3.10.2015 Wir beschließen ab Barstow keine Autobahn mehr zu fahren. Es gibt eine Pass-Straße, quer über die Sierra, die nur im Sommer geöffnet ist und die wollen wir fahren. Wir finden den Abzweig nicht sofort, da dieser nicht offiziell ausgeschildert ist. Wir fragen daher an einer naheliegenden Tankstelle. Heute muß Hermann alles erledigen, da ich seit heute morgen einen Hexenschuß habe. D.h., das Ömmilein kann sich überhaupt nicht rühren. Aber JAMMERN HILFT!!!! 

Hermann trifft an der Tankstelle auf drei Jäger, die auch diese Strecke in ihr Jagdgebiet fahren wollen. Sie erklären zum einen, wo es abgeht und zum anderen, dass es eine sehr gut ausgebaute Strecke sei. Sie gehe zwar bis auf fast 3000 m hoch, aber die Aussichten seien grandios. Also: Auf Geht's! Nach ca. 2 Meilen finden wir den Abzweig und sogleich geht es steil bergauf. Was die Jäger nicht erwähnt haben, dass die Strecke auch sehr kurvig ist. Hermann kommt also richtig ans Kurbeln. Aber wer ihn kennt, der weiß, daß genau DAS ihm Spaß macht. Stunde um Stunde klettern wir nach oben. Gegen Abend versuchen wir einen geöffneten Campground zu finden, jedoch sind zwei bereits geschlossen. Im Dunkeln wollen wir nicht weiter fahren und übernachten einfach auf einem Trail-Parkplatz. Es ist super ruhig, da wohl keiner abends oder nachts den Pass fahren will. Dieser steht uns morgen auch noch bevor. In der Nacht wird es so kalt, dass wir die Heizung anmachen.

4.10. 2015    Der Winter ist da....

Da wir auf 2.800 Metern übernachtet haben, sind es heute morgen 0° und es "eisregnet". Hermann hat Gott sei Dank bereits heute Nacht noch die Heizung angemacht, so dass es, lecker mollig warm ist als ich aufstehe oder soll ich sagen "aufkrieche"? Es geht zwar schon etwas besser, aber Strecken über 10 Meter Länge kann ich nicht laufen. Brauche ich ja auch nicht, da draußen mittlerweile 5 cm Eisschnee liegt und wir erst einmal abwarten wollen, wie sich das Wetter entwickelt. Gott sei Dank fahren wir ganzjährig Winterreifen. Sonst hätten wir jetzt das Malheur!

Nach dem Frühstück befürchten wir einzuschneien und machen uns daher lieber auf den Weg. Ich danke dem Erfinder der Sitzheizung und der luftgefederten Sitze. Ohne dieses Zubehör hätte ich keinen Kilometer gesessen, sondern sehr wahrscheinlich den Fahrtag im Bett verbracht. Aber so kann ich die herrliche Landschaft rund um den Sherman Pass richtig genießen. Mein "Kurvenmeister" ist heute wieder gut beschäftigt, da es ständig in Serpentinen bergauf und bergab geht. Bergab allerdings nur bis auf 2.500 Meter. Dann geht es wieder hoch und wieder runter usw. Wir fahren den ganzen Tag mit Wärmetauscher, damit das Auto warm bleibt. Nachmittags finden wir einen geöffneten Campground, doch leider ohne Wasser und ohne Abfallbeseitigung. Auch der Untergrund ist sehr holprig und um 15.30 Uhr beschließen wir, noch etwas weiter zu fahren. Es kommen noch 2 weitere Campgrounds an der Strecke. Die Fahrt führt uns durch den Sequoia-Forrest. Hier stehen im Abstand von einigen hundert Metern immer mal wieder Gruppen von "jungen" Mammutbäumen. Sie sind also höchstens 100 - 200 Jahre alt, um die 40-50 Meter hoch und haben schon am Boden einen recht großen Umfang, gemessen am Durchmesser normaler Bäume. Sie kommen etwa auf einen Durchmesser von 1,20 bis 1,50 Meter. Während der größte Baum im Sequoia Nationalpark auf einen Durchmesser von 12 Meter kommt und einen Stamm-Umfang am Boden von 32 Metern. Na, wir werden ihn sehen. Aber erst einmal sind noch einige Meilen Kurven zu fahren. Entweder stimmt unsere Karte nicht oder die beiden Campgrounds an der Strecke haben sich "in Luft aufgelöst". Lt. TomTom sind es noch 69 Meilen bis zum Nationalpark. Die wollten wir eigentlich heute nicht mehr fahren, aber wenn wir keine Übernachtungsmöglichkeit finden, bleibt uns wohl nichts anderes übrig. Die Temperatur ist auf der anderen Seite des Passes ja wieder auf 15 Grad angestiegen, aber leider regnet es viel. Trotzdem genießen wir die wechselnden Landschaftsbilder. Erst die Sequoias, dann kommt "Obelix-Steine-Land" und unendlich viele Kurven später wieder Farmerland. Gegen 18.00 Uhr finden wir - 9 Meilen vor dem Parkeingang - endlich einen Campground. Hier in Californien sind nicht nur die National Campgrounds teurer, auch der Diesel Kraftstoff kostet um einiges mehr. 

5.10.2015 Sequoia Nationalpark und King's Canyon

Nach einer ruhigen Nacht wird erst einmal in Ruhe gefrühstückt. Dabei wird uns klar, dass die vor uns liegenden Nationalparks erst einmal die letzten sein werden. Wir sind - für den Moment - der Nationalparks überdrüssig und beschließen daher, nach diesem Besuch rüber an die Küste, unterhalb von San Franzisko zu fahren und etwas städtisches Flair und auch ein paar Tage Badeurlaub zu genießen. 

Aber zuerst - auf zum Sequoia Nationalpark und damit zu den "Riesenbäumen". Die Sequoias dürfen nicht mit den "Redwoods", der zweiten Kategorie der Mammutbäume verwechselt werden. Beide Arten haben den roten Stamm, entscheiden sich allerdings im Kronenaufbau. Die Redwoods sind höher, aber dafür schlanker. Die Sequoias haben den dickeren Stamm und auch die breitere Krone. Die Redwoods werden bis zu 2000 Jahre alte, die Sequois bis zu 3000 Jahre. Die Redwoods haben wir 2008 unterhalb von San Franzisko an der Küste schon besucht. Jetzt sind wir auf die Sequoias gespannt. Gleich bei Parkeinfahrt erklärt uns die Rangerin, dass wir mit unserem 25 Fuß Wohnmobil nur bis zum ersten Campground fahren dürften, da auf dem weiteren, kurvigen! Straßenverlauf nur Wohnmobile bis 22 Fuß gestattet seien. Danach müßten wir zurück auf die Hauptstraße und weitere 70 Meilen bis zum Nordeingang zu fahren. Aber - wir sollten am ersten Visitor Center anhalten, dort würde man uns mehr zu den Straßenverhältnissen sagen. Nur drei Meilen weiter erreichen wir das Visitor Center. Eine sehr freundliche Rangerin hat eine gute und eine schlechte Nachricht für uns: 1. Der Kings Canyon kann immer noch nicht besucht werden. Die Feuer haben sich weiter ausgebreitet und bedecken mittlerweile 135.000 Quadratkilometer. 2. Wir dürfen die Straße nach dem Campground weiterfahren, da ja mittlerweile keine Saison mehr ist und sonst auch die Shuttle-Busse diese Strecke befahren. Bis 27 Fuß Länge würden sie alle Fahrzeuge fahren lassen. Wir sollten nur sehr aufmerksam fahren und immer auf unserer Straßenseite bleiben. Wir erzählen ihr, dass wir gestern den Sherman Pass gefahren sind und dort auch Eisschnee erlebt hätten und Temperaturen unter 0°. Sie kann es kaum glauben, erzählt uns aber im Gegenzug, dass auch im Yosemite bereits die Straße zum Half Dome wegen Schneefall gesperrt sei. 

(Ihr erinnert Euch, dass wir den Yosemite extra von Nevada aus angefahren sind, um genau das zu vermeiden? Wir waren ja am Labour Day dort und hatten noch tolles Wetter. Es waren zwar fast 3.500 km hin und zurück an Umweg, aber was soll's? Wir sind nur einmal hier und wenn man das Meiste sehen will, dann muss man Opfer bringen.) 

Da das Wetter heute bedeckt ist, suchen wir den ersten Campground auf. Der "Kurvenmeister" braucht einen Tag Pause und meinem Hexenschuss tut das auch gut. Also faulenzen wir rum, planen ein bisschen voraus usw. Jetzt - am Nachmittag - verdichten sich die Wolken und es fängt tatsächlich ein wenig an zu regnen. Wir befinden uns hier auf eine Höhe von 645 Metern, und der nächste Campground, hinter der kurvenreichen Pass-Straße, liegt auf über 2.000 Meter. Dort wird es wieder um einiges kälter werden. 

6.10.2015 Sequoia mit General Sherman Tree und neuer Campground auf 2000 Meter

Die Fahrt auf der sehr kurvenreichen Straße führt uns zuerst zum Sequoia Forest Museum und davor stehen "die drei Grazien", und ein General (wir haben den Namen vergessen)-Baum. Beim Vergleich mit der Größe des Museums und des Baumes bekommt man einen Eindruck, wie hoch die Bäume sind. Tatsächlich riesig, die meisten um die 100 Meter hoch oder sogar darüber. Wenn man sich davor stellt, bekommt man einen Eindruck vom Umfang des Stammes. Als wir dann nach einem kurzen Fußweg bei "General Sherman" ankommen, kann man es kaum 

glauben, wie riesig der Baum am Fuß seines Stammes ist. Obwohl die Krone durch ein Feuer zerstört wurde, wächst er jedes Jahr um die 

Holzmenge, die ein normal großer Baum liefern würde. Ein altes Foto zeigt 13 berittene Ranger an seinem Fuß - und das 1915. Er ist 

mindestens 2.100 Jahre alt. Die Sequoias können - im Gegensatz zu den Redwoods - bis zu 3000 Jahre alt werden. Nach dem Fußmarsch 

merke ich meinen Rücken wieder und wir fahren zum Campground. Aufgrund der Jahreszeit ist es jetzt kein Problem mehr einen freien Platz zu finden. Heute nachmittag ist das Wetter bedeckt und daher sehr kühl. Wir können nicht draußen sitzen und machen abends sogar die Heizung 

an. In der Nacht geht es runter auf 6°.


