23.11.2015 Route 66 über Oatman

Heute wird eine revival-tour gefahren. Wir wollen nochmals Oatman besuchen, wo wir schon 2008 durchgekommen sind. Aber erst mal liegen 95 Meilen durch die wunderschöne Wüstenlandschaft von Arizona Richtung Kingman vor uns. Da die nächsten Tage keine größere Stadt mehr auf dem Weg liegt, kaufen wir für die nächsten Tage auf Vorrat ein. Dann biegen wir ab auf die Route 66 Richtung Oatman. So kurvig, eng und wunderschön hatten wir die Strecke garnicht mehr in Erinnerung. In Oatman parken wir wieder auf dem Parkplatz vor der Hauptstraße (2008 umsonst, heute 2$), stecken noch ein paar Babymöhren ein und gehen dann los. Kaum biegen wir auf die Hauptstraße ein, "überfällt" mich die erste Esel-Mama. Damit die Möhren nicht schlecht werden, bekommt sie alle. Selbst ihr Kind schubst sie weg und gibt nichts ab. Wir haben den Eindruck, dass sich die Bevölkerungsanzahl der Esel dramatisch gesteigert hat. Auch die Aufkleber auf dem Kopf der Eselbabys "Please, don't feed me" sind neu. Die Population steigert sich deshalb so sehr, weil Futter im Überangebot vorhanden ist. Die Läden verkaufen das Eselsfutter kiloweise. Das Warenangebot der Geschäfte hat sich von der Qualität her verschlechtert. Man findet immer mehr Artikel "made in China". Wie überall auf der Welt. Schade eigentlich! Hermann hatte ein Ledergeschäft in der Erinnerung, das handgenähte Pistolenhalfter im Angebot hatte. Auch nicht mehr da, leider ! Aber die Gegend ist auf alle Fälle einen Besuch wert. Da es in Oatman keinerlei Übernachtungsmöglichkeit gibt, fahren wir weiter und sehen unterwegs viele Wohnmobile, die mitten in der Pampa stehen. Ok, das kommt uns sehr entgegen, dann suchen wir auch mal einen schönen Platz und haben den auch schnell gefunden. Die nächtliche Ruhe (nur unterbrochen von gelegentlichem Kojotengeheul) und der Sternenhimmel sind sagenhaft. Man kann es gar nicht of genug betonen. Nachts hört Hermann ein Tier und guckt aus der Türe, da laufen hinter unserem Auto 4 Wildesel vorbei. Solche "Stellplätze" gibt es in ganz Europa nicht mehr. Uns erreicht eine sms von Claus-Dieter und Viola, die auf dem Weg von Yuma zum Lake Havasu sind. Da wir auch dorthin wollen, verabreden wir uns kurzerhand dort. Die Beiden melden sich kurz darauf noch einmal und haben auf dem Cattail Cove State Park bereits zwei Plätze organisiert. 7 Meilen vor dem Ziel meldet Hermann "Kupplung hinüber!" Er fährt noch sehr vorsichtig zum Campground und stellt das Auto ordentlich hin. 


24.11.2015 Cattail Cove State Park am Lake Havasu

Der Campground liegt wunderschön direkt am Seeufer und auch hier herrscht eine wunderbare Ruhe, im Gegensatz zu dem State Park in Lake Havasu City, den wir zuerst ausgesucht hatten. Der liegt nämlich mitten in der Stadt und es herrscht dort ein ständiges Kommen und Gehen.

Heute ist "Blaumann-Tag". Claus-Dieter und Hermann wollen heute den alten Kupplungsgeber-/-nehmer-Zylinder gegen den Neuen tauschen. Das ist kein Problem, da Claus-Dieter es ja in Las Vegas an seinem Fahrzeug gerade erst gemacht hat. Beide liegen also fröhlich unter dem Auto und plötzlich ein lautes "SCH......e". Was ist los? Was ist passiert? Jemand verletzt? Nein, nur zwei Schrauben sind den plötzlichen Abrißtod gestorben. Das heißt für die Männer: Nichts geht mehr. Die abgebrochenen Enden der Schrauben sitzen im Getriebe und müssten ausgebohrt werden. Dafür haben wir aber kein Werkzeug und auch keine Möglichkeit. Abends beim Grillen halten wir eine kleine Krisensitzung ab. Wir beschließen dann, morgen im internet mal nach einer Werkstatt in der Nähe zu suchen, die den Schaden beheben und den neuen Kupplungsgeber doch noch einbauen kann. 


25.-28.11.2015 Cattail Cove State Park am Lake Havasu

Am nächsten Morgen - nach einer ziemlich schlaflosen Nacht - sitzen wir am laptop und recherchieren. Wir finden einige Truck-Repair-Shops, aber nach dem 4. Anruf mit der Auskunft "We don't work with european cars" sind wir auch ziemlich frustriert. Beim 5. Anruf haben wir Glück. Die angerufene Firma aamco kann die Arbeiten zwar nicht selber ausführen, allerdings erhalten wir die Telefonnummer von Joe's Truck and RV-Repair. Also dort angerufen und die Dame am Telefon erklärt uns "we don't work with...." aber jetzt werde ich langsam sauer. Hermann hat mir vorher ausführlich erklärt, dass  es völlig egal sei, ob diese Arbeit an einem amerikanischen oder europäischen Fahrzeug gemacht werden muss, es ist reine Mechaniker-Arbeit. Etwas ungehalten erkläre ich dies der Dame, die uns daraufhin einen Termin am Montag Morgen anbietet. Wegen des morgigen Feiertags  - Thanksgiving - wird auch am Freitag nicht gearbeitet. Zur Sicherheit bieten wir noch an, dass Claus-Dieter und Hermann mit dem Roller vorbeikommen könnten und Fotos vom Fahrzeug und vom Schaden zeigen könnten. Das wird gerne angenommen und schon sind die zwei unterwegs. Es sind nur 16 Meilen bis zur Werkstatt. Der Mechaniker erkennt auf den Fotos das Problem sofort, lacht und verabschiedet sich bis Montag. Auch unsere beiden Männer kommen zufrieden zurück. Sogar eingekauft haben sie und Feuerholz für heute abend auch noch mitgebracht. 

Thanksgiving müssen wir unsere Plätze räumen, da sie für das lange Wochenende schon reserviert sind. Uns wird aber angeboten, auf den overflow-Platz - oben auf dem Berg - auszuweichen. Wir könnten selbstverständlich alle Services des Campground weiter nutzen. Voooorsichtig, sehr, sehr vooorsichtig fährt Hermann auf den Berg. Unser Kupplungsgeber hängt schließlich nur an zwei, statt an vier Schrauben. Das ist die Generalprobe für Samstag, dann fahren wir Richtung Lake Havasu City (also näher an die Werkstatt heran) in die Wüste. Gestern haben die Männer die Wohnmobile unterwegs "frei stehen" sehen und wollen das auch. Außerdem sind die Amerikaner wieder mit ATV's angereist. Also, ab Samstag "rein in den Sandkasten für Männer". Wir Frauen haben nichts dagegen, denn in Las Vegas ist es diese Woche und die kommende sehr kühl. Da ist es hier in der Wüste Arizona's angenehmer. Für uns geht es ja eh weiter Richtung Süden - Richtung Wärme. Aber Claus-Dieter und Viola warten auf ihre Kinder, die allerdings erst ab dem 18.12. in Las Vegas ankommen und dann dort für drei Wochen ein Miet-Wohnmobil übernehmen. Dann müssen die zwei einen kleinen Teil ihrer Tour noch einmal fahren. Aber es hat auch sein Gutes: Sie fahren noch einmal nach Solvang. Dort haben wir das Studio eines Glaskünstlers besucht, aber nichts gekauft. Später haben wir es bedauert. Nun ergibt sich die Gelegenheit, dass Viola ein Glasobjekt dort für uns kauft und im Januar mit auf die Baja bringt. Toll, so kommen wir doch noch an einen "Glaskürbis". 

28.+29.11.2015 Lake Havasu City State Park

Nach dem ausgiebigen Frühstück machen wir uns - wieder sehr vooorsichtig - auf den Weg zum "Sandkasten". Hier in Arizona darf man überall frei stehen, so lange wie man seinen Müll im eigenen Fahrzeug deponiert und auch wieder mitnimmt. Ausserdem gibt es regelrechte Strecken für Sandbuggys. Die gibt es hier in etwas luxuriöserer Ausführung als in Canada. Sogar 4-Sitzer gibt es und diese Fahrzeuge dürfen im Gelände ebenso wie auf der Straße bewegt werden. An dem, von den Männern ausgesuchten Platz, stehen bereits 10-12 Wohnmobile, alle mit ihren ATV's oder MotoCross-Motorrädern. Schon 20 Meter hinter der Einfahrt auf den Platz stoppt Claus-Dieter und kommt zu uns gelaufen. Es liegt ein derartiger Staub in der Luft, dass man meint, den Dreck zwischen den Zähnen knirschen zu hören. Viola findet es nicht toll und daher wird noch meine Meinung eingeholt und die lautet: Nicht Toll! Also drehen wir um und beschließen unser Glück am Lake Havasu City State Park zu versuchen. Er hat zwar nur 45 Plätze, aber vielleicht haben wir ja Glück. An der Schranke erfahren wir, dass es nur 45 Plätze MIT STROM gibt, aber für das dry-camping (ohne Strom und ohne Wasser-Festanschluß) stehen aber über 300 Plätze zur Verfügung. Wunderbar! Wir richten uns ein und stehen direkt am Seeufer auf dem asphaltierten Parkplatz. Es ist heute wieder sehr windig und kalt. Aber im Windschatten der Autos kann man in der Sonne sitzen. 

Am 1.Advent beschließen wir zu Fuß zur London Bridge zu laufen. Auf der anderen Seite der Brücke - auf einer kleinen Halbinsel - liegt die örtliche Brauerei und eine kleine Einkaufsmall. Die Sonne scheint und so laufen wir die 3,5 Meilen - unterbrochen von einem dicken Eis für Jeden von uns - zur London Bridge. Diese wurde für 2,6 Mio. Dollar gekauft, jeder Stein einzeln demontiert und nummeriert, dann aufs Schiff verladen nach Los Angeles und von dort mit LKW hierher transportiert und wieder aufgebaut. Allerdings gab es zum Zeitpunkt des Aufbaus keinen Fluß und keinen See, sondern nur Felsen. Diese wurden dann weg gesprengt, der Colorado River aufgestaut und so entstand 1971 der Lake Havasu; Dann machte auch die Brücke endlich Sinn. Gesamtkosten dann nur für die Brücke über 5,1 Mio. $. Unterhalb der Brücke auf unserer Seite gibt es einen kleinen Weihnachtsmarkt. Wir gehen erst einmal zur Brauerei. Um 17.30 Uhr haben wir einen Tisch mit direktem Blick auf die Brücke. Wir wollen schließlich die Weihnachtsbeleuchtung bei Dunkelheit genießen. 

Aber erst einmal zu unserer Bestellung: Es werden sechs Sorten Bier gebraut; ein Weizenbier, ein Stout, dann noch vier Sorten mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen. Wir stellen fest, eins schmeckt nach Rosenwasser, eins nach Jelly Beans, die anderen beiden undefinierbar, aber alle BÄH!!! Nun ist es nicht so, dass wir jeder 6 Bier getrunken haben, NEIN, es gibt ein sogenanntes Probier-Tablett, da sind alle 6 Sorten, jeweils im 0,1l Glas, drauf. Also haben wir, pro Paar jeweils ein Tablett bestellt und können so alle Sorten probieren. Da es einen richtigen Pizza-Ofen mit Feuer gibt, entscheiden wir uns für Pizza, aber Viola möchte lieber Spagetti. Das Essen ist - gut! Für uns mittlerweile ein kleines Wunder, bei dem was man sonst so serviert bekommt. Um 18.00 Uhr füllt sich das Restaurant rasend schnell. Es bildet sich eine lange Schlange am Eingang. (Von 18.00 bis 19.30 Uhr ist hier Dinnerzeit.) Natürlich laufen auf mindestens 12 Fernsehern die örtlichen Football-Spiele. Trotzdem hält sich der Lärmpegel in Grenzen und wir können uns gut unterhalten. Als Christian, der Kellner kommt und uns nach unserer Meinung zum Bier fragt, verziehen wir alle das Gesicht. Rundum lachen die Amerikaner und meinen dann, das wäre halt kein deutsches Bier. Nee, wirklich nicht. 

Wir zahlen und machen uns in der Dunkelheit auf die 3,5 Meilen Heimweg. Es ist wunderschön mit der Weihnachtsbeleuchtung und wir alle finden den Spaziergang nach dem Essen angenehm. Um 21 Uhr sind wir wieder an den Autos. Morgen früh geht es in die Werkstatt!

30.11.2015 Die Nacht war kurz..

Wegen des bevorstehenden Werkstatt-Termins haben wir unruhig geschlafen. Es ist ja noch nicht klar, ob die Arbeiten hier ausgeführt werden können. Um 8.30 Uhr stehen wir bei Joe's RV-Repair vor der Tür. Der Auftrag wird erteilt und wir gehen zu Fuß zum Stellplatz zu Claus-Dieter und Viola zurück. Die Beiden waren so lieb und sind die ganzen Tage bei uns geblieben - so zu sagen als moralische Stütze. Bei den Beiden angekommen, gibt's erst einmal einen Kaffee. Claus-Dieter packt schon mal alles zusammen, denn die Zwei wollen ja wieder zurück Richtung Las Vegas. Um 11.30 Uhr ist alles fertig, aber - die Werkstatt hat immer noch nicht angerufen. Also fahren wir erst zum Entsorgen und anschließend bringt uns Claus-Dieter dorthin. Joe prüft gerade noch den Reifendruck unseres Fahrzeugs, meldet aber: alles klar, Reparatur ausgeführt, Ölwechsel durchgeführt. GOTT SEI DANK! Wir zahlen die Rechnung, bedanken uns noch einmal bei Claus-Dieter und Viola und verabschieden uns dann. Zuerst zum safeway zum einkaufen und dann zum "Sandkasten". Wir wollen endlich mal wieder frei stehen und die Dreckschleudern sind bestimmt nicht mehr da. Es ist schließlich kein Wochenende mehr.

1.+2.12.2015 Arizona's und Californien's Wüste

Kurz hinter Lake Havasu City haben wir unsere Nacht verbracht. Heute geht es immer am Colorado River entlang, alles ist wieder grün. Wir passieren den Parker Dam und fahren weiter Richtung Quarzsite, einer winzig kleinen Stadt in Arizona's Wüste, wo jeden Winter über 1 Million Wohnmobile mitten in der Wüste stehen. Die ganze Stadt lebt davon. Wir sehen zwar keine Million, aber einige Tausend sind es schon. Rechts und links der Straße kann man überall in die Wüste fahren und dort tun und lassen, was man will. Vorausgesetzt, man nimmt seinen Müll wieder mit. Die meisten Mobile haben sich häuslich und für längere Zeit eingerichtet. Es gibt eine funktionierende Infrastruktur. Der Müllwagen kommt und sammelt den Müll ein, man muss dann die Entsorgung bezahlen. Genauso wie den Wasserwagen und den Fäkalienwagen, der alles absaugt. Die Landschaft rund um Quarzsite ist faszinierend. Die Wüste, das Licht - einfach alles wunderschön. Besonders der Sternenhimmel nachts. Wir übernachten hinter dem Ort - wieder mitten in der Wüste. 

Wir fahren weiter Richtung californische Grenze. Wir dürfen die Uhren wieder eine Stunde zurückstellen. D.h., der Zeitunterschied nach Deutschland beträgt wieder 10 Stunden. Kaum sind wir über die Grenze fällt sofort wieder das viele Grün - dank künstlicher Bewässerung - auf. Hier merkt man nichts vom californischen Wassermangel. Kurz hinter Blythe biegen wir auf die 78 ab und damit beginnt die californische Wüste. Mittags erreichen wir die Imperial Sand Dunes Recreation Area, von der mexicanischen Grenze bis hierher zieht sich ein 40 Meilen langer Sanddünenstreifen, bis zu 90 m hoch und 5 Meilen breit. Hier befindet sich der Tummelplatz für alle Arten von All Terrain Vehicles. Ein echter Spielplatz eben. Wer nicht mit dem eigenen ATV anreist, kann hier rechts und links der Straße Fahrzeuge mieten. Den ganzen Tag beobachten wir die Flitzer, wie sie rauf und runter durch die Dünen jagen, meistens zu mehreren, damit es auch richtig Spaß macht. Selbst nach Einbruch der Dunkelheit sind sie, ausgerüstet mit starken Scheinwerfern, noch unterwegs. Wir haben einen tollen Aussichtspunkt als Übernachtungsplatz ausgesucht. 

3.+4.12.2015 Ocotillo Wells State Park und Anza Borrego Desert State Park

Die ersten 69 Meilen geht es heute auf gut ausgebauten Straßen Richtung Westen. Mittags erreichen wir den Ocotillo Wells State Park, ein weiteres Wüstengebiet. Auch hier darf man überall frei übernachten. Wir suchen einen Platz, wo relativ wenig Amerikaner in der Nähe stehen. Durch die ATV's und die Motorräder wird nämlich eine Menge Staub aufgewirbelt und wir halten tunlichst mindestens 100 Meter Abstand. Nicht nur die Väter und Mütter sind mit ihren Fahrzeugen unterwegs auch die ganz Kleinen haben schon eigene Gefährte. Abends wird es in der Regel wesentlich leiser und man sieht überall die Feuer, die fast vor jedem Wohnmobil oder Wohnwagen brennen. 

Freitag Morgen müssen wir uns erst einmal um Wassernachschub kümmern. Es gibt - mitten im Anza Borrego State Park (ein anderer Name für die gleiche Wüste) - einen Campground, mit Wasser-Tankstelle und es gibt auch Gas. Ein Mitarbeiter ist ein wahrer Blechkünstler. Den ganzen Einfahrtbereich schmücken fast lebensgroße Tierdarstellungen. Besonders gut gefällt uns der Goldsucher. Wir fragen nach Gas und Wasser. Ein Mitarbeiter kommt und füllt unseren Gastank auf und zeigt uns dann die Wasserstelle. Wir füllen unseren Wassertank auf und sind für die nächsten vier bis fünf Tage wieder autark. Danach geht es weiter durch die Wüste. Über die 79 wollen wir Richtung Cleveland Nat.Forest. Plötzlich muss Hermann stoppen, weil vor uns auf der Straße ein verunglückter Motorradfahrer liegt. Ein amerikanisches Ehepaar hat ebenfalls auf der Gegenfahrbahn gehalten. Wir fragen, ob wir etwas tun können. Der Ersthelfer - Gott sei Dank, ein amerikanischer Feuerwehrmann - bittet uns mit dem Wohnmobil hinter dem Verletzten stehen zu bleiben, damit die anderen Autofahrer langsamer fahren. Anschließend bittet er mich, ihm zu helfen die Kleidung aufzuschneiden, um die Verletzung am linken Bein anschauen zu können. Er ist sich sicher, dass das Bein gebrochen ist, so wie der Fuß da liegt. Seine Frau telefoniert in der Zwischenzeit mit Polizei und Krankenwagen. Zum Glück für den Verunglückten haben wir hier ein Handynetz. Der Verletzte nennt uns seinen Namen und erklärt, dass er einen Zusammenprall mit einem Reh hatte. Als er wieder zu sich kam, lag er auf der Straße. Mittlerweile haben wir die Lederhose und die Jeans aufgeschnitten und man kann sehen, dass es ein offener Bruch ist. Die stark blutende Stelle wird abgedeckt und dann warten wir auf den Krankenwagen. Kurze Zeit später kommt der erste Sanitätswagen, aber dieser Sanitäter hat weniger Ahnung als der Feuerwehrmann. Also bleibt er bei dem Verletzten und wartet auf den "richtigen" Krankenwagen. Kurze Zeit später trifft die Polizei ein und kümmert sich um die Sicherung der Unfallstelle. Wir können weiter fahren. Der Verletzte - Brandon - tut uns sehr leid, Er wird sicher die nächsten Tage im Krankenhaus verbringen müssen. 40 Meilen vor San Diego erreichen wir den Cleveland Nat. Forest. Wir finden einen großen Wander-Parkplatz und werden heute hier übernachten. Morgen wollen wir dann zuerst zum AAA und dort Informationen über die Baja einholen. So grenznah werden die ja wohl mehr Infos haben als in Las Vegas. Danach fahren wir zu einem bookshop um einen amerikanischen Reiseführer für die Baja zu kaufen. Wenn wir dann noch die Infos haben, was wir alles mit über die Grenze nehmen dürfen, gehen wir noch einmal zu Walmart oder safeway zum einkaufen. 

5.12.2015 San Diego

In San Diego angekommen, müssen wir feststellen, dass der AAA am Wochenende geschlossen hat. Bisher hat uns diese Cooperation noch nicht viel geholfen. Aber egal, dann fahren wir zuerst zum Bücherladen Barnes & Nobles, eine sehr große Kette hier in Californien. Leider ist auch hier der Campingführer für die Baja nicht vorrätig, kann aber bestellt werden. Lieferzeit: 10 Tage! Und das im amazon-Zeitalter. Da brauchen die sich nicht zu wundern, dass immer mehr dort bestellen. Wenn wir das in Las Vegas gewußt hätten, hätte ich ihn dort bei amazon bestellt. Wir finden aber trotzdem einen Reiseführer für die Baja und kaufen dazu noch zwei Straßenkarten. Dann entdecke ich noch einen Sprachführer Englisch-Mexicanisch. Das sollte dann wohl reichen. Danach geht's noch zur Bank of America (Partnerbank der Deutschen Bank, daher keine Provision für Bargeld-Abhebungen). Wir müssen noch ein paar Dollar abholen, damit wir auf der Baja die Creditkarte nicht benutzen müssen. In Quartzsite haben die Amerikaner erzählt, 1. die Mexicaner wollen lieber Bargeld und 2. der Einsatz der Creditkarte wäre nicht immer sicher. Also wollen wir das, wo weit als möglich, verhindern. 

Die Stadt ist schön, aber man sieht auch an jeder Ecke arme Leute, die auf der Straße hausen. Aber wie sagte der Taxifahrer in Las Vegas: "Hier müssen sie nicht erfrieren, die in New York sind viel schlimmer dran!" 

Am Strand auf der Halbinsel soll es einen schönen Campground geben. Wir fahren über die Brücke und finden den Platz. Es stehen nur zwei Camper dort. Das wundert uns schon, denn normalerweise an einem Wochenende muss es hier rappelvoll sein. Am Campground angekommen, erfahren wir, dass eine neue Dumpstation gebaut wird und der Platz deshalb bis nächsten Freitag geschlossen ist. 

OK, wenn die uns hier nicht wollen, dann fahren wir eben weiter. 

Auf geht's Richtung Tecate/mexicanische Grenze. Wir werden schon unterwegs ein Übernachtungsplätzchen finden. Und so kommt es auch. Nur 15 Meilen vor der Grenze gibt es wieder einen Wanderparkplatz. Hier werden wir übernachten, dann sind wir morgen früh auch zeitig an der Grenze.      Weiterlesen unter: MEXICO