigen, brauchen wir fast zwei Stunden. Als wir wieder oben und am Auto sind, brauchen wir erst mal eine Pause. Danach noch ins Museum, wo das Leben der Anaszi (so hieß der hiesige Indianerstamm) im 12.+13.Jh. in einem kurzen Film gezeigt wird. Und natürlich sind zahlreiche Funde der Archäologen ausgestellt. Danach fahren wir wieder die 40 Meilen zurück nach Cortez, wo wir wieder übernachten wollen.