7.10.2015 Auf dem Weg zur Küste....

Wir machen uns auf den Weg Richtung San Franzisco. Dort gibt es bei Santa Cruz noch einen kleinen Statepark mit Redwoods. Aber zuerst 

müssen wir Lebensmittel auffüllen und halten dafür bei Walmart in Fresno. Die Fahrt hierher war nicht besonders interessant, es ging durch 

immer durch Farmland - gelb und eintönig. Als wir endlich alles eingekauft haben, ist es bereits 19.00 Uhr und wir bleiben der Einfachheit gleich 

hier. Mit uns stehen nur 5 Wohnmobile hier - auch das ein Zeichen, das die Saison für die Amerikaner zu Ende ist. 

8.10.2015 und weiter geht's....

Heute durchqueren wir Obstanbau-Gebiete und Baumwollfelder und Rinderfarmland. Die Obstplantagen stehen unter Wasser, die 

Baumwollfelder werden gerade abgeerntet und die armen Rinder stehen auf trockener, staubiger Erde. Keine Spur von saftigen Wiesen für die 

armen Viecher. Auch die Pferde stehen auf trockener Erde. Kein bisschen Gras zu sehen. Traurig! Daher gibt es auch überall Protestplakate 

gegen diesen wasserverschwendenden Monokultur-Obstanbau. Die Farmer bestellen bereits abgeerntete Mais- und Baumwollfelder neu. Da in der Zwischenphase nicht gewässert wird, entsteht natürlich durch jede Landmaschine eine riesige Staubwolke. Im Kings Canyon Nationalpark 

brennt es immer noch an 165 Stellen. Der Park liegt östlich von unserer Straße. Eine riesige Rauchwolke liegt über dem ganzen Streifen vom 

Kings Canyon bis zur Küste. Man hat den Eindruck, kaum atmen zu können. Aber endlich kommen wir an der San Luis State Recreation Area 

an. Zu diesem Erholungsgebiet, das an einem Wasserreservoir liegt, gehört ein sehr schöner Campground. Aufgrund der Hitze heute und der 

Trockenheit beschließen wir hier zu bleiben. Hermann hat im Sequoia einen toten Ast mitgenommen, den er jetzt zu einem weiteren 

Wanderstock bearbeitet. Ansonsten sind wir faul, quatschen ein bisschen mit dem Host des Campgrounds, der selbst zu seiner Armeezeit für 1 

Jahr in Schweinfurt stationiert war. Ansonsten war seine weiteste Reise mit seinem Wohnmobil bis nach Tennessee. Er kann gar nicht glauben, 

wo wir in seinem Heimatland schon überall waren.

9.10.2015 California feeling

So langsam merkt man endlich, dass wir in Californien sind. Wir wollen heute im Henry Cowell Redwoods Statepark übernachten. Dazu müssen wir bis Santa Cruz an die Küste und dann wieder ins Landesinnere nach Felton und dort geht eine sehr schmale Straße ab, die uns dann letztlich zum Statepark bringt. So war der Plan. Aber der Reihe nach: Zuerst sehen auf der gegenüberliegenden Straßenseite, noch auf dem Hwy, die Casa di Frutta. An diesem schönen Obsthandel haben wir 2008 schon mit der Gruppe gehalten. In memoriam wollen wir jetzt wieder da hin. Also wenden und zurück auf der anderen Seite. Wir tanken dort und kaufen ein bisschen Obst ein und dan treffen wir auf die Schokoladenfrüchteabteilung! Ein ganzer Saal voller Süßigkeiten. Wir kaufen Datteln, mit Vollmilchschokolade überzogene Aprikosen (die haben leider keinen ganzen Tag überlebt), 1 kg Mandeln und mit Schoko überzogene Mandeln. Danach machen wir, dass wir schnell wieder zum Auto kommen, sonst kaufen wir nachher noch mehr. Dann kommen wir auf die #9 und von dort geht die schmale Pass-Straße zum Statepark ab. Am Anfang steht schon ein Schild, dass die Straße sehr eng und kurvig ist, man vorsichtig fahren muss und Fahrzeuge über 22 Fuß sollen hier überhaupt nicht fahren. Die Straße schlängelt sich 26 Meilen durch einen Redwood Wald und kommt bei Davenport an der Küste aus. Die Fahrt war schön, keine Frage, aber für Hermann auch sehr anstrengend. Die Amerikaner hupen lieber statt einem Hindernis auszuweichen und wenn es dann sehr eng wird, kennen sie auch die Abmessungen ihres Fahrzeugs nicht. Ja, der Fahrstil der Amerikaner ist sehr gewöhnungsbedürftig. Auf unseren Straßen und Autobahnen würden die sich keine 100 Kilometer sicher fortbewegen können. 

Gegen Nachmittag kommen wir in Davenport an, einen Campground im Statepark haben wir nicht gefunden. Also fahren wir weiter am Pazifik entlang. Heute beginnt für die Amerikaner wieder ein langes Wochenende. Am Montag ist Columbus Day, da gedenken sie der Entdeckung Amerikas. Entsprechend voll ist es jetzt auch auf der Küstenstraße. Aber ein paar Meilen weiter finden wir genau am Strand einen schönen Parkplatz und bleiben hier. Wir gehen die 100 Meter bis zur Steilküste und sehen unten auf den Felsen eine ganze Herde Seehunde.


10.10.2015 Santa Cruz - Natural Bridges und Monarch-Schmetterlinge

Ab jetzt geht es nur noch langsam voran. Es gibt so viel zu sehen. Wir fahren erst nach Santa Cruz zu AT&T, denn am Dienstag ist der 1. Monat unserer amerikanischen Telefonkarte abgelaufen und ich kann sie nicht übers Internet aufladen, da wir keine, in Amerika ausgestellte Creditkarte haben. Also müssen wir zu einer Filiale und dort aufladen. Der Laden ist dank Google schnell gefunden und wir füllen direkt mal für drei Monate auf. Dass die europäische Visakarte hier in Californien nicht überall genommen wird, haben wir auch schon am Tankstellen-Automaten festgestellt. Bisher konnten wir immer problemlos an der Zapfsäule mit unserer Karte bezahlen. Hier geht es meistens nicht. Man muss seine Kreditkarte dem Kassierer bringen (meistens wollen die auch den Ausweis haben), ihm dann sagen, welche Tanksäule und welche Kraftsoffart man möchte, dann gibt er die Tanksäule frei und wenn man fertig getankt hat, geht man rein und dann wird mit der Kreditkarte bezahlt. 

In Santa Cruz gibt es verschiedene State Beaches, also Strandzugänge, die öffentlich zugänglich sind. Sie sind meistens nicht kostenlos, man muss fürs Parken bezahlen. Wir fahren zum Natural Bridges State Beach. Dort gibt es einen Canyon, der mit einer bestimmen Art von Eukalyptusbäumen bewachsen ist, die wieder die Monarch-Schmetterlinge, die hier aus Neuseeland ankommen, zum Überwintern reizt. Es kommen jedes Jahr Millionen davon. Dass die Saison gerade erst angefangen hat, sehen wir daran, dass man die Blätter der Bäume noch erkennen kann. Obwohl Hunderte auf einem Baum sitzen. Später werden es dann wohl Tausende sein. Aber es ist sehr schön, mitten zwischen den Bäumen zu stehen und Hunderte von diesen Schmetterlingen fliegen um uns herum. Nachdem wir die Schmetterlinge besucht haben, gehen wir zum Strand. Hier gibt es zwei Felsformationen im Wasser, die früher zusammenhängend mit einer Brücke dazwischen waren. Das Mittelstück ist jetzt weg, dafür hat der eine Fels ein großes Loch mittendrin. Sieht auch wie eine kleine Brücke aus. Auf den Felsen sitzen Pelikane, Kormorane und Möwen. Es herrscht ein ständiges Anfliegen und Wegfliegen. Wir bleiben bestimmt eine halbe Stunde dort und beobachten die Vögel. Danach gehen wir ein Stück die Straße an der Steilküste entlang. Wenn hier Häuser bei Sturm einfach abrutschen oder abbrechen, wundert uns das nicht. Die bauen tatsächlich "auf Kante". Abends suchen wir uns wieder einen Parkplatz, da die Campgrounds wegen des Feiertags überfüllt sind. 


11.10.2015 Santa Cruz New Brighton State Beach

Es sind nur ein paar Meilen bis zum Brighton State Beach. Aber wir fahren immer die Küste entlang, durch viele Surf-Hotspots. Hier scheint wirklich jeder zu surfen. Alle Autos haben Bretter drin oder auf dem Dach. An einer besonders schönen Steilküste haben sich die Surfer in Mengen versammelt. Z.Teil schon im Wasser, zum anderen Teil noch oben an der Straße. Dann wird beobachtet und kommentiert. Jede Welle wird analysiert. Jogger und Fahrradfahrer sind ebenfalls viele unterwegs. Lustig sind die Jogging-Damen mit Hund an der Leine und Kaffee in der Hand. Auch typische Surferboys sind hier zu sehen. 

Ein Stück weiter ist die Einfahrt zum Brighton Statepark Campground. Der Ranger sagt uns, dass der Platz voll sei. Aber um 14.00 Uhr findet eine Verlosung der noch freien Plätze statt. Wir werden in eine Liste eingetragen und sollen um 14.00 Uhr wieder da sein. Wir bekommen noch einen freien Parkschein für den nächsten Platz, dem Seacliff State Beach. Auch dort lassen wir uns in die Verlosungsliste eintragen. Hier findet die Vergabe der freien Plätze um 12.30 Uhr statt. Wir parken, schliessen ab und gehen zu Fuss runter zum Strand. Der Campground liegt direkt auf einer kleinen Straße unten am Strand. Dort flanieren aber auch die Touristen uns Wochenend-Besucher, d.h. man hat überhaupt keine Ruhe und die Brandung ist genau 10 Meter weg. Das würde eine laute Nacht. Und da man hier quasi in der 1. Reihe steht, kostet es auch noch 20$ Zuschlag auf den normalen Preis von 35$. Für solch einen Wohnmobil-Stellplatz zahlen wir in Deutschland max. 20 € und dann sind noch Strom und Wasser dabei. Aber das ist dann auch nicht Californien. 

Egal, wir wollen hier nicht stehen und beschließen, nur an der Verlosung um 14.00 Uhr im Brighton Park teilzunehmen. Um Punkt 14.00 Uhr stehen wir mit 5 weiteren Interessenten parat. Auf der Liste stehen 15 Namen, aber 10 sind nicht erschienen. Zum Glück für uns. Denn es gibt nur 6 freie Plätze, so kommen aber alle Wartenden zu einem Platz. Um 14.15 stehen wir auf Platz 60, holen unsere Stühle raus und faulenzen. Später machen wir noch einen kleinen Spaziergang zum Strand. Aber seit heute morgen streikt der Fotograf irgendwie. Das muss ich morgen noch ändern.

Wir wollen uns nochmal für die Einträge in unserem Gästebuch bedanken. 

Gert, Dir und Deiner Liebsten einen schönen Aufenthalt in Frankreich! 

Ingrid und Jürgen: Ok, wann wollt Ihr kommen?

Angelika und Gerd: Euch eine tolle Reise und haltet uns auf dem Laufenden.

12.-15.10.2015 Richtung Los Angeles - immer die Küste entlang...

Wir sind noch 400 Meilen von Los Angeles entfernt und wir fahren immer die #1, direkt an der Steilküste entlang. Um Monterey und Carmel machen wir einen großen Bogen. Hier wohnen die Reichen (das sieht man an den Häusern) und Schönen (hoffen wir, gesehen haben wir niemanden). Um die Straße durch Carmel zu fahren, müsste man 17 $ zahlen. Dabei sieht man von den Häusern nichts, die sind nämlich alle hinter Zäunen und Hecken versteckt. Wir verzichten auf das "Vergnügen" und lassen den Reichen und Schönen ihre Ruhe. Wir übernachten auf dem Pfeiffer Big Sur Campground. Er ist nicht besonders schön, doch alle anderen Plätze, die wir angefahren haben, waren übervoll. Wieso eigentlich? Die Ferienzeit ist längst vorbei. Aber das Wetter ist schön - immer so zwischen 23 und 25° - und das zieht die Leute aus den kälteren Regionen hierher. Den Dienstag verbringen wir in Moss Landing mit Seehunde gucken, lecker Essen gehen (ja, das gibt's wirklich. Wir haben ein Seafood Restaurant im Hafen gewählt. Hermann bekam Muscheln und ich Calamari, Krabben und Fisch.) und anschließend noch am Strand spazieren gehen und diesmal auf einem Parkplatz auf den Klippen übernachten.

Mittwoch geht's weiter zu den See-Elefanten. Die liegen direkt am Strand und baden in kleinen Buchten. Es ist eine Strecke von gut 10 Meilen, wo immer wieder ganze Strandabschnitte gesperrt sind für die Tiere. Wir kommen, kurz hinter dem Leuchtturm von Piedras Blancas, an eine Aussichtsplattform. Dort steht man fast über den Tieren und kann sie wunderbar beobachten. Sie sind schon gewaltig, die Männchen bis 2.500 kg schwer und 5 m lang und die Mädels bis 800 kg und 4 m lang. Im Moment sind nur Mädels und Jungbullen da, die ausgewachsenen Männchen kommen erst ab Anfang November hierher. 

Unterwegs besuchen wir noch eine alte Missionsstation aus dem Jahr 1870. 

Man merkt hier in Californien, dass der Staat erst von Spaniern besiedelt wurde und später den Mexicanern gehörte. Alles ist zweisprachig. Außerdem ist hier das Haupt-Obst- und Gemüseanbaugebiet der USA. Zu Hunderten sieht man die Mexicaner auf den Feldern arbeiten. Die Amerikaner regen sich zwar über die illegale Einwanderung der Mexicaner auf, aber wie sie ohne sie auskommen sollen, wissen sie auch nicht. Der Staat duldet es hier schweigend. Das Polizeiaufgebot an der Grenze werden wir uns ja mit eigenen Augen ansehen können, ob da tatsächlich so brutal durchgegriffen wird? 

Wie bei Allem, muss man sich selbst ein Bild machen und dann eine Meinung bilden. Hörensagen und Bücherwissen bringt einen hier nicht weiter. 

Da wir das gleiche Bild in Spanien mit den Marokkanern gesehen haben, fragt man sich: Wie sollen wir jemals spanische Tomaten, californische Orangen oder Bananen auf den Teller bekommen, wenn die Tausende von Erntehelfern nicht wären.

In Los Osos finden wir einen Campground direkt im Naturschutzgebiet und auch direkt am Meer. Sehr schön!

Am Donnerstag hängen wir mal wieder in einem Funkloch und können Mamutsch nicht rechtzeitig (d.h.vor 18.00 Uhr) zum Geburtstag gratulieren. Es ist schon 19.30 Uhr in Deutschland, als uns endlich bewusst wird, dass wir ja eine amerikanische Telefonkarte nutzen wollen und daher auch die amerkanische Vorwahl für Deutschland (011) benutzen müssen. Trotz der späten Stunde freut sie sich aber sehr über den Anruf. Leider hat sie unsere wunderschöne Geburtstagkarte (die wir bereits in Canada gekauft hatten, wegen der schönen Stoffrosen auf der Karte) noch immer nicht bekommen. Dabei haben wir sie bereits vor 3 Wochen aufgegeben. Nach dem Anruf geht es noch zum einkaufen und dann fahren wir nach Grover Beach. Hier kann man mit dem Wohnmobil auf dem Strand campen. Es kostet 8$ die Nacht. Wir gehen zu Fuß ein Stück den Strand hinunter und verzichten dann. Der Sand ist teilweise sehr tief und weich. Viele 4x4 Pick-Ups nehmen die Gelegenheit wahr und stellen sich direkt an die Brandung. Wir stehen auf dem asphaltierten Parkplatz vor dem Strand und unternehmen einen langen Strandspaziergang. Ein schöner und entspannter Tag heute. 


16.+17.10.2015 Gaviota Statepark

Wir fahren ein Stück weiter und plötzlich werden wir verfolgt! Ein Sheriff-Fahrzeug setzt hinter uns seine Lichter ein. Das soll wohl heißen: Bitte rechts ran fahren! Wir finden relativ schnell eine Ausbuchtung an der Straße, wo wir gefahrlos halten können. Wir wollen schließlich keine Anzeige wegen Verkehrsgefährdung. findenWir bleiben sitzen und öffnen die Seitenfenster, Hermann hat die Hände sichtbar auf dem Lenkrad und ich halte locker meine Straßenkarte. Der Sheriff kommt an die Beifahrerseite, grüßt höflich und fragt uns,ob wir uns denken können warum er uns anhält. JA! Wir können es uns denken, wir sind 49 Meilen schnell gefahren und das Limit ist 55 Meilen. Außerdem waren fünf Fahrzeuge hinter uns. Und dann muss man eigentlich an einer geeigneten Stelle anhalten und die anderen vorbei lassen. Dies haben wir nicht getan. Also gibt es eine Verwarnung - wegen Langsamkeit! Wir fahren weiter und finden einen wunderschönen Strand-Statepark. Da es Freitag ist, müssen wir sehr früh einen Übernachtungsplatz finden. Entweder liegt es daran, dass wir direkt an der Küste sind oder die Kinder hier haben Herbstferien. Es ist überall voll bis übervoll. Und am Wochenende kommen noch die Kurzzeiturlauber dazu. Ab in Gaviota ist es fast noch leer. Das liegt daran, dass dieser Statepark nur von Freitag bis Samstag geöffnet hat und wir sehr früh da sind. Wir finden einen schönen Platz direkt am Strand und lassen uns nieder. Wenig später kommt der Camphost und teilt uns mit, dass wir mit unserer Markise sehr vorsichtig sein sollen, da es hier sehr plötzlich auftretende Sturmböen gibt. Aber bis zum Abend ist alles ruhig und wir genießen außerdem einen langen Strandspaziergang. In der Nacht frischt der Wind auf und entwickelt sich tatsächlich zu einem richtigen Sturm, der auch den ganzen folgenden Tag anhält. Durch die Strandnähe werden wir ganz schön eingesandet. Selbst die Tür- und Klappenschlösser sind voller Sand. Man kann nur aussteigen, Tür schnell wieder zu und genauso schnell alles bei der Rückkehr. Trotz des Sturmes versuchen abends einige Unermüdliche ihre Feuer anzuzünden. Das funktioniert natürlich nicht! Einem Pärchen zerstört der Sturm beim Aufbau sogar das Zelt. Am nächsten Morgen bläst es immer noch und wir fahren weiter, Richtung Berge. 


18.+19.10.2015 Cachuma Lake

Es geht über Lompoc, ein Städtchen mit wunderbaren Mauer-Malerein und bekannt für seine Herstellung von Blumensamen, nach Solvang.

Solvang wurde von dänischen Einwanderern gegründet und bietet heute ein Stadtbild, wie in Dänemark. Das zieht Touristen und Besucher in Mengen an. Danach geht es zum Cachuma Lake, einem ehemaligen Trinkwasser-Reservoir in den Bergen. Hier gibt es vier Campgrounds, wir entscheiden es für den ersten und größten. Er bietet über 470 Stellplätze an. Belegt sind allerdings max. 50. Wir suchen uns einen Platz mit Blick aufs Wasser und genießen den Tag. Nebenbei wird Wäsche gewaschen, Auto "entsandet" und Hermann tauscht unsere Vorderreifen von rechts nach links und umgekehrt. Scheinbar stimmt mit unserer Spur etwas nicht mehr. Wir werden das demnächst kontrollieren lassen. 

Später telefonieren wir noch mit Claus-Dieter und Viola, die immer noch über 200 Meilen hinter uns sind. Auch sie trödeln herum und haben noch keine konkreten Pläne. Wir überlegen, noch einmal nach Las Vegas zu fahren. In die Wärme! Obwohl es hier auch 26° sind, ist es doch auch etwas kühl. Und unseren Plan weiter in die Berge zu fahren, den lassen wir - erst einmal - fallen. Am nächsten Tag windet es hier oben genauso wie unten an der Küste und unser Auto sieht, durch den herumfliegenden Staub wieder genauso aus wie vorgestern. Wir haben die Nase voll und fahren auf einen asphaltierten Stellplatz in einer Mulde, wo wir sogar noch einmal die Stühle herausholen können.


20.10.2015 Südwestwärts Richtung Küste..

Wir fahren Richtung Santa Barbara. Dort wollen wir die 2. Mission anschauen, die 1876 von den Spaniern hier gegründet wurde. Schon der Ort ist wunderschön, überall stehen Palmen und viele tropische Gewächse und Blumen. Die Häuser sind max. 2geschossig und die Straßen - wie überall in USA - klar gegliedert. Sich hier zurecht zu finden ist wirklich einfach. Oben auf dem Berg liegt die alte Mission. Wir besichtigen sie und fahren dann weiter Richtung Carpinteria. Dort soll es - auch direkt am Strand - wieder einen Statepark geben. Wir finden ihn schnell und es gibt auch noch freie Plätze. Eine Stunde später sind wir unterwegs - auf unserem obligatorischen Strandspaziergang. Schon unterwegs merken wir, dass wir mit unseren Füßen immer "kleben" bleiben. Ein Blick auf die Fußsohlen verrät uns den Grund. Der ganze Strand ist voller Öl, das hier in Form von "Liebesperlen" angespült wird und sich beim Drauftreten unter den Füßen verteilt. Auch den Grund für diese Öl-Ansammlung sieht man schnell. Vor der Küste stehen in ganz geringem Abstand 7 Bohrinseln. So viel zum Thema Umweltschutz, der hier angeblich seit ein paar Jahren beachtet wird. Zurück am Auto sind wir zwei Stunden damit beschäftigt unser Füße und unsere Sandalen vom Öl zu befreien. Es gelingt uns nur mit mäßigem Erfolg. Erst als Hermann meinen Nagellackentferner zum Einsatz bringt, kriegen wir alles wieder sauber. Wir wollten eigentlich noch einen weiteren Tag bleiben, aber darauf verzichten wir.


21.+22.10.2015

Kurz nach Verlassen des Stateparks - wir sind wieder auf der 101 - findet sich auf ein Hinweisschild auf Beach-Camps. Schnell fahren wir ab und tatsächlich, bei Rincon Beach stehen mindestens 150 Wohnmobile direkt am Wasser. Es sind noch ca. 6 Plätze frei und schnell belegen wir die Nr. 4. Hinter uns läuft die Strandstraße vorbei, danach verläuft die Bahnstrecke San Francisco - Los Angeles. Und dahinter liegt der Highway 101. Rincon Beach liegt ca. 8 Meilen hinter Santa Barbara und 9 Meilen vor Ventura. Es ist daher ein beliebtes Naherholungsziel der Los Angelitos. Entsprechend begehrt sind hier die Plätze. Den Fahrzeugverkehr hinter uns hören wir bald nicht mehr. Und die Züge fahren von 22.00 Uhr bis morgens um 7.00 Uhr nicht. Also, alles nicht so schlimm. Am lautesten ist noch die Brandung.

Ständig werden wir angesprochen, ob wir morgen fahren würden. NEIN! Das tun wir nicht. Wir bleiben sogar sehr wahrscheinlich bis Sonntag. Denn - es ist zum 1. sehr schön, ein bisschen Kraxelei über die Uferfelsen und man ist auf dem Strand und 2. steht das Wochenende bevor und hier in der Nähe von Los Angeles wird es sehr schwer werden, einen so schönen, freien Platz zu finden. Unseren ursprünglichen Plan mal eben oben in die Berge lassen wir schnell fallen. Auf 3.300 Meter Höhe ist es sehr kalt. Und da haben wir überhaupt keine Lust drauf. Hier unten sind es konstant 24-26 Grad, der Pazifik ist schön warm und wir können direkt von unserer persönlichen Terrasse aus die Surfer beobachten. 

Gestern kam kurz nach uns ein bimobil mit schweizer Kennzeichen und belegte direkt hinter uns die Nr. 3. Es ist eine fünfköpfige Familie aus der französisch-sprachigen Schweiz. Die Mutter ist Deutsche und so sprechen sie und die Kinder Deutsch, der Vater versteht etwas und spricht auch ein kleines bisschen. Mit englisch kämen wir nur mit der Mutter weiter, der Rest spricht die Sprache nicht. Wir erfahren aber, dass sie ihr Haus für drei Jahre vermietet haben, die Kinder aus der Schule abgemeldet sind und sie jetzt eine Weltreise mit den kiddies machen wollen. Sie haben auch in Halifax angefangen, allerdings erst im Juni. Ende des Jahres wollen sie auch auf der Baja California sein und dann geht's weiter nach Südamerika. Dann rüber nach Australien und Neuseeland und später auf dem Landweg via Singapur wieder nach Hause. Große Pläne! Wir wünschen ihnen, dass alles so klappt. Wir stehen jetzt schon den 2. Tag zusammen hier und haben uns viel zu erzählen. Morgen fahren wir - nacheinander - zum einkaufen. Einer muss ja hierbleiben und auf unsere beiden Stellplätze aufpassen.

23.+24.10.2015

Wir bleiben noch zwei weitere Tage hier. Das Wetter passt und wir waren beim Einkaufen in Ventura. Da man eigentlich seinen Platz nicht verlassen darf (der Nächste steht schon in den Startlöchern und will ihn haben) blockieren wir ihn mit Menschen. Die Schweizer stellen ihre gesamten Möbel auf unseren Platz und frühstücken und wir fahren in der Zwischenzeit für beide Fahrzeuge zum einkaufen. Nach zwei Stunden sind wir wieder zurück und es sieht zu niedlich aus, wie die fünf in der Sonne sitzen und schwitzen. Leider habe ich keinen Fotoapparat zur Hand. Sie sind dann auch froh, dass sie wieder unter ihrer Markise verschwinden können und die Nahrungsmittel frei Haus geliefert werden. Etwas später am Tag kommt dann auch der Wasserwagen, der uns mit Frischwasser versorgt. 20$ für bis zu 50 Gallonen Wasser. Wenn man noch sein Grauwasser und seine Fäkalien abpumpen lässt, werden nochmals 40$ fällig. Californien ist extrem! 

Heute - Sonntag morgen - bleiben wir auch noch hier.  Auf dem weiteren Plan für die nächste Woche steht Wäsche waschen und Auto waschen und Entsorgen. 

25.10.2015

Nein, wir haben uns nicht auf den Weg gemacht. Obwohl es bedeckt ist, ist es sehr, sehr warm. Und wenn die Sonne raus kommt, dann "sticht" sie richtig. Da bleiben wir doch lieber hier, schauen über 4 Stunden den Delphinen beim Spielen und den Surfern beim Surfen zu. Dabei sitzen wir im Schatten unter der Markise und warten bis spät abends, bevor wir zusammen räumen und nach Oxnard zum Übernachten fahren. 

26.10.2015 weiter Richtung Santa Monica Mountains

zuerst geht es auf der 1 weiter die Küste entlang bis hinter Malibu. Hier zweigt die #23 Richtung Thousand Oaks ab. Es sind nur 12 Meilen bis zur #101 - aber die haben es in sich. Eine Haarnadelkurve nach der anderen. Jetzt wissen wir auch, warum unten ein Hinweisschild war: "Keine Trailer und keine Fahrzeuge über 30 Fuß Länge. " Die umliegenden Anwesen (als einfache Häuser kann man sie schon nicht mehr bezeichnen!) sind wunderschön und dazu noch mit tropischen Pflanzen begrünt. Die vielen Gärtnerbetriebe, deren Fahrzeuge an der Straße parken, sorgen für ein sehr gepflegtes Ambiente. Die Fahrzeuge, die uns entgegen kommen (Porsche, Mercedes, BMW - alles oberste Kategorie) sprechen eine deutliche Sprache. Hier wohnt der "Geldadel" von Los Angeles, unbelästigt von den Touristen, die durch die bekannteren Viertel von Los Angeles sogar mit Bussen gefahren werden. Unser Ziel liegt allerdings nochmals 15 Meilen östlicher. Wir besuchen heute eine der 13 Gedenkstätten für amerikanische Präsidenten. Die Ronald Reagan Presidential Library und Museum ist die einzige Gedenkstätte hier an der Westküste. Die anderen liegen in Texas und weiter östlich. Schon die Anfahrt ist imposant. 2 Meilen vor dem Abzweig besteht jeweils rechts und links am Straßenrand die Möglichkeit sein Fahrzeug zu parken. Die eigentliche Einfahrt ist nochmals 2 Meilen lang und auch hier kann rechts und links geparkt werden. Dann kommen Shuttle-Busse und holen die Besucher ab. Am Haus selbst sind nochmals 3 Parkebenen. Die vielen Parkplätze werden nur im Sommer gebraucht. Jetzt - nach der Hochsaison - reichen an diesem Montag die 3 Ebenen aus. Das äußere des Museums ist so gestaltet, wie die Ranch, die die Reagans hier in den Hügeln von Santa Barbara hatten und die heute den beiden Kindern gehört. Nancy und auch Ronald Reagan waren vor ihrer Hochzeit Schauspieler. Man kann sich Ausschnitte aus ihren Filmen ansehen. Es ist eine komplette Dokumentation der politischen Karriere und des Privatlebens von Ronald Reagan bis zu seinem Tod. Außerdem kann man die Air Force One, eine Boeing 747, genannt 27000, besichtigen. 8 Präsidenten sind während ihrer Regierungszeiten damit geflogen. Das ausgestellte Modell wurde dann von der 28000, einem Jumbo, abgelöst. Auch der Marine One, der Hubschrauber, der die Präsidenten nach Camp David und zurück bringt, ist ebenfalls zu besichtigen. Allerdings dürfen Maschine und Hubschrauber nicht von innen fotografiert werden. Ronald und auch Nancy Reagan wurden nach ihrem Tod hierher überführt und fanden hier ihre letzte Ruhestätte. Es dauert gut 3-4 Stunden, wenn man alles etwas genauer anschauen will. Es gibt auch eine originalgetreue Nachbildung des Oval Office. Wenn man die ausgestellten Schriftstücke und die angebotenen Videos alle anschauen will, braucht man wahrscheinlich einen ganzen Tag. Wir sind von der Helden-Verehrung der Amerikaner beeindruckt. Es gibt niemanden, der im letzten Raum, noch trockene Augen hat. Hier wird die Überführung des Sarges und die anschließende Bestattung gezeigt. Einige Hunderttausend Menschen haben damals die Straßen hierher gesäumt. 

Ein Besuch, der sich gelohnt hat. Vielleicht besuchen wir noch andere Gedenkstätten, sofern sie auf unserer Route liegen. 

Am Nachmittag geht es weiter in die Berge. Hier oben gibt es einen Statepark mit Campground und nicht weit davon, die Paramount Ranch.

Diese war Schauplatz vieler Filme der Paramount Filmstudios. Die Rangerin im Visitor Center glaubt, dass sie gestern wieder angefangen haben zu drehen. Das werden wir uns morgen in Ruhe anschauen. Die Ranch ist 3 Meilen von unserem Campground entfernt. Um 17.00 Uhr sind wir am Platz, haben Durst wie die Kamele (heute sind es wieder 32°), sind verschwitzt und sehr müde. Das wird heute kein langer Abend.

27.10.2015 Paramount Ranch und Peter Strauss Ranch

Heute bleiben wir noch hier in den Santa Monica Mountains. Zuerst geht es zur Paramount Ranch. Und wir haben Glück, tatsächlich wird gerade ein Western mit Chris Christofferson gedreht. Der ist natürlich nicht hier, weil heute nur "Beiwerk" gedreht wird. Kleine Straßenszenen, eine Schiesserei und ein Blick ins Büro der Western Union. Man darf, wenn die Kamera nicht läuft, überall herumlaufen und alles genau anschauen. Später treffen wir auf die Pferde und deren Betreuer, der auch gleichzeitig ab und zu als Stuntman arbeitet, wenn mal gerade wieder einer vom Pferd fallen muss. Er hat ein tolles Gesicht, im Sinne von typisch "Cowboy". Faltig und von der Sonne verbrannt, dazu einen total ungepflegten Schnurrbart. Wir erklären ihm, dass er einer Film-Figur aus Deutschland ähneln würde. Die Rolle von Fuzzy führen wir nicht weiter aus. Er ist sehr freundlich und erzählt uns alles über die Pferde und deren Charakter. Übrigens hat er auch die Figur von Fuzzy, klein und zäh. Kurz darauf kommt eine Dame der Filmcrew und sagt ihm, dass die Pferde in 5 Minuten bereit sein müssten. Er sagt ok und macht sofort eins der Pferde los und reitet los. Er reitet 2-3 Runden, kommt dann zurück und holt das nächste Pferd. Und so weiter, bis alle vier mal dran waren. Das macht er, damit die Pferde nicht so nervös sind und schon ein bisschen gelaufen sind, wenn sie dann vor der Kamera antreten müssen. Aus den angekündigten 5 Minuten wird eine Stunde Wartezeit. Dann endlich kommen die Schauspieler, steigen auf und reiten mit den Tieren zum Set. Es wird eine normale Straßenszene (2 Reiter auf Pferden kommen die Straße in die Stadt hinein geritten) und eine Schießerei (2 Reiter werden von einem Mann auf dem Balkon über dem Saloon beschossen) gedreht. Danach haben wir genug "Filmarbeit" geguckt und fahren weiter zur Peter Strauss Ranch. Es sind nur 3 Meilen bis dahin. Diese Ranch wurde in den 1920er Jahren von dem Schauspieler Peter Strauss erbaut. Hier gibt es den größten Pool seiner Zeit mit einem Fassungsvermögen von 2,5 Millionen Litern Wasser. Ihn zu befüllen, wäre bei der heutigen Trockenheit überhaupt nicht mehr zu vertreten. Ausserdem ist er mittlerweile sehr marode. In den 1950er Jahren sind auf der Ranch u.a. Stars wie Johnny Cash aufgetreten. 

Gegenüber der Straße liegt ein sehr altes Restaurant, das aber leider nur von Donnerstag bis Sonntag geöffnet hat. Und heute ist Dienstag. Aber auch die Außenansicht ist schon sehr interessant. Es soll im Jahr 1920 erbaut worden sein. Auch die umliegenden Gebäude sehen sehr alt aus. Und direkt daneben liegen die neu gebauten prachtvollen Villen der "Stadtflüchtlinge". Wir haben jetzt 5 Stunden in der Sonne verbracht und langsam wird es Zeit wieder zum Campground zu fahren. Dann wollen wir grillen und noch ein bißchen relaxen, bevor wir uns morgen ins Stadtgewühl von LA stürzen. 


28.+29.10.2015 LA und Angeles Mountains

Gleich nach dem Frühstück geht es los. Über Santa Monica, wo der Strand breiter und gepflegter ist, aber der Verkehr an Dichte immer mehr zunimmt. Auf dem Strand hausen die Obdachlosen und oben drüber thronen die Villen der Reichen. Es ist überall extrem schmutzig, wir nähern uns halt einer Großstadt. Wir steuern einen Großparkplatz am "Forum" an, einer Veranstaltungshalle für Boxkämpfe, die optisch dem Colosseum nachempfunden ist. Außerdem ist hier der Race-Circuit von LA. Als wir uns "durchgekämpft" haben, finden wir zwar das Forum, aber von der stadtinternen Rennstrecke und dem angekündigten Großparkplatz ist nichts mehr zu sehen, nur eine riesige Baustelle. An einem Zaun sitzt ein Wächter und wir fragen ihn, wo denn der Parkplatz für Wohnmobile sei. Ja, der sei hier mal gewesen, aber jetzt würde hier ein öffentlicher Stadtpark gebaut. Also müssen wir entweder unten am Strand parken und ca. 15 Meilen durch die Stadt zu den Universalstudios oder oben in den Bergen, von da sind es 17 Meilen, aber es gibt sehr wahrscheinlich weniger Verkehr. Aber zuerst finden wir einen Supermarkt und genau daneben liegt ein Waschsalon. Da schlagen wir doch gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Einkaufen und Wäsche waschen. Hatte ich schon erwähnt, dass die Waschmaschinen hier 25 Minuten laufen? Dann Wäsche gewaschen, ab in die Riesen-Trockner. Diese fassen zwischen drei und sechs Waschmaschinen-Ladungen. Auch hier ist nach 20 Minuten alles trocken. Nachmittags geht es über Hollywood und Burbank ab in die Angeles Mountains auf der Straße #2. Eine kleine Bergstraße, die uns rasch auf 1500 Meter Höhe bringt. Dort finden wir um 17.30 Uhr einen schönen Platz für die heutige Übernachtung. Ich habe mal die "Zahlstation" und die Campground-Infos fotografiert, damit Ihr Euch ein Bild machen könnt, wie das hier abläuft. 

Nach einer sehr ruhigen Nacht soll es heute weiter gehen auf der #2, grobe Richtung Palm Springs. 

LA haben wir aufgrund der miserablen Campingplatz-Situation abgehakt. Außerdem waren wir ja schon hier und kennen die Studios und den Walk of Fame und den Rodeo Drive. Außerdem werden wir bestimmt noch einmal LA und San Francisco als Städtetour besuchen. 

Bei strahlendem Sonnenschein, aber nur 10° Außentemperatur, klettern wir auf 2.300 Meter. Da steht plötzlich ein großes Schild am Straßenrand "Road closed ahead". Hä? Das kann doch nicht sein, da hätte doch gestern am Anfang der #2 was stehen müssen. Wir lassen uns nicht beirren, denn manchmal "vergessen" die Bauarbeiter hier ein Schild zu entfernen. Es geht noch 45 km weiter und dann ist endgültig Schluß. Die #2, wie auch die abzweigende #39 sind, sehr wahrscheinlich aufgrund von Erdrutschen beide gesperrt. Es geht nur noch zurück. 

Da es Mittagszeit ist, beschließen wir auf dem Plateau stehen zu bleiben, etwas zu essen und mal zu schauen, wie viele Autofahrer wie wir dem Schild nicht glauben. Da wir wieder auf dem Campground übernachten wollen, können wir uns hier oben Zeit lassen. Bis wir um 17.00 Uhr wieder Richtung Übernachtungsplatz fahren, waren es an die 30 Autos und 5 Motorradfahrer. 

Da es wieder komplett zurück Richtung LA geht, wissen wir noch nicht, wie wir morgen weiter machen. Mal drüber schlafen und dann sehen wir schon.


30.10.2015

Wir haben beschlossen uns Disneyland anzuschauen. Wie schon gesagt, kennen wir Hollywood mit den Universalstudios und dem Walk of Fame und den Rodeo Drive und das Chinese Theather schon von unserem Besuch in 2008. Also auf nach Anaheim ins Disneyland. Aber vorher müssen wir noch 69 Meilen dorthin fahren. Die letzte Nacht war grauenhaft. Es hat tatsächlich die ganze Nacht gestürmt. Und zwar richtig! Unser Dicker hat geschaukelt, von den Bäumen sind ganze Äste abgerissen und zu guter Letzt haben 5 Jugendliche uns bis 2 Uhr morgens "unterhalten". Trotz des Sturms haben diese Gehirnamputierten ein riesiges Feuer gemacht. Wir konnten von unseren Fenstern die Funken fliegen sehen. Obwohl überall im National Forest Schilder stehen, dass im Moment die Feuergefahr wieder sehr hoch ist und man - auch auf den Campgrounds - bitte keine offenen Feuer machen soll. Gott sei Dank ist nichts geschehen. Aber wenn wir in Zukunft bei uns im Fernsehen die Nachrichten sehen und die Meldungen lauten, dass es in Californien mal wieder brennt, dann ist mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder mal ein  sogenanntes "Campfeuer" schuld. 

Aber wir haben die Nacht überstanden und sind bei strahlendem Sonnenschein wieder auf dem Weg in die Wärme. Als wir die Außenbezirke von LA erreichen, geht der ganz normale Wahnsinn wieder los. Selbst morgens um 10.00 Uhr steht man im Stau und das bei neunspurigen Highways. Hier im Ballungsraum ist auch keine Rede mehr von rücksichtsvollem Fahren. Jeder schiebt sich mal eben von ganz rechts nach links und vor den Ausfahrten wird "geschnitten" was das Zeug hält. Aber um 14.00 Uhr haben wir es geschafft und kommen in Anaheim an. Es gibt hier zwei RV Parks, die auch gleichzeitig einen Shuttlebus zum Disneyland anbieten. Wir checken im Anaheim RV Park ein und buchen den Platz direkt für 3 Nächte. Danach lassen wir uns vom TomTom noch zum nächsten Supermarkt lotsen, damit wir die Bestände wieder auffüllen können. Abends gehen wir noch einmal zur Rezeption, da wir für morgen noch die Tickets fürs Disneyland kaufen wollen. Es stellt sich heraus, dass hier nur 3-Tages-Tickets gekauft werden können. Wenn wir nur ein 1-Tages-Ticket möchten, müssen wir dies übers internet bestellen. Die Dame bietet uns an, dies direkt im anliegenden Cafe zu machen, dann kann sie uns die Bestätigungs-email dort ausdrucken. Es klappt auch alles auf Anhieb und 30 Minuten später haben wir bereits unsere etickets ausgedruckt in Händen. Da morgen Halloween ist, gelten die Karten nur von 10-18 Uhr. Der Park ist zwar bis 12 Uhr geöffnet, aber morgen findet die Mickey Halloween Party statt. Wenn man daran teilnehmen möchte, werden zum normalen Tagespreis von 99 $ nochmal 56 $ fällig. 

Anschließend gehen wir zum Automaten für die Shuttlebus-Tickets und ziehen uns direkt unsere Tickets für morgen. 

31.10.2015 Disneyland

Um 10 Uhr besteigen wir den shuttlebus und sind 30 Minuten später bereits im Park. Zuerst machen wir eine Fahrt mit dem Zug und verschaffen uns so einen Überblick. Es gibt so viel zu sehen und wie wir später feststellen, sind wir nicht die ältesten Besucher. Zuerst staunen wir über die vielen verkleideten Menschen. Selbst die Eltern sind verkleidet. Alle Figuren der Disneyworld sind vertreten. Dazu gibt es im Park an mehreren Stellen Schminkstationen, wo die Besucher - entsprechend ihrer Verkleidung - sich noch schminken lassen können. Neben den Fahrgeschäften gibt es jede Menge Merchandising-Shops. Mickey und Minnie, Donald und Goofy, Cinderella, Mary Poppins und Star Wars, jedes Thema hat sein eigenes Geschäft, wo von Kleidung bis Spielzeug alles verkauft wird. Die Shops werden unterbrochen von ungezählten "Eateries". Eins ist allen gemeinsam: was Anständiges zu Essen gibt es hier nicht! Chips, Burger, Cakes, Eis, Zuckerwatte und Popcorn in unendlichen Mengen gehen hier über die Verkaufstheken. Jeder, wirklich jeder, hat einen riesigen Getränkebecher in der Hand. Vor den einzelnen Fahrgeschäften bilden sich riesige Schlangen. Man wird aber immer am Eingang darüber informiert, wie lange die Wartezeit ist. Selbst relativ uninteressante, weil langsame Fahrgeschäfte, haben Wartezeiten von 20 Minuten. An den Mega-Knallern wartet man dann auch schon mal 2,5 Stunden. Uns ist relativ schnell klar, warum hier 3-Tages-Tickets verkauft werden. In einem Tag ist nur mal ein grober Überblick möglich. Und das auch nur, weil wir keine einzige Achter- oder Geisterbahn, kein Kino, kein Karusell, rein gar Nichts besuchen. Es ist bombastisch was die Amerikaner hier für eine Schau bieten. Jede Stunde findet irgendeine Parade statt. Getoppt wird das Ganze dann um 15.30 Uhr mit der großen Disney-Parade. Und jeden Abend findet um 21.30 Uhr ein großes Feuerwerk statt. Das können wir allerdings bequem von unserem Campingplatz aus sehen. 

Um 17.00 Uhr sind wir platt! Es sind heute wieder 31° und obwohl die hier wesentlich angenehmer zu ertragen sind als bei uns zu Hause, reicht es uns jetzt. Wir sind ja schließlich keine jungen Leute mehr. Obwohl - alle Kinder liegen in ihren Buggys und schlafen, viele Eltern im Bus heimwärts gähnen und sehen auch aus als könnten sie ein kleines Nickerchen gebrauchen. Aber - es war ein toller Tag und Disneyland ist wirklich zu empfehlen. Wir haben jetzt zwei neue Passagiere an Bord!

1.11.2015 Anaheim b. LA

Heute war ein fauler Tag. Wir haben Wäsche gewaschen, Hermann hat Luft- und Pollenfilter gewechselt und ansonsten haben wir nur gefaulenzt. Hier in Anaheim gibt es eine professionelle Auto-Waschfirma. Dort werden RV's per Hand gewaschen, einschließlich des Dachs. Dort werden wir morgen hinfahren und schauen, ob wir einen Termin bekommen. Danach wollen wir weiter Richtung Palm Springs. 

Übrigens: Wir haben eine neue Liebe: Jelly Beans! hmhm, lecker!!!!

2.+3.11.2015

Ja, das mit dem Wohnmobil waschen lassen hat nicht funktioniert. Die Firma hat kein eigenes Gelände, sondern kommt auf den Campingplatz und wäscht das Fahrzeug dort. SEHR PROFESSIONELL!!!!

Wir verzichten und machen uns auf den Weg über Riverside nach Banning. Dort zweigt die Straße 243 ab, die durch das Gebirge nach Idyllwild führt. Aber zuerst quälen wir uns über die Hwy's 91 und 60. Es herrscht unglaublich viel Verkehr und ständig stehen wir im Stau. Endlich haben wir den Abzweig der 243 erreicht und sofort wird es leerer, um nicht zu sagen LEER. Wir fahren einige Meilen stetig bergauf, bis wir auf einer Höhe von 1.600 Metern sind. Das uns umgebende Wolkenbild zeigt uns, dass da etwas auf uns zu kommt. Oben gibt es einen kleinen Wanderparkplatz. Hier kann man um den Lake Fulmore laufen. Die zwei anderen PKW's, die hier stehen, gehören ortansässigen Anglern. Da hier oben alle Campgrounds schon geschlossen sind, übernachten wir hier auf dem Parkplatz. Gegen Spätnachmittag fängt es an zu regnen, am Abend schüttet es. Bis wir schlafen gehen, regnet es immer noch.

Heute Morgen ist der Himmel bedeckt und die Sicht unter 100 Meter. Dazu ist es ...kalt! 4°! Hermann hat, Gott sei Dank, heute Nacht die Heizung angemacht. Drinnen ist es muckelig warm. Es gibt lecker Frühstück und wir trödeln etwas herum in der Hoffnung auf Wetterbesserung. Da diese nicht kommt und wir noch ca. 500 Meter höher fahren müssen, ziehen wir schon mal lange Hosen und warme T-Shirts an. Hermann sogar schon mit Pullover! Wir machen die Sitzheizungen an und los geht's. Die Strecke bis Idyllwild ist wirklich wunderschön. An der Laubfärbung der Wälder kann man jetzt auch den Herbst herannahen sehen. Unten an der Küste sind es nach wie vor 27°. Hier oben sind es immer 20° Unterschied. Das ist im Sommer sehr angenehm und die Küstenbewohner wissen dieses angenehme Klima zu schätzen. Allerdings schlägt sich das auch in den Immobilienpreisen nieder. Die einfachste Hütte fängt bei 200.000 $ an. Idyllwild selbst ist ein kleiner Künstlerort. Sehr hübsch angelegt und schnell besichtigt. Es gibt Restaurants, Coffeeshops, Souvenirläden und Banken. Dazu noch eine Tankstelle und das war es. Bei uns könnte sich eine solche Menge an Restaurants, kleinen Diner's, Coffee-Shops, Candy-Shops, Burgerbuden etc. nicht halten, weil gar nicht genug Kundschaft da wäre. Aber die Amerikaner holen ja morgens schon ihren Kaffee und essen dazu ein Cookie. Mittags gibt es Burger oder Pfannkuchen, oder hier in der Gegend sehr viel mexikanisches Essen. Und abends auf dem Weg nach Hause nimmt man auch schnell etwas mit. Mittlerweile sind wir daran gewöhnt, dass Amerikaner immer die Hände voll haben: Kaffeebecher, Zigarette, Handy und Hundeleine. Ja, das geht alles gleichzeitig. Und es gibt keine geschlechtlichen Unterschiede. Je nach Tageszeit wechselt nur das Getränk und die Zigarette wird von etwas Eßbarem abgelöst. 

Nach der Besichtigung machen wir uns auf den Weg Richtung Palm Desert. Unterwegs werden wir noch einmal übernachten. 


4.+5.11.2015 Palm Dessert  und Palm Springs

Bei beindruckendem Wolkenbild machen wir uns auf den Weg bergab. Bisher ist es noch nicht wirklich wärmer geworden. Ein Blick auf die Wetterprognose sagt uns, dass es im Moment ein großes Tief über uns gibt und selbst in San Diego die Temperaturen gerade einmal 20° erreichen. Aber Richtung Wochenende soll es wieder wärmer werden. Die in weiten Haarnadelkurven bergab führende Straße bietet grandiose Aussichten. An einem Aussichtspunkt halten wir an und blicken von oben auf die Wüste mit ihren grünen Oasen Palm Desert und Palm Springs. Dazwischen liegen noch kleinere Ortschaften. Es ist gut zu erkennen, wo die künstliche Bewässerung anfängt und wo sie aufhört. Von wegen Californien ist zu trocken und hat kein Wasser. Dann sollten sie aufhören, Wüsten zu bewässern um noch mehr Golfplätze (es gibt hier über Hundert) oder Wohnsiedlungen mit riesigen Grünflächen zu schaffen. Das alles ist sowieso nur den sehr Wohlhabenden vorbehalten, die einfacheren Häuser stehen dann wieder in der Wüste. 

Aber bis wir im Tal sind, dauert es noch etwas. Sehr gut kann man von hier oben auch den "größten Windpark der westlichen Hemisphere" erkennen. Ob das stimmt, können wir nicht beurteilen. Allerdings stehen 90 % der Windflügel still. Dabei herrscht heute keineswegs Windstille. 

Ziemlich am Ortsanfang von Palm Desert gibt es einen Landschaftspark mit integriertem Tierpark. Dieser Park ist sehr schön angelegt und erklärt viel zu Flora und Fauna. Es gibt sogar eine angeschlossene Tierklinik, die man besuchen kann. Heute sind keine Untersuchungen angesetzt, daher bekommen wir eine exclusive Führung von einer der zahlreichen, ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die zu Dutzenden im ganzen Park verteilt sind, um jedem Besucher eine evtl. aufkommende Frage sofort beantworten zu können. Verteilt zwischen den verschiedenen Themengärten gibt es immer wieder Tiergehege. Diese sind allerdings so klein und eng, dass es zum Erbarmen ist. Wir beschränken uns daher nach Möglichkeit auf die Pflanzen und sind nach 2 Stunden schon wieder am Auto. Der Ort Desert Palms hat außer zwei wirklich großen Einkaufsstraßen nur gepflegtes Grün und Einfamilienhaussiedlungen zu bieten. Die Siedlungen sind von hohen Mauern umgeben und haben meist eine riesige Einfahrt, die durch Security bewacht wird. Die Tore öffnen sich nur denjenigen, die auch hier wohnen oder als Besuch erwartet werden. Ob solche Siedlungen auch bei uns bald vermehrt auftreten? Die Ersten gibt es ja schon.


In dieser künstlichen Idylle würde ein RV-Park nur stören, daher ist auch keiner vorhanden. Also fahren wir weiter über Cathedral (hier wohnen scheinbar die dienstbaren Geister von Palm Desert und Palm Springs) nach Palm Springs. Auch hier gibt es neben Einkaufsstraßen 2 große Malls. Und - Gott sei Dank - einen RV Park. Da es schon später ist, ist die Rezeption schon geschlossen. Aber es gibt eine nette, ältere Dame -  Gertie - die uns einen freien Platz, nicht weit von ihrem Wohncontainer zuweist. Hier ist die Nacht sehr ruhig, wir werden nicht von einem, in der Nähe vorbeidonnernden Güterzug gestört. 


Morgens unterhalten wir uns noch etwas mit Gertie und erfahren, dass sie 1953 mit 17 Jahren hier nach Amerika kam. Sie stammt ursprünglich aus Heidelberg und hat immer noch einen leichten Dialekt. Es wird eine lustige, deutsch-englische Kauderwelsch-Unterhaltung. Denn, immer wenn ihr das deutsche Wort nicht einfällt, wird es einfach durch das englische ersetzt. 

Hermann versucht über die Rezeption eine Werkstatt zu finden, die uns neue Reifen aufziehen kann und dabei auch gleich die Spur neu einstellt. Die Einstelldaten haben wir mittlerweile von Iveco in Düsseldorf bekommen. Aber - es gibt solche Werkstätten hier nur für PKW. Wir hoffen, dass es in Las Vegas endlich klappt. 

Wir machen uns auf den Weg, denn wir wollen heute noch mit der Aerial Tramway rauf in die Jacinto-Berge auf 2.500 Meter Höhe fahren. Vom RV Park aus, ist es nicht weit, aber es geht steil bergauf. An der Talstation angekommen, erfahren wir, dass die Bahn von einer schweizer Firma gebaut und montiert wurde. Gott sei Dank! Die Kabinen sind rund und rotieren auf der Bergfahrt zweimal um 360°. D.h. egal, wo man in der Kabine steht, man kommt zweimal in den Genuß der Berg- oder Talsicht. Nach 15 Minuten sind wir oben. Es gibt eine riesige Bergstation. Diese durchqueren wir zügig, denn wir wollen einen der drei Trails ablaufen. Wir nehmen den Desert View Trail. Lt. Hinweisschild ist es ein Rundkurs und ca. 1,5 Meilen lang. Mit uns gehen nur einige Männer den steilen Weg bergab bis zum Trailbeginn. Die amerikanischen Frauen laufen - bis auf wenige Ausnahmen - nicht gerne. Unten angekommen geht es über Stock und Stein zu fünf Aussichtspunkten, von denen man jeweils einen Blick auf die Wüste und die, am Fuß der Berge liegenden, Ortschaften werfen kann. An schattigen Stellen im Wald liegt noch ein bisschen Schnee von letzter Nacht. Wir haben uns, in weiser Voraussicht, unten schon warm angezogen, weil wir mit Temperaturen wie in Idyllwild gerechnet haben. Und so ist es auch. Nach 2 Stunden sind wir zurück und haben entsprechend Hunger. Also suchen wir das "Restaurant" auf und die Auswahl ist, wie immer, bescheiden. Hermann entscheidet sich für die Bratwurst, verweigert aber das "Brötchen" und entscheidet sich für potatoe wedges. Ich nehme Nachos mit Cheese und Jalopeno. Das "Essen", für das wir 25 $ hinblättern durften, mussten wir einfach fotografieren. Danach nehmen wir die Gondel bergab und sind schon bald darauf am Air Museum. Hier gibt es nicht nur Flugzeuge und Schiffe, sondern auch noch jede Menge Oldtimer zu besichtigen. Da wir aber spät dran sind und das Museum bereits in 1,5 Stunden schließt, fahren wir weiter Richtung Joshua Tree Nationalpark. Den Besuch des Museums holen wir auf der Tour nach Mexico nach.

Es ist doch weiter als gedacht bis zum Park und es wird später und dunkler. Die beiden ersten Campgrounds im Park sind bereits voll. Unter Missachtung aller Geschwidigkeitsbegrenzungen machen wir uns auf zum Dritten. Dieser ist sehr groß und daher finden wir, bei  beginnender Dunkelheit, noch einen freien Platz. Den Weg zur Zahlstation laufen wir bereits mit Taschenlampe. Es ist 5°, wir laufen schnell und zurück am Auto, sind wir froh über unsere Heizung. Es dauert auch nicht lange, dann - GUTE NACHT! Morgen mehr!


6.-8.11.2015 Joshua Tree National Park

Am folgenden Morgen weckt uns die Sonne. Es sind nur 4°, aber im Laufe des Tages soll es bis zu 18° "warm" werden. Heute ist unser "Lauftag". Vom Campground aus gibt es einen Trail durch die wirklich "rockige" Landschaft. Morgens gehts 2,3 Meilen auf dem Shell Rock Trail und nachmittags laufen wir einfach mal drauf los. Orientieren kann man sich sehr gut an den markanten Fels-Formationen. Die Steine sehen durch ihre runden, weichen Formen ungefährlich aus, aber - wehe - man muss sich abstützen. Die Oberfläche ist rauh und es fühlt sich an wie tausend kleine Nadeln. Jetzt ist uns auch klar, warum die Kletterer alle dicke Lederhandschuhe tragen. Um fünf Uhr geht die Sonne unter und sofort wird es wieder sehr kalt. Den ganzen Tag kommen Camper auf dem Campground an und versuchen verzweifelt noch ein freies Plätzchen zu finden. An den Wochenenden geht jeder Amerikaner gerne zelten. Trotz der kalten Temperaturen tragen sie kurze Hosen und ärmellose T-Shirts tagsüber. Abends werden dann allerdings Leggins unter die kurzen Hosen gezogen, oben kommt ein Hoody drüber und max. noch eine Mütze auf den Kopf. Dann sitzen sie am brennenden Feuer bis mitten in der Nacht und kriechen dann in ihre Zelte. Morgens wird wieder das offene Feuer angezündet und es wird gefrühstückt. D.h., es wird Kaffee gemacht und Sandwiches gegessen. Danach geht's mit dem Auto wieder zu einem anderen Felsen, der erklettert werden will. Unser Campground hat über 140 Plätze, geschätzt pro Platz im Schnitt 6 Personen (mal mehr, mal weniger) macht also mindestens 800 Personen und trotzdem hört man nichts. Außer - sie müssen etwas aus dem Auto holen oder hinein bringen. Wenn das Auto fünf Türen hat, muss jede Tür mindestens einmal geöffnet und wieder zugeknallt werden. Ansonsten sind die Amerikaner sehr rücksichtsvoll, aber die merken gar nicht, was sie da machen. Einfach weil es alle tun. Egal ob hier oder auf dem Supermarkt-Parkplatz, der Ami kramt gerne in seinem Auto herum. Und das kann dann auch gerne bis zu einer Stunde dauern. Natürlich während der Motor noch oder schon läuft. Hier wird so viel Wert auf die Natur gelegt, aber Umwelt-"Schutz" kennen sie - wenn es um ihre Autos geht - eher nicht. 


Am Samstag fahren wir mit dem Auto zu den weiter entfernten Trails. Der Park ist insgesamt 80 km lang und immer wieder geht es rechts oder links auf einen Parkplatz und von dort kann man wandern. Die Parkplätze rund um die besten Kletterfelsen sind jedoch alle rappelvoll. Die großen Pick-ups kommen mit 3-4 Kletterern und bleiben dann hier den ganzen Tag. Also fahren wir weiter zu den Wanderer-Parkplätzen, die zwar auch voll sind, aber es wird immer wieder ein Plätzchen frei. Sobald man 100 Meter auf dem Trail ist, sieht man die Straße nicht mehr und man fühlt sich wie mitten in der Wüste. Um 17.00 Uhr kommen wir wieder zurück zum Campground und unsere Nachbarn erzählen uns, dass sie mindestens 7x Leute verjagen mussten, die einfach unseren Platz belegen wollten. Dabei haben wir extra unser Tischdecke zurückgelassen, eine Plastiktüte mit Müll an den Grill gehangen und GROSS auf unserem Tag vermerkt, dass wir bis zum 9.11. bezahlt haben. 

Sonntag ist faulenzen angesagt und ausserdem ist heute Abreisetag der Wochenendcamper. Ein Verkehr auf dem Platz wie am Kamener Kreuz. Nachmittags wird es etwas ruhiger, aber jetzt - es ist 18.00 Uhr - kommen wieder neue Camper an. Morgen fahren wir weiter.

9.+10.11.2015

Weit sind wir ja nicht gekommen! Früh morgens ging es los Richtung #62. Kurz bevor wir abbiegen mussten, lag links eins der visitor center und hier mussten wir hin. Denn hier gibt es Trinkwasser für unseren Tank. Kurze Rückfrage bei den Rangern, ob es auch ok ist, dass man den Wohnmobiltank füllt und nicht nur Trinkflaschen. Ja, das sei ok und entsorgen könnten wir am ersten Campground, dem Black Rock. Da wir noch genug Kapazität in den Abwassertanks haben, sparen wir uns die 29 Meilen Richtung Joshua Tree. Zuerst müssen wir aber mal wieder einkaufen. 29 Palms, so heißt der Ort, ist nicht sehr groß und hat nur einen "Supermarkt". Der ist auch nicht besonders groß, aber die Auswahl ist überraschend groß und vor allem ist das Gemüse frisch. Wir haben beschlossen noch 2 Tage auf den Campground Indian Cove zum Wonderland of Rocks zu fahren. Es gibt 7 Campgrounds entlang des Park Boulevard. Die letzten 4 Tage waren wir auf Jumbo Rocks. Nun suchen wir einen der beiden Campgrounds auf, die von der #62 anzufahren sind. Es sind nur 5 Meilen von 29Palms aus. Dann folgt eine lange Anfahrt hinauf in die Berge. Die Rangerstation liegt kurz hinter der Abbiegung von der Hauptstraße. Oben auf 1000 m Höhe angekommen, finden wir einen schönen Platz, der bis spät abends Sonne hat. Wir klemmen unseren "tag*" an und fahren den ganzen Weg zurück zur Rangerstation um den Umschlag mit dem Geld einzuwerfen. So ein Schwachsinn! Erst fährt man 3 Meilen hoch, sucht einen Platz, fährt wieder runter zum Bezahlen und wieder rauf um sich hinzustellen. Umweltfreundlich ist das nicht! Wonderland of Rocks heißt die Gegend wegen der vielen Boulder, die wie aufeinander gestapelt aussehen. Heute ist es zwar sonnig, aber sehr kalt und windig. Wir stellen zwar die Stühle raus und wollen die Sonne genießen, aber der starke Wind treibt uns schnell wieder ins Auto. Na dann, müssen wir halt Karten spielen. 


*tag heißt der Abschnitt vom Bezahlumschlag, den man mit seinen Daten ausfüllen muss (Datum der Ankunft, Kennzeichen, wieviel Nächte will man bleiben), dann vom Umschlag abreißt und an den post am Platz anklammern muss. Der Umschlag wird mit den gleichen Daten versehen plus Platznummer, Name und Summe des Betrages der drin ist. Danach muss man ihn an der Bezahlstation einwerfen. 


Am nächsten Morgen scheint wieder die Sonne, es ist frisch, aber nicht mehr so windig. so laufen wir einen "kleinen" Trail, der sich hinterher als eine Wanderung von 2,5 Stunden entpuppt. Aber es war sehr schön und es ist eine Wohltat mal wieder länger zu laufen. Nachmittags müssen wir dann wieder "ruhen". Leider wegen des wieder auffrischenden Windes im Auto. Morgen ist hier "Veterans Day". Für die Camper ein Grund, wieder ein langes Wochenende zu planen. Zumindest schließen wir das aus den Reservierungs-tags die an zahlreichen Plätzen hängen. Am Spätnachmittag setzt bereits der Anreiseverkehr ein. Morgen geht es für uns weiter Richtung Mojave Wüste.


11.11.2015  Helau nach Deutschland
Für uns gibt's kein Helau, aber sehr viel Ehrung der Kriegsveteranen. Darin sind die Amis einmalig. Die Veteranen erfahren sehr viel Anerkennung und Respekt. Dazu gibt es im täglichen Leben unzählige monetäre Vergünstigungen. Z.B. auch auf den Campgrounds. Veterans und Military half price. Aber - Rentner auch! So!
Zuerst mal wieder einkaufen und dann tanken (Wasser und Diesel) und dann auf Richtung Mojave Wüste. Die Straßen werden immer leerer und es wird immer einsamer. Vereinzelt stehen Unterkünfte der Indianer, teilweise bewohnt und teilweise verlassen. Links der Straße liegt ein riesiges Areal der Armee (29 Palms Marine Corps Air Ground Combat Center), das sich über viele Quadratkilometer erstreckt. Die Mojave gehört wieder dem Staat und ist deshalb "öffentliches Land". Das heißt für uns, dass wir wieder überall frei stehen und übernachten dürfen. Dann fangen wir zum Mittagessen gleich mal damit an. Heute gibt es, vorhin im Supermarkt gekaufte, frische (aufgetaute, die wollen uns sicher nicht erzählen, dass die hier irgendwo gefangen werden) Scampis. Dazu ein leckeres Sößchen. Hermann würzt die Scampis noch kräftig mit Knoblauch. "Ist irgendwie zu wenig Geschmack!" Ich kann Euch sagen: Am Nachmittag muss ich die "Nachwirkungen" des Knoblauchgenusses bei Hermann ertragen. Ach, was würde ich jetzt für eine kilometerlange Wanderung geben.
Am Spätnachmittag stoßen wir bei Amboy wieder auf ein altes Stück der Route 66. Wir biegen zunächst links ab zum Amboy Crater. Ein jahrtausende alter Vulkancrater, dessen letzter Ausbruch bereits 10.000 Jahre zurück liegt. Hier gibt es einen Übernachtungs-Parkplatz, den wir heute nutzen.

Jetzt wollen wir noch ein paar Fragen beantworten:
1. Waren die 99$ fürs Disneyland für 1 oder 2 Personen?
Ja, der Preis nur für den Eintritt ins Disneyland war pro Person 99$für einen Tag. Die am Abend stattfindende "Mickeys Halloween-Party" wäre mit nochmals 56$ pro Person zu Buche geschlagen. Hätte man das angeschlossene Adventure-Land auch besuchen wollen, nochmal 99$. Dazu kommt, das man keinerlei Verpflegung mit in den Park nehmen darf. Ein Amerikaner hat uns erzählt, dass er (Familie mit 3 Kindern) für 3 Tage Disneyland bisher - ohne Essen - über 1.000 $ nur für Eintritt ausgegeben hat. Dazu kommt noch Hotel und Verpflegung. Ja, das sind Preise hier!
Seit 2013 sind die Preise für alles um 25% gestiegen. Egal, ob das die Miete, die Nebenkosten oder die Lebensmittel sind. Einzig das Fleisch (das sehr gut ist!) ist - für unsere Verhältnisse - extrem günstig. Was für eine Strafe, wenn man so oft Steaks essen muss!

2. Braucht man einen internationalen Führerschein?
Offiziell ja. Wir bisher noch nicht. Die Officer waren bisher (2x) mit unserem deutschen Führerschein zufrieden. Wir möchten allerdings nicht, im Falle eines Unfalles, mit dem Officer diskutieren, welche Fahrerlaubnis wir jetzt haben. Daher internationaler Führerschein für Fahrer und Beifahrer!

3. Reicht die deutsche Krankenversicherung aus?
Ja, wenn man privat versichert ist und die Länge des Aufenthaltes mit seiner Versicherung abklärt.
Nein, wenn man gesetzlich versichert ist. Hier braucht man eine private Auslandskrankenversicherung. Bei einem Aufenthalt bis zu 42 Tagen reicht die des ADAC aus. Aber vorsicht, wir wissen nicht, ob die auch für Mexico und Canada gilt.
Wir haben eine private Auslandsreisekrankenversicherung für 12 Monate bei der PAX (versichert auch Entwicklungshelfer und das bis zu drei Jahre) abgeschlossen. Bei Nachweis einer privaten Auslandsversicherung erhält man evtl. einen Nachlass von der gesetzlichen Versicherung in Deutschland. Muss man nachfragen!

Nur für Insider: Sich den Bauch mit fremden Kohlrouladen (Gebt es zu, Ihr habt unsere auch noch gegessen!) vollschlagen und uns dann davon auch noch erzählen - FRECHHEIT!!!!! Aber trotzdem: vielen lieben Dank für den Brief!


12.11.2015 Amboy Crater an der Route 66

Die letzte Nacht war so ruhig und interessant. Da hier ringsherum auf Meilen keine einzige Stadt liegt, war es dunkel wir in Teufelsa....! Daher konnten wir einen Sternenhimmel beobachten, den wir so noch nicht einmal von Kroatien kannten. Traumhaft!

Aber irgendwann waren wir dann doch müde und mussten schlafen gehen. Heute Morgen folgte dann ein traumhafter Sonnenaufgang. Morgen muss ich den mal fotografieren. Für heute ist eine Crater-Besteigung geplant. Nach dem ausgiebigen Frühstück machen wir uns auf den Weg. Die Trail-Info-Tafel sagt, man muss ordentlich Wasser mitnehmen, die Wanderung dauert mindestens 3 Stunden. Zuerst geht es über Steppenlandschaft, die allerdings überall mit schwarzen Lavabrocken "gesprenkelt" ist. Das macht das Laufen mühsam und uns wird klar, warum "mindestens 3 Stunden" auf dem Schild stand. Etwa in der Mitte des Weges zum Fuß des Craters steht eine Ausruhbank und dann nochmal eine kurz vor dem Anstieg. Am Crater angekommen sind wir schon 1 Stunde unterwegs. Dann geht es bergauf, sieht harmloser aus als es dann tatsächlich war. Aber am Craterrand angekommen, kann man anhand der zurückgebliebenen Tümpel erahnen, dass sich dieses Rund bei Regen schnell füllt. Besucher haben eine Steinschnecke auf den Grund gelegt. Es gibt auf der anderen Seite nochmal einen Anstieg, aber den mache ich alleine. Danach weiß ich, woher der Spruch "je oller, je doller" kommt. Rauf geht es ja noch, ab und zu auf allen Vieren, aber es geht. Oben angekommen habe ich zwar eine grandiose Aussicht, die ich jedoch aufgrund meiner Höhenangst gar nicht genießen kann. Denn es geht steil, sehr steil bergab. Erst einmal muss ich mich auf einen Lavabrocken setzen und warten bis es mir wieder etwas besser geht. Dann heißt es: Wieder bergab! Jetzt zeigt sich erst, wie steil es tatsächlich ist. Man kann sich auch nur schlecht festhalten, da die Lavabrocken nur lose aufeinander liegen und das Lavageröll am Hang jetzt auch immer wieder ins Rutschen kommt. Hermann steht am Kratergrund und beruhigt mich immer wieder und ermahnt mich, langsam herunter zu kommen. Es geht wirklich Schrittchen für Schrittchen und immer wieder Halt suchend am Hang. Nach gut 20 Minuten bin ich wieder unten bei Hermann angekommen. Der Adrelaninschub läßt nach und erst jetzt wird mir klar, wie gefährlich das war. Ich breche in Tränen aus und Hermann muss mich ganz lange festhalten. Danach machen wir uns an den Rest des Abstiegs auf der anderen Seite. Aber diesmal habe ich Hermann an meiner Seite, der meine Hand nicht los läßt und mir immer wieder über die steilen Stücke hilft. Endlich sind wir unten angekommen. Ich kann mich gar nicht beruhigen, wie leichtsinnig ich mich verhalten habe. Es wird mir eine Lehre sein! 

Wir entscheiden, dass wir heute noch hier bleiben, damit sich meine Beine wieder beruhigen können. Die zittern tatsächlich. Auch die folgende Nacht ist wieder traumhaft und ruhig.