11./12.4.2012 Conjola Lake - Batemans Bay 108 km

Es gibt jetzt kaum noch Sehenswürdigkeiten, außer natürlich der Landschaft und den herrlichen Stränden. So gondeln wir abseits des Princess-Hwy. immer am Meer entlang. Dann sehen wir auf unserer Karte einen Hinweis zum Pebbly Beach. Dort soll man frei stehen können. Der Zuweg geht 8 km durch einen herrlichen Eukalyptuswald. Der Platz ist aber nicht sehr schön. Wir sehen allerdings eine Herde Känguruhs, die hier gefüttert werden und deshalb auch sehr zutraulich sind.

Vergeblich fahren wir noch drei weitere Campingplätze an, alles voller Dauercamper. Als wir den letzten Platz verlassen, macht uns ein freundlicher Aussie auf drei boxende Känguruhs aufmerksam.

Wir fahren noch 23 km weiter nach Batemans Bay. Hier ist es sehr schön und der Big4-Platz liegt direkt an der Flussmündung.

Heute, am 12.4. bleiben wir noch hier. "Urlaub"!!! Zuerst machen wir einen Bummel über die Brücke in den Ort. Zum Mittagessen nehmen wir uns ein Kilo King Prawns mit auf den CP (mit Bier und frischem Baquette) Hhmm lecker. Auf dem Platz gibt es ein Computerzimmer; will heißen, hier gibt es einen Computer (meistens uralt) und einen Internet-Zugang. Wenn wir doch unseren Laptop mitgenommen hätten. Dann gäbe es überhaupt kein Problem. Überall in den Ortschaften und auf den Campingplätzen gibt es Wifi.

Aber so, müssen wir uns mit dem Uralt-Equipment des CP behelfen. Die Minute für 1$, da kommt ganz schön was zusammen. Morgen wird das Patenkind 18; unsere SMS ist bestimmt der erste Geburtstagsgruß - aufgrund der Zeitverschiebung.

13.4.2012 Batemans Bay - Dalmeny 94 km

Heute morgen um 8.30 als Erstes die Geburtstags-SMS an Kevin geschickt und gleich eine Antwort bekommen. Zu Hause war es 0.30 Uhr. Heute ist es wieder sehr warm und so trödeln wir die Küste entlang. In Badulla ist die I-Site in der städtischen Bücherei und in den Büchereien gibt es immer kostenlosen Internetzugang. Mal wieder eine gute Gelegenheit die Lieben zu Hause per mail zu unterrichten wie es uns geht. Kurz hinter Dalmeny, direkt am Strand finden wir einen Superplatz zum Übernachten.

14.4.-16.4.2012 Dalmeny-Merimbula-Genoa-Bairnsdale 594 km

Wir fahren - ohne besondere Vorkommnisse - am 14. und 15.4. immer an der Küste entlang. Am 16.4. kommen wir nach Orbost. Dies ist eine sehr nette historische Stadt, mit einer I-Site, die in einer abenteuerlichen Hütte untergebracht ist. Wir besorgen uns diverses Infomaterial und bekommen von der Dame den Tip, uns bei Bairnsdale auf eine kleine Insel übersetzen zu lassen und dort den Koala-Trail zu besuchen. Wir gehen noch essen und fahren danach zu dem angegebenen CP in Bairnsdale.

17.4.2012 Bairnsdale - Golden Beach 151 km

Wir stehen früh auf und fahren Richtung Küste nach Paynesville. Dort parken wir das Auto fahren mit der kostenlosen Fähre nach Raymond Island.

1,2 km lang ist hier der Koala Weg. Zu Gunsten der wunderschönen Bilder keine Schilderung der Tagesereignisse. Dafür ein paar facts zu den Koalas: Mit 2 Jahren ist ein Weibchen geschlechtsreif. Die Tragezeit beträgt 34-36 Tage. Danach klettert das blinde und haarlose Baby (Joey genannt) der Mutter in den Beutel und ernährt sich 6 Monate von ihrer Milch. Danach klettert es der Mutter auf den Rücken und verweilt dort noch einmal 6 Monate. Erst mit einem Jahr lebt der Koala alleine. Die Männchen sind größer und haben meistens eine schwarze Stelle auf der Brust. Außerdem sehen wir Kakadus, grüne Lovebirds, schwarze Schwäne, Reiher und Pelikane.Dieser Ausflug hat sich wirklich gelohnt.

18.4.2012 Golden Beach - Philip Island 251 km

Es ist bedeckt und es regnet ein bißchen. Ab mittags klart es auf und die Sonne scheint wieder. Kurz hinter Welshope fahren wir 10 km zu den Angel Falls, dem größten Wasserfall im Staat Victoria mit 59 m Fallhöhe. Wir staunen immer wieder: Eben fährt man noch durch flaches Farmland und dann taucht solch ein Canyon auf.

Wir fahren weiterhin immer an der Küste entlang nach Philip Island. Hier wollen wir eine Koala-Aufzuchtstation besuchen. Wir sehen auf dem 6ha großen Gelände 15 der anwesenden 20 Koalas. Für mehr Tiere reicht das Nahrungsangebot nicht aus. Sie sehen wirklich zu niedlich aus, auch wenn sie meistens schlafen. Als wir 2003 die Koalas besuchten, durften wir einen auf den Arm nehmen. Daher wissen wir, dass sie so weich sind, wie sie aussehen.

19.4.2012 Philip Island - Franksthon 150 km

Da wir nur in die Nähe von Melbourne wollen, sind nur ein paar Kilometer zu fahren. Da der Himmel bedeckt ist (obwohl es 22° sind) fahren wir bei Koo-wee-rup auf einer Nebenstrecke nach Emerald. Dort wollen wir eine alte Dampflok anschauen, die noch fährt. Die Fahrt von Pakenham nach Emerald ist ein Traum! Es geht auf kleinen Straßen durch hügeliges Gelände. Rechts und links reiht sich ein Pferdegestüt ans andere. Prachtvolle Wohnhäuser (Villen) umgeben von unendlichen Pferdekoppeln. Jedes Pferd hat sein eigenes Stück Weide mit Unterstand und Heu. So zu sagen 5 Sterne für Pferde. (Ich weiß, dass ich Fotos gemacht habe, aber ich finde sie nicht. Zu schade!) In Emerald erwartet uns eine wunderschöne Kleinstadt. Schon bei der Ortseinfahrt hören wir die Dampflok pfeifen. Schnell suchen wir uns einen Parkplatz und folgen zu Fuß den Schienen. Nach ein paar Minuten sind wir am Bahnhof und können "Puffing Billy" beim Rangieren beobachten.

Weiter geht's Richtung Frankston auf den Campingplatz. Um 15.00 Uhr sind wir da und schnell ist unsere Wäsche gewaschen und hängt auf der Leine, resp. ein Teil ist im Trockner. Hermann entdeckt dann auf der Fahrerseite am Auto eine Delle (s.Fotos: Hier hat er gerade die Delle gesehen!), da ist uns scheinbar jemand auf dem Supermarkt-Parkplatz reingefahren. Also, Kleingeld besorgt und die Kreditkarten-Versicherung angerufen. Kein Problem, Fotos machen, Mietvertrag und Reparaturrg. einschicken, wird dann bezahlt. Kann, lt. Hermann, höchstens 1000$ kosten. Wir werden sehen.

20.4.2012 Frankston CP

Heute regnet es etwas. Egal, die Wäsche ist gewaschen, jetzt werden die Koffer gepackt. Morgen fliegen wir nach Tasmanien. Wir müssen die Koffer so packen, dass wir morgen einen Teil im Hotel in Melbourne lassen können. Wir wollen ja nicht alles für 10 Tage mit nach Tasmanien nehmen.

21.4.2012 Frankston-Melbourne 61 km

Wir stehen früh um 7.00 Uhr auf.8.30 Uhr geht es los; es sind 45 km bis zu unserem Hotel in Melbourne, in dem wir nach unserer Rückkehr aus Tasmanien noch 3 Tage bleiben wollen. Heute geben wir nur einen Koffer dort ab, den wir nicht mitnehmen wollen nach Tasmanien.Danach fahren wir weiter zu Apollo. Wir erklären der jungen Dame, die das Fahrzeug entgegen nimmt, 1. wie schmutzig das Auto bei der Übernahme war und das die Hälfte der Technik nicht funktioniert (die doofen Deutschen immer - das juckt die Australier kein bisschen) und 2. dass uns auf einem Supermarkt jemand ins Auto gefahren ist. Sie sichert zu, dass der Schaden bis zu unserer Rückkehr behoben sein wird und uns dann eine Reparaturrechnung übergeben wird (die brauchen wir schließlich für die Versicherung zu Hause). Nachdem alles geklärt ist, fahren wir mit einem Taxi zum Flughafen. Wir haben noch 2 Stunden Zeit und schauen uns den Flughafen an. Er kommt uns, für einen Hauptstadt-Flughafen,, sehr behelfsmäßig vor. Und tatsächlich, beim Einsteigen geht es zu Fuß übers Rollfeld zur Maschine. Die Maschine war kurz vorher gelandet, Passagiere raus und wir rein. Mit so Kleinigkeiten wie Reinigungs- oder Wartungsarbeiten halten die sich hier nicht auf. Eine gute Stunde später landen wir in Hobart auf Tasmanien. Es ist bedeckt und nur 17°. Wir wohnen in einer uralten Lodge (Lodge on Elizabeth) erbaut 1846 und es sieht so aus, als wäre die Einrichtung noch aus dem Original-Baujahr. Es gibt nur eine kleine Elektroheizung in unserem Zimmer und im Bett liegen beheizbare Bettdecken. Die Lodge liegt an der Hauptstraße und sehr zentral zum Hafen. Dorthin gehen wir auch zum Abendessen.

22.4.2012 Hobart

Heute morgen scheint die Sonne. Wir frühstücken in der Lodge und gehen dann Richtung Hafen. Wir besichtigen u.a. Salamanca Square und Battery Point, wo die ehemals gut bürgerlichen Häuser stehen, die Mitte des 18.Jh. von Gefangenen erbaut wurden. Wir trinken am Marktplatz Kaffee und kaufen dann noch ein paar Postkarten. Im Hotel stellen wir dann fest, dass unser Adreßbuch in dem Koffer ist, der in Melbourne im Hotel auf uns wartet. Den Rest des Nachmittags nutzen wir für Fotoaufnahmen in unserer Lodge. Nett ist, dass auf dem Tisch im Salon selbst gemachter Aufgesetzter steht und nachmittags zu Kaffee und Tee kommt immer ein Tablett mit einem hausgemachten Kuchen. Die Lodge wird von einem australischen Ehepaar geführt, die alles alleine machen. Von den Zimmern bis hin zum Frühstück. Es geht sehr familiär zu.

23.4.2012 Hobart - Strahan

Heute morgen machen wir uns als Erstes auf den Weg zur Autovermietung. Dort nehmen wir ein kleines Auto in Empfang, von dem wir meinen, dass es kleiner ist als das von uns Gebuchte. Der Mitarbeiter sagt, das sei das gebuchte Auto. Ok, versuchen wir es. Vor unserem Hotel angekommen, legen wir erst mal die Rückbank um und siehe da, die Koffer passen rein. Nur Hermann hat nicht wirklich viel Platz für seine Beine. Aber - einsteigen und los geht's. 50 km nördlich von Hobart, bei Westerway biegen wir auf die B61 ab und besuchen auf einem halbstündigen Wanderweg die Russell- und die Horseshoe-Wasserfälle.Der Ranger am Eingang zum Mount-Field-Nationalpark fragt uns, ob wir auch den Cradle- und den Freycinet-Park besuchen würden. Wir bejahen das und er rät uns die Einfahrterlaubnis in die Nationalparks für 2 Monate = 60$ zu erwerben. Sonst müssten wir pro Tag 26 $ bezahlen und das wäre ja bei 5 Tagen viel mehr. Wir bekommen eine Genehmigung für das Auto und einen Ausweis für uns. Danach fahren wir auf direktem Weg nach Strahan. Es sind zwar "nur" 255 km, aber auf den kurvenreichen und engen Straßen muss man gut 4-5 Stunden Fahrtzeit einplanen. Gegen 17.30 Uhr treffen wir bei leichtem Nieselregen in Strahan ein. Wir sollen noch erfahren, dass Regen und Tasmanien eine Symbiose bilden. Wir können nicht mehr viel anschauen, da es schon dunkel ist und die Straßenbeleuchtung eher spärlich. Dazu muss man wissen, dass Strahan eine riesige Feriensiedlung ist. Es gibt einen Caravanpark, eine Jugendherberge, und die Lodge-Zimmer. Wir müssen dafür auf den Berg fahren, das Auto parkt direkt vor dem Zimmer. Wir gehen dann abends durch das Gebäude auf die andere Seite des Ortes. Als wir zurückkommen über diesen sogenannten Bordwalk, läuft Hermann etwas über die Füße und faucht. Wir denken es ist eine Katze gewesen. Als wir auf der Außenterrasse ankommen, springt die "Katze" aufs Geländer. Es ist allerdings ein Busch-Oppossum. Diese Tierchen sind sehr neugierig und zutraulich. Können einen Menschen mit ihren Krallen aber böse verletzen.

24.4.2012 Strahan - Cradle Mountain NP

Morgens, bei der Abfahrt kommen wir nun dazu noch ein Paar Bilder von Strahan zu machen bevor wir uns auf den Weg in die Cradle Mountains machen. Heiner hat heute Geburtstag. Also gleich eine SMS geschickt. Danach machen wir uns bei leichtem Regen auf den Weg in die Cradle Mountains. In Zeehan besichtigen wir ein Siedlermuseum. Also für mich wäre das früher nichts gewesen. Ich bewundere die Menschen, die unter so harten Bedingungen ein Land aufgebaut haben. Auf der Weiterfahrt geht der anfangs leichte Regen in strömenden Regen über und wir beschließen deshalb, auf direktem Weg zur Cradle Mountain Lodge zu fahren. Um 14.00 Uhr sind wir am Hotel und ganz begeistert. Jedes Zimmer ist eine kleine Hütte mit Kamin und sehr schönem Bad. Der Kamin brennt und es ist mollig warm. Wir packen aus und gehen dann ins Restaurant eine Pizza essen. Draussen gießt es und es ist kalt (nur 10°) und hier drinnen mollig warm. Wir sind hier auf fast 1000 m Höhe. Hoffentlich regnet es morgen nicht.

25.4.2012 Cradle Mountains

Wir haben herrlich geschlafen und als wir wach werden, geht gerade die Sonne auf. Wir gehen frühstücken (ca. 500 m von unserer Hütte aus) und machen danach ein paar Fotos der Lodge. Dan begeben wir uns auf eine kurze Wanderung rund um die Lodge. Das Gelände ist riesig und alles natur-belassen. Man läuft wieder auf sogen. Boardwalks, damit die Natur nicht zertrampelt und damit zerstört wird. Unterwegs sehen wir unseren ersten Wombat aus der Nähe (Ihr wisst schon, der uns in den Blue Mountains nachts besucht hat). Er ist so zutraulich und läßt sich sogar kurz streicheln.

Nachmittags wollen wir die Aufzuchtstation der tasmanischen Teufel besuchen (devil@cradle). Wir erfahren von der Rangerin dass 85% der Tiere an Krebs sterben. Bei den Kämpfen untereinander, stecken sich die Tiere gegenseitig an. Anders als beim Menschen wird der Krebs durch Kontakt untereinander übertragen. Als Abschluß zeigt sie uns ein kleines weibliches Tier, ca. 1 Jahr alt, das von Hand aufgezogen wurde und deshalb auch sehr zutraulich ist.

Danach fahren wir mit dem kostenlosen Shuttlebus die 8 km in den Nationalpark hinein. Vom oberen Parkplatz laufen wir einen Track und den Rest als Boardwalk wieder zurück. Unterwegs sehen wir Känguruhs, Wombats und Wallabies. Um 16.00 Uhr sind wir wieder in der Lodge und machen unseren Kamin an. Danach gehen wir zum Essen. Hermann kriegt eine Suppe und ich einen Burger (nicht so was kleines mickeriges wie bei Macdoof) . Dazu jeweils ein großes, frisch gezapftes Bier. Das haben wir uns heute verdient.

26.4.2012 Cradle Mountain NP - Launcheston

Die Sonne lacht und wir machen uns nach einem reichhaltigen Frühstück auf nach Launcheston. Auf der Strecke sehen wir ein Auto kopfüber auf dem Seitenstreifen liegen. 3 verschreckte Chinesinnen daneben. Wir halten an und leisten erste Hilfe. Die drei Mädchen stehen unter Schock. Gott sei Dank kommt ein Motorradfahrer mit CB-Funk vorbei. Wir hatten vorher schon versucht mir dem Handy die Polzei zu rufen. Aber hier an der Unfallstelle gibt es kein Netz. Aber auch der Motorradfahrer hat kein Glück. Er fährt sofort weiter und verspricht die Polizei und die Ambulanz zu schicken, sobald er wieder ein Netz hat. Während der Wartezeit hält jedes vorbeifahrende Fahrzeug an und fragt, ob sie helfen könnten. Wir sind schwer beeindruckt. Nach einer halben Stunde kommen Polizei und Krankenwagen und wir können die Mädels an die Sanitäter abgeben und weiterfahren. Die Landschaft ist schön aber ohne Sehenswürdigkeiten. Das Gleiche gilt für Launcheston. Eine Stadt gleicht hier der anderen. Es gibt zwar einige schön bemalte Fassaden und natürlich "den alten Mann und das Lama". Wir gehen früh zurück zum Hotel. Morgen fahren wir weiter nach St. Helens.

27.4.2012 Launcheston - St. Helens

Heute geht es nach St. Helens an der Ostküste. Wir fahren durch Farmland und Wald. Um 11.00 Uhr ist es wieder sonnig und warm. Mittags sind wir in St. Helens. Das Hotel ist ganz nett, der Service grauenhaft. Hier im Ort ist der Hund begraben. Wir essen im Hotel. Steak für 39 $ und Getränke extra. Wenn man hier essen geht, sind 100 $ garnichts. Und 100$ entsprechen 85€. Unser € ist hier fast nichts mehr wert. Das war 2003 noch ganz anders. Das Glas Bier kostet 5$. Es ist alles riesig teuer geworden.

28.4.2012 St. Helens - Freycinet National Park

Heute ist es bewölkt und wir trödeln die 113 km nach Freycinet. Unterwegs machen wir in Beckeno halt und machen einen kleinen Spaziergang über die Felsen am Meer zum BlowHowl.  Zurück am Parkplatz gehen wir erst einmal einen Kaffee trinken, es ist doch sehr frisch. Um 13.00 Uhr erreichen wir die Lodge im Freycinet National Park. Die Häuser sind ähnlich wie in Cradle Mountain. Dies ist das teuerste Hotel unserer Reise. Und vom Service und vom Ambiente eigentlich den Preis nicht wert. Aber--- die berühmte wineglass bay ist 3 km von hier.

29.4.2012 Freycinet National Park

Wie frühstücken bei strahlendem Sonnenschein und hoffen, dass es so bleibt. Heute wollen wir zur Wineglass Bay laufen. Es gibt einen Lookout, von dem man einen herrlichen Blick hat. Danach gehen wir runter zum Strand. Dort lernen wir zwei australische Ehepaare kennen, die uns erklären, dass der etwas weitere Weg über den Hazard's Beach zurück zum Parkplatz wunderschön sei. Also nehmen wir den. Einmal quer über die Landzunge, runter zu Hazards Beach, dort 1 km am Strand entland. Dann - im wahrsten Sinne des Wortes - über Stock (Wurzeln) und Stein (Granit) auf- und abwärts zum Parkplatz. Was die Australier uns nicht gesagt haben, dass die Strecke 11 km lang ist. Am Schluß können wir kaum noch die Füße heben. Wir sind um 10.00 Uhr losgegangen und um 15.00 Uhr wieder am Auto. D.h. wir sind 5 Stunden gelaufen und dass ohne Pause. Aber, trotz aller Mühen, es hat sich echt gelohnt. Wieder im Hotel ruhen wir uns 2 Stunden aus und gehen dann zum essen.

30.4.2012 Freycinet NP - Hobart - Melbourne

Heute verlassen wir Tasmanien. Wir müssen noch 200 km fahren und brechen daher früh auf. Bei Swansea besuchen wir noch Kate's Berry Farm. essen ein home-made Ice und kaufen 2 Gläser Marmelade. Danach fahren wir weiter durch flaches Farmland. Es gibt Schaf- und Rinderzucht und viele, viele Weingüter. Bei schönem Wetter erreichen wir um 15.00 Uhr Hobart Airport. Hobart ist ein kleiner Mäuse-Flughafen. Täglich starten hier nachmittags 6 Maschinen. Man muss auch hier zu Fuß zur Maschine laufen. Unsere Maschine ist voll und die Luft nicht sehr angenehm. Egal, nach einer dreiviertel Stunde ist alles vorbei und wir sind wieder in Melbourne. Unser Koffer ist auch noch da und wir beziehen unser Appartement, das aus 2 SZ, 1WZ, 2 Bädern und 1 Küche besteht. Riesig Platz für uns Beide.

1.5.2012 Melbourne

Nach dem Frühstük gehen wir in die Stadt.Wir fahren zuerst mit der kostenlosen Straßenbahn die LaTrobe-St. runter Richtung Docklands. An der Haltestelle Queenst. steigen wir aus und gehen zum Queen Victoria Market. Hier gibt es alles zu kaufen, von Andenken über Kleidung, Obst + Gemüse, Fleisch, Delikatessen und natürlich einen food court. Wir schauen uns geschlagene zwei Stunden alles an und fahren dann wieder mit der roten

Touristen-Straßenbahn Richtung Yarra River und Flinders Street. Dort steigen wir aus und gehen zum Eureka-Building. Mit 298 Metern Melbournes höchstes Gebäude, das erst 2007 fertiggestellt wurde. Die letzten 30 Stockwerke sind mit goldenem Spiegelglas versehen. Wir wollen mal rauf. Wir haben uns angewöhnt, uns als "seniors" zu outen. Das spart nämlich hier in Australien ne Menge Geld. In nur wenigen Sekunden bringt uns der Express-Lift ins 88. Stockwerk. Hier ist alles rundum verglast und man hat einen wunderbaren Rundumblick über Melbourne. Man kann auch die F1-Strecke erkennen. Wir bleiben über eine Stunde oben. Wieder unten geht es mit der roten Straßenbahn weiter. Es ist nämlich mittlerweile kurz nach 15.00 Uhr und wir brauchen etwas zu essen. Hermann hat heute morgen einen Japaner gesehen. Dorthin wollen wir jetzt. Die Portionen dort sind so üppig, dass wir zusammen nur ein Essen schaffen. Zumal meine Auswahl nicht schmeckt, lassen wir sie einfach stehen. Danach schlendern wir noch über die Bourke- und die Swanston St. und sind gegen 18.30 Uhr wieder im Hotel. Das war heute ein langer Tag und wir sind einigermaßen geschafft. Aber - es gibt noch ein lecker Bier und dann gehen wir aufs Zimmer - besser gesagt: auf die Zimmer!

2.5.2012 Melbourne

Es regnet! Wir haben eigentlich keine Lust raus zu gehen. Dennoch machen wir uns nach dem Frühstück auf den Weg zum alten Gefängnis von Melbourne. Hier wurde 1956 der letzte Todeskandidat gehängt und 1974 wurde das Gefängnis komplett geschlossen. Es ist eine informative und gleichzeitig lustige Führung. Der Guide behandelt jeden Besucher wie einen Gefangenen. Man muss stramm stehen und darf nur reden, wenn man die Erlaubnis dazu erhält. Bei unserer Gruppe sind einige Kinder, die all das schwer beeindruckt. Um 13.00 Uhr ist die Führung beendet und wir haben Hunger. Also in aller Ruhe etwas gegessen und dann wieder ins Hotel zum Wäsche waschen und Koffer packen. Morgen geht es weiter.

3.5.2012 Melbourne - Castlemain 112 km

Obwohl wir heute endlich wieder in einen Camper umziehen dürfen, war es doch insgesamt ein ärgerlicher Tag. Der Grund war wieder einmal "Apollo". Wer hat uns nur auf die Idee gebracht, bei denen zu mieten. 2003 waren wir mit den Britz-Fahrzeugen so zufrieden. Warum haben wir die eigentlich nicht wieder genommen?

Aber zum Tag: Wir checken um 8.15 Uhr aus und dann geht es mit dem Taxi zu Apollo. Die für uns zuständige Mitarbeiterin ist ganz nett, aber auch ein bißchen "doof". Wir erkundigen uns erst einmal nach unserer Reparatur-rechnung, die wir bekanntlich für unsere Versicherung brauchen. Ein Blick in den Computer "Ach ja, der Schaden an der vorderen Stoßstange". Wie bitte? Wir haben einen Seitenschaden gemeldet, inkl. Zeichnung. Das kann doch wohl alles nicht wahr sein. Beim Blick aus dem Fenster auf die Vermietfahrzeuge fällt uns auf einmal genau unser "altes" Auto ins Auge. Wir also mit der Dame raus und ihr den Schaden gezeigt. Oh, das war dann wohl ein Irrtum. Aber es ist ja bisher auch noch nichts geschehen. Wie bitte? Wo ist denn dann wenigstens ein Kostenvoranschlag für den Schaden? Ach, australische Lebensart. Wir hätten besser bei der Rückgabe garnichts von dem Schaden gesagt. 1. wäre es sowieso niemandem aufgefallen und 2. passiert ja hier eh nichts.

Nun ja, es ist passiert. Nachdem wir jetzt etwas lauter werden und ich mittlerweile am Gäste-Computer Platz genommen habe, damit ich Boomerang den Vorgang schildern und mich beschweren kann, passiert endlich etwas. Der Sachverständige zur Begutachtung des Schadens ist angerufen und er kommt gleich. Na, das wollen wir doch sehen. Die Dame bietet uns an, mittlerweile den neuen Mietvertrag für das nächste Fahrzeug zu machen. Okay, machen wir das. Sie holt doch tatsächlich den alten Schlüssel, d.h. sie will uns das von uns vor 14 Tagen zurückgegebene Fahrzeug ungereinigt (das haben wir ja vorhin gesehen) und unrepariert wieder vermieten. Neee, nicht mit uns. Nach langem Hin und Her kommt sie mit einem anderen Fahrzeug um die Ecke. Sauber - na ja, zumindest besser als der alte. Aber die Windschutzscheibe hat einen Sprung. Hermann besteht darauf, dass die Windschutzscheibe erneuert wird. Oh je, jetzt ist auch ihr die Laune verhagelt. Sie muss zu ihrem Chef, der sich bisher in seinem Büro versteckt hat. Er kommt auch nicht selber mal raus, sondern zitiert seine Mitarbeiterin mehrmals in sein Büro. Nach unglaublichen 4 Stunden ist dann endlich die neue Scheibe drin und wir können einen Mietvertrag unterschreiben. Wir machen nochmals darauf aufmerksam, daß, wenn wir in 4 Wochen in Perth das Auto abgeben, endlich die Reparaturrechnung für den Alten brauchen! Unsere Vermutung: Das klappt nie! Übrigens hat auch Boomerang nie auf meine Beschwerde-mail reagiert. Kundenservice geht anders. Wir wollen uns aber jetzt nicht weiter mit diesem Thema beschäftigen und laden unsere Koffer ein und düsen vom Hof. Endlich wieder Freiheit! Wir fahren noch einkaufen und dann noch 100 km nach Castlemain auf den Big4-Campingplatz. Das Auto muss erst wieder gereinigt werden und die Koffer ausgepackt und die Einkäufe verstaut werden. Nach getaner Arbeit gibt es ein kühles Bier und die Welt sieht schon wieder anders aus. Allerdings kann man nicht draussen sitzen. Es sind nur 15° und es regnet.

4.5.2012 Castlemain - Ballarat 185 km

Regen, Regen, Regen und kalt. Es sind nur 15° tagsüber und unter 10° in der Nacht. Gott sei Dank haben wir uns je 2 Oberbetten geben lassen, 1 x für unten drunter und 1 x oben drauf. Und dann noch kuscheln, dann läßt es sich nachts aushalten. Die Fahrzeuge in Australien haben keine Heizlüfter dabei, man kann nur mit der Klimaanlage heizen und da kommt max. ein laues Lüftchen raus. Heute folgen wir der Goldgräber Route über Bendigo, Maldon, Marryborough, Creswick nach Ballarat. Alles Städtchen, die von 1800-1850 und teilweise bis 1900 große Goldfunde aufwiesen und deren Einwohnerzahl daraufhin explodierte. Die Straßen sind heute teilweise noch originalgetreu erhalten. Man kommt sich vor wie in einer Westernstadt. 100 m weiter trifft man dann die Moderne - Aldi und Coles Supermärkte und Baumärkte reihen sich aneinander. Wir übernachten heute auf dem Big4 Campingplatz in Ballarat. Hier auf dem Sovereign Hill haben damals die Goldgräber gegen die Erhöhung der Schürfgebühren demonstriert. Der Original-Schauplatz wurde hier nachgebaut. Wenn es morgen nicht regnet, schauen wir uns das an.

5.5.2012 Ballarat - Great Ocean Road Wye River 188 km

45 $ p.P. um den Goldgräber-Demonstrations-Schauplatz zu besuchen ist uns doch zu viel. Daher machen wir uns auf den Weg zur Great-Ocean-Road.

Wir wählen die Zufahrt in Torquai und suchen dort erst einmal die i-site. Auf der 60R ist freies Übernachten verboten. Daher müssen wir die nächsten 300 km auf CP's übernachten. Das ist uns aber auch ganz recht, da es nachts sehr kalt wird und wir heizen müssen. Auf unserer Tour heute besuchen wir viele Strandabschnitte, u.a. den berühmten Bells Beach, wo jedes Jahr im April die Surf-Meisterschaften stattfinden. Dann tummeln sich täglich um die 5.000 Menschen an diesem Strandabschnitt. Wir fahren über Anglesea, Mireys Inlet, Lorne bis Wye River. Hier übernachten wir wieder auf dem Big4-Platz. Es regnet heute abend wieder und wir hoffen auf besseres Wetter für morgen.

6.5.2012 Wye River - Peterborough 169 km

Wetter wieder durchwachsen. Wir fahren nach Kenneth River und von der Great Ocean Road ab, eine Straße bergauf und sehen viele Koalas in den Bäumen. Wieder zurück auf der GOR geht's über Apollo Bay zu Maits Rest. einem 30 Minuten Track durch Regenwald. Passend dazu nieselt es auch. Dann geht es weiter bis zum Abzweig zum Otway Lighthouse. Es sind 12 km Straße bis zum Cape Otway und man kann gegen 16$ Eintritt den Leuchtturm auch besteigen. Von oben hat man eine Super-Aussicht. Auch auf dem Hinweg wimmelt es von Koalas in den Bäumen. Der Verkehr zum Lighthouse kommt nur langsam voran. Denn wenn das vorderste Auto einen Koala sichtet und anhält zum Fotostopp, halten die Nachfolgenden natürlich auch, steigen auch aus und fotografieren auch. Und logisch sehen 4-6 Augenpaare mehr Koalas als einer alleine. Was mögen die Koalas auf ihren Eukalyptusbäumen von uns denken?

Danach folgen wir wieder der GOR bis hinter Princetown die 12 Apostel von diversen lookouts zu sehen sind. In Port Campbell erklärt man uns in der i-site, dass nach Sonnenuntergang die Zwergpinguine am lookout "London Bridge" an Land kommen. Nach 6 km erreichen wir den lookout und es ist bereits 17.00 Uhr. Sonnenuntergang soll heute um 17.30 Uhr sein und die Pinguine sollen ca. 15 Minuten später kommen. Hoffentlich haben die auch alle eine Uhr! Tatsächlich ist es 18.15 Uhr als mit einer einzigen Welle 30-40 von den Kleinen an Land gespült werden. Wir können sie gerade eben noch sehen in der Dunkelheit. (Wir waren zu weit weg für ein vernünftiges Foto und zu dunkel war es auch schon. Schade!) Sie rappeln sich schnell auf und laufen die ca. 50 m den Strand hinauf zu ihren Schlafplätzen. Wir fahren dann auch weiter nach Peterborough auf den CP. Wir sind ganz schön durchgefroren und genießen das bisschen Heizung, das der Wagen hat. Ein Glühwein wäre jetzt nicht schlecht.

7.5.2012 Peterborough - Smith Mill 249 km

Es ist heute morgen bedeckt und regnerisch. Wir fahren das letzte Stück der GOR und biegen kurz hinter Warrnambool auf die C178 ab und fahren über Penshurst Richtung Dunkeld und weiter nach Halls Gap. Die ersten 60 km sind reines Viehzüchterland. Rinder und Schafe auf üppig grünen Weiden prägen das Landschaftsbild. Die Ranchen sind alle groß und sehr gepflegt. Ab Dunkeld kommt die Sonne raus und es wird sofort wärmer. Es werden 20°. Im Grampians National Park wollen wir uns die Balconies, die McKenzie-Falls und Zumsteins (ein Krater, in dem Emus und Känguruhs leben) ansehen. Die Ranger am Eingang des NP erklären uns, wo wir für 14,50 $ überall übernachten dürfen. Leider kann man "Zumsteins" nicht mehr besuchen, es wurde letztes Jahr überflutet. Da es erst 15.00 Uhr ist, gehen wir noch zum lookout für die Balconies. Und später auf die Camp Area Smith Mill.

8.5.2012 Smith Mill - Swan Hill 270 km

Bevor wir losfahren, machen wir noch Bilder vom Übernachtungsplatz. Diese Naturcamps in den National Parks gibt es im ganzen Land. Es sind immer Toiletten, manchmal auch Duschen vorhanden. Und es gibt immer Wasser. Es ist hier sogar erlaubt, an diesen Plätzen ein offenes Feuer zu machen. Ein paar Steine im Kreis, etwas Kleinholz gesammelt und angezündet. Da wundert man sich natürlich nicht, wenn wir hier im Fernsehen sehen, wie mal wieder qkm-weise der Busch abbrennt. 1,8 km Track laufen wir zu den McKenzie-Falls.  Danach machen wir uns auf die 270 km lange Etappe nach Swan Hill. Je weiter wir ins Innere fahren, desto wärmer wird es. Es geht immer durch Farmland, entweder die Felder sind schon gemäht oder man sieht die riesigen Maschinen bei der Arbeit. Wir kommen durch 2-3 Ortschaften, die jeweils nur aus 5-10 Häusern bestehen. Es ist hier sehr einsam. Als wir endlich in Swan Hill ankommen, sind es 27°, Sonne und 16.00 Uhr. Wir schauen uns noch die Stadt an (bis auf einen imposanten Feigenbaum sieht sie aus wie alle Städte hier), überqueren danach die Brücke über den Murray River, der hier den Staat Victoria von New South Wales trennt, und fahren auf den Campingplatz.

9.5.2012 Swan Hill - Mildura 283 km

Morgens bedeckt, tagsüber wechselnd bewölkt mit sonnigen Abschnitten,  aber immer zwischen 23° und 25°. Von Swan Hill bis Mildura wird alles künstlich bewässert mit großen Pumpen aus dem Murray River. Wein, Obst, Mandeln in kilometerlangen Plantagen. Die Weinbauern haben es hier einfach. Die Rebstöcke stehen hier kilometerlang auf ebener Fläche. Wenn man bedenkt, wie schwierig es dagegen für unsere Weinbauern ist. Bei uns gibt es schon ab 8€ gute Weine, hier fangen sie erst bei 40$ an. Auch Plantagen werden auf Dauer langweilig, wenn man Stunde um Stunde daran vorbeifährt. Mildura ist wieder eine typisch australische Kleinstadt. Kaufen kann man hier wirklich alles, aber in sehr schlechter Qualität. Alles kommt hier aus China oder der Türkei. Man fragt sich, wo all die gute Wolle der Schafe bleibt. Einiges sicher bei uns. Wir sind gegen 17.00 Uhr auf dem CP. Es war heute ein langer Fahrtag.

10.5.2012 Mildura - Blanchetown 269 km

Heute morgen besuchen wir erst die öffentliche Bücherei in Mildura. Wir müssen mal unsere mails checken.Wir erleben eine Überraschung: Endlich ist der Schaden von Apollo abgerechnet. Reparaturkosten für die Delle 520$; 6.980$ Kaution sind schon wieder auf unserer Kreditkarte gutgeschrieben. Na also, geht doch! 

Zuerst geht es heute 158 km nach Renmark in South Australia. Eine Strecke, die öde und langweilig ist. D.h. wir passieren die Grenze zwischen Victoria und South Australia. An der Grenze werden wir wieder kontrolliert, ob wir auch kein Gemüse und Obst dabei haben. Da wir die Reste Salat und Zwiebeln schon in Mildura entsorgt haben, kein Problem. Von Renmark bis Blanchetown hauptsächlich Wein- und Obstanbau. Da kann man verstehen, dass die hier Angst vor der weißen Fruchtfliege haben. In Blanchetown gehen wir auf einen Big4-Campingplatz, der direkt am Murray River liegt. Sehenswürdigkeit im Ort: Der älteste Pub am River. Da müssen wir hin. Das Bier schmeckt frisch und eine schöne Sonnen-Terasse haben sie auch. Um uns rum qualmende Australier. Bei Schachtelpreisen bis zu 25$  (ja Schachtel, keine Stange) wird hier trotzdem sehr viel geraucht. 

11.5.2012 Blanchetown - Parham 267 km

Heute machen wir uns auf den Weg ins Barossa Valley. Kilometerlang geht es nur durch Weinanbaugebiete. Uns fällt aber auch auf, dass riesengroße Felder vertrocknet und ungepflegt aussehen. Warum wohl? 

Es ist aber trotzdem eine sehr schöne und gepflegte Gegend. Fast 90% der hier ansässigen Weinkellereien wurden von Deutschen gegründet. Danach fahren wir nach Hahndorf, oberhalb von Adelaide. Uns ist mal wieder nach Kassler und Sauerkraut. Für 60$ gibt es eine Riesenplatte für Zwei. Wir können gar nicht alles aufessen. Das ist ja hier gar kein Problem. Wir lassen uns eine Take-away-Box geben und packen die Haxe ein, die wir nicht geschafft haben. Auf der 1 geht es bis Parham, einem kleinen Ort am Strand. Hier gibt es einen freien Campground, direkt am Strand. Es stehen schon mindestens 10 australische WoMo's hier. Wir richten uns auf eine kalte Nacht ein. 

12.5.2012 Parham - Port Augusta 309 km

Es war heute Nacht nicht zu kalt, aber es hat heftig geregnet. Regentropfen auf so einem Blechdach können einen schon um den Schlaf bringen. Was vermissen wir unseren Phoenix. Da drin ist es bei Regen so richtig kuschelig und gemütlich. Aber - nicht abschweifen, jetzt! Wir wollen heute nach Port Augusta.Es wird also ein reiner Fahrtag. Als wir in Port Pierie Mittagspause machen, stellt Hermann fest, dass wir eine Schraube in einem Reifen haben und Luft verlieren. Da heute Samstag ist, haben alle Reifenhändler bereits seit 11.30 Uhr geschlossen. Nach langer Sucherei finden wir einen Autoparts-Laden und wir kaufen eine Flasche australischen Reifenpilot. Wir brauchen eine 1/2 Stunde und der Reifen ist dicht. Wir fahren nach Port Augusta auf den CP und werden dort noch einmal kontrollieren. Zuerst die gute Nachricht: Der Reifen ist dicht! Die Schlechte: Der CP will 40$ für eine Nacht für 14qm Parkplatz im Dreck. Die spinnen, die Australier.

13.5.2012 Port Augusta - Port Kenny 382 km

Wir fahren heute Überführungsstrecke. Ca. 400 km rüber auf die andere Seite der Eyre Peninsula. Es ist eine Straße durch die Einsamkeit. Max. 20 Autos kommen uns auf der ganzen Strecke entgegen. Und 5 überholen uns. Und es sind alles keine PKW, sondern die sogenannten Road-Trains, LKW mit 9,11,oder 14 Achsen mit bis zu 3 Hängern. Wenn die kommen, macht man sich besser dünn. Wir halten dann jedesmal auf dem Standstreifen an, denn die brausen mit mehr als 80 Meilen durch die Gegend. Bis die zum Stehen kommen, das dauert. In Port Kenny angekommen, fahren wir zur Venus Bay in der Hoffnung auf einen Campground am Strand. Leider gibt es hier jedoch nur einen überfüllten Caravanpark. Wir treffen auf den Klippen (der Ausblick ist toll) ein australisches Ehepaar mit Campervan. Die Leute sind aus Queensland und nennen uns 2 Übernachtungsmöglichkeiten. Wir fahren dorthin, sind aber jeweils nur offizielle Rastplätze und zu nah an der Straße. Also, machen wir das, auf was wir schon lange gehofft haben: Einfach links ab in den Busch! Ein Stück hinein verläuft dort ein sogenannter farmtrack (da fahren die Bauern von Feld zu Feld). Ist von der Straße nicht zu sehen und - die Straße ist hier nicht zu hören. 

14.5.2012 Port Kenny - Smoky Bay 176 km

Heute morgen haben wir bis 8.00 Uhr geschlafen. Um 10.00 Uhr kommt die Sonne raus. Wir biegen vom Highway ab Richtung Point Labbat zur Seelöwenkolonie. Vorher kommen wir bei Muphys Haystacks vorbei. Das sind kugelförmige Granitfelsen, die in der Landschaft rumliegen. Danach geht es 41 km über ungepflasterte Straße zu den Seelöwen. Vom Aussichtspunkt sehen wir bestimmt 100 Tiere. Männliche, Weibliche und Jungtiere. Wir bleiben eine Stunde und erfreuen uns daran, wie sichtbar wohl sich die Tiere hier fühlen. Ja, das ist etwas anderes als im Zoo eingesperrt. Der Aussichtspunkt ist ca. 50 m hoch über den Klippen. Es gibt also kaum eine Möglichkeit zu den Tieren zu gelangen. Das ist auch gut so, sonst würden bestimmt Einige den Frieden und die Ruhe da unten stören. Danach geht es 51 km weiter nach Streaky Bay. Auf halber Strecke - am Surfers Beach - essen wir zu Mittag. In Streaky Bay entdecken wir einen Dump Point, eine australische Ent- und Versorgungsstation. Es gibt auch einen Wasserschlauch, der sehr lang ist. Nach über 100 km gravel road ist der rote Staub mal wieder überall, Außen wie Innen. Hermann spült schon mal von außen alles ab, während ich das Auto hin und her fahre und wende, damit er auch überall hin kommt. Danach geht es nach Smoky Bay auf den CP. Hier beseitigen wir innen den roten Staub. In jede Ritze und jeden Schrank ist er wieder eingedrungen. Das ist ein ganz schönes Stück Arbeit. Aber danach gibt es eine Dusche und alles ist vergessen. Hermann meint dann: Das ist sowieso alles vergebliche Liebesmüh', ab jetzt sieht die Kiste jeden Tag so aus.

15.5.2012 Smoky Bay - Yalata 274 km

Wir brechen auf nach Ceduna, um unsere Lebensmittel aufzufüllen, zu tanken und uns in der i-site letzte Tips zu holen. In Ceduna ist es sehr schwarz, wie der Australier sagt. Und meint damit, dass es eine Aboriginie-Stadt ist. Alle Abos, die wir sehen, entsprechen dem Klischee: arbeitslos und volltrunken. Und das morgens um 11.00 Uhr. Der junge Mann in der i-site (natürlich ein Weißer) kann uns allerdings kaum was Neues erzählen. Nur, dass die Campgrounds auf der Strecke im Aboriginie-Gebiet liegen und alle nur mit 4WD zu erreichen sind. Er gibt uns den Rat, die nächsten 1200 km immer am Highway zu übernachten. Bis Penong gäbe es noch vereinzelt eine Farm, aber dann beginnt die Öde, die sogenannte Nullarbor, was in Aboriginie so viel heißt, wie "kein Baum". Der Verkehr wird immer dünner, es kommen teilweise stundenlang keine Autos entgegen. Die Roadhouses liegen ca. 300 km auseinander. Man sollte also tunlichst, jedesmal tanken. Wer weiß, ob es beim nächsten auch Treibstoff gibt oder sie gerade auf den Tanklaster warten. Das kann dann dauern. Von Ceduna bis kurz vor Perth ist die läängste 18Loch Golfanlage der Welt. Jedes Roadhaus hat einen Abschlag. Der muss gespielt und vom Roadhouse gestempelt werden. Am Ende bekommt man dann eine Urkunde. Wir haben auf der Hälfte der ganzen Strecke tatsächlich ein Ehepaar mit Wohnmobil getroffen, die mit ihren Golfschlägern gerade im Busch verschwanden - auf der Suche nach dem Abschlag. Die spinnen, die Australier. Kurz hinter dem Yalata Roadhouse fahren wir wieder in den Busch zum Übernachten. Man kann diese Nächte gar nicht beschreiben. Kein Licht weit und breit, kein Laut zu hören. Ein Sternenhimmel der Superlative. Da kommst Du Dir so klein vor. Aber das Gefühl, das ist grandios. Man wird richtig süchtig nach solchen Übernachtungsplätzen. Die gibt es bei uns in Deutschland so nicht. 

16.5.2012 Yalata - Nullarbor 182 km

Wir haben heute Nacht gefroren. Bis Hermann auf die Idee kam, doch einfach unsere Jogging-Anzüge über die Schlafanzüge zu ziehen. Danach wars warm. Heute Morgen wurden wir mit einem traumhaften Sonnenaufgang geweckt. Genau mit dem fertigen Kaffeewasser ging das Gas zu Ende. Angeblich hat das Nullarbor-Roadhouse Gas. Zuerst geht es aber zum Head of Baight zum Wale gucken. Wir haben großes Glück und sehen einen Wal dreimal auftauchen. Da sie das nur alle 10-15 Minuten machen, muss man schon Geduld mitbringen. Aber es lohnt sich. Dafür kann man die Tiere in freier Wildbahn sehen. Jedes Jahr kommen 190 Wale hierher. Sie fliehen vor der Kälte in der Antarktis, um hier ihre Kälber zur Welt zu bringen. Wenn die jungen Wale ein halbes Jahr alt sind, geht es im Oktober wieder zurück. Letztes Jahr sind hier 67 Wale zur Welt gekommen. Danach fahren wir zum Nullarbor Roadhouse. Dort wird für 18$ die 4kg-Gasflasche wieder aufgefüllt. Gott sei Dank, jetzt können wir wieder Kaffee kochen. Am 2. Lookout in der Nullarbor bleiben wir heute Nacht. Dummerweise wohnt hier eine schwarze Krähe, die seit einer Stunde das Dach unserer Blechkiste inspiziert. Im Moment wo wir überlegen, ob wir wegfahren sollen, ist die Inspektion abgeschlossen. Das neue weisse Ding interessiert sie nicht mehr.

17.5.2012 Nullarbor - Cocklebiddy 440 km

Es hat fast die ganze Nacht geregnet. Pling,pling,plong auf das Blechdach. Grrrhhhh! Jedoch hat es den schönen Effekt, dass heute morgen die Ebene richtig grün aussieht. Bis zur Grenze nach Westaustralien halten wir noch an einigen Lookouts an. Leider gibt es von heute keine Fotos - Batterien leer!

Um 12.00Uhr überqueren wir die Grenze. Hier werden die Uhren wieder 55 Minuten zurückgestellt. Es ist jetzt also 11.05Uhr. Das Auto wird wieder untersucht, ob wir Obst und Gemüse im Auto haben. Ist nix da, haben wir alles aufgegessen. Die Beamten schauen sogar in den Kühlschrank. Den Rest Gurkensalat von gestern übersehen sie. Aber eins unserer Gläser Manuka-Honig aus Neuseeland nehmen sie uns ab.(Wollen sie wohl selber haben, denn er landet nicht in der Mülltonne!) Nach Westen sind es ca. 800 km bis zur nächsten Stadt - Norseman - und auch die liegt mitten im Nichts. Wir fahren bis es fast dunkel ist. Wir wollen die Einöde jetzt bald hinter uns lassen. Morgen abend wollen wir in Norseman sein. Da es hier kein Wasser gibt - nur an den Regentanks, und auch nur Literweise - darf man nur in den Roadhouses duschen. Aber Waschen geht ja auch. Trotzdem hoffen wir morgen auf eine Dusche.

18.5.2012 Cocklebiddy - Norseman 395 km

Da wir gestern eine Stunde geschenkt bekommen haben, waren wir früh im Bett und entsprechend früh (7.00 Uhr) heute Morgen wieder wach. Es sind nur 7° und ich mache zuerst das Wasser warm zum Waschen und lasse den Motor an, damit wir später ein bisschen Heizung haben. Es ist sehr lustig, wenn wir ins Bett gehen. Da die Autos hier keine Heizung haben, ziehen wir unsere Schlafanzüge an, dazu ein paar dicke Socken, dann noch unsere Jogging Anzüge und dann drehen wir uns jeder in unsere Bettdecke. Gut, dass wir in Melbourne nach den 2ten Bettdecken gefragt haben. Wir fahren los und nach 75 km kommt wieder eine neue Zeitzone. Also, die Uhren nochmals eine 3/4 Stunde zurück. Jetzt beträgt die Zeitdifferenz nach Deutschland nur noch 6 Stunden. Wir haben aber noch 320 km vor uns und wollen diese Einöde endlich hinter uns bringen. Trotz dieser Ödnis ändert sich das Landschaftsbild ständig. In einem Prospekt heißt es: "Wenn Sie die 1200 km gefahren sind, möchten Sie gleich umdrehen und wieder von vorne anfangen!" So ist es bei uns nicht! 

Wir übernachten in Norseman auf einem Campingplatz im Dreck für 35$. Dafür gibt es Strom und eine eiskalte Dusche. 

19.5.2012 Norseman - Kalgoorlie 207 km

Heute fahren wir nach Kalgoorlie-Boulder um die grosse Goldmine zu besichtigen. Schon wieder Pech. Es ist Samstag und die Besichtigungstouren sind nur von Mo.-Fr. . Wir können aber wenigstens einen Blick von oben vom Lookout mitnehmen. Es ist gewaltig! Jährlich werden hier über 800.000 Unzen Gold geschürft. Wen noch weitere Einzelheiten interessieren, findet sie hier: http//www.superpittour.com

Danach gehen wir noch etwas durch die Stadt. Um 16.00 Uhr fahren wir zu dem freien Übernachtungsplatz der Stadt.

20.5.2012 Kalgoorlie - Merredin 305 km

Heute fahren wir über Southern Cross, Richtung Hyden-Wave Rock. Es gibt jetzt nicht mehr viel zu sehen. Wir fahren nur durch outback, ab und zu unterbrochen von sehr kleinen Orten, die, bis auf einige, wenige Menschen verlassen sind. In Coolgardie, geschätzte 15 Einwohner in 30 Häusern, gibt es ein kleines Freilichtmuseum für alte Land- und Minen-Maschinen und eine Hobby-Werkstatt, in der alte Fahrzeuge aus den Jahren 1910-1920 original restauriert werden. Wir glauben, die beiden Mechaniker sind der gleiche Jahrgang. Daneben gibt es einen kleinen Laden, dessen zahnloser alter Besitzer uns viele Plakate und Blechschilder erklärt. Danach geht es weiter bis kurz vor Merredin. Dort finden wir wieder eine Zufahrt in den Busch und wir haben wieder ein ruhiges Plätzchen für die Nacht.

21.5.2012 Merredin - Wave Rock 194 km

Wir machen uns auf den Weg zum Wave Rock. Den wollten wir uns 2003 schon ansehen, haben es aber damals nicht mehr geschafft. Die Weizenfelder, durch die wir fahren, oeden uns mittlerweile an. Sie sehen ja auch nicht aus wie bei uns, sondern sind so schmutzig grau. Gott sei Dank, sind wir um 14.00 Uhr auf dem CP am Wave Rock. Wir wandern um ihn herum und oben drauf. Danach laufen wir noch zum "gähnenden Flußpferd" (mal sehen, ob Ihr es erkennt)  und abends sind wir wieder am Auto. Eine Dusche, ausruhen, Heizung an - wunderbar. 

22.5.2012 Wave Rock - Sterling Range NP 172 km

Heute geht es Richtung Albany. Wir wollen im Sterling Range Nationalpark übernachten. Ab jetzt ist Ende mit dem Übernachten im Busch, nur noch in den Nationalparks. Beim ersten Halt an einem Salzsee stürzt Hermann und prellt sich die Schulter. Er kann den rechten Arm nicht mehr bewegen. Erst einmal reibe ich ihn mit Salbe ein, dazu gibt's 2 Aspirin und dann warten wir erst einmal eine halbe Stunde ob der Schmerz nachläßt. Er will aber weiterhin selber Auto fahren. Gott sei Dank haben wir ein Automatik-Auto, dann muss er den Arm nicht zu sehr bewegen. Wir erreichen den Zeltplatz im Nationalpark gegen 16.00 Uhr. Hermann legt sich direkt hin und versucht zu schlafen. Er fühlt sich nicht gut. Gegen Abend versuchen wir mit Ibubeta 600 den Schmerz einzudämmen. Als der Ranger des NP kommt, um die Stellplatzgebühr zu kassieren, fällt ihm sofort Hermanns schlechter Zustand auf. Er erkundigt sich, ob er uns irgendwie helfen kann. Evtl. mit Hermann ins Krankenhaus fahren oder eine Ambulanz rufen. Wir verneinen dies alles und sagen ihm, dass wir erst einmal die Nacht abwarten wollen.

23.5.2012 Sterling Range NP - Albany 141 km

Die Nacht war eiskalt, nur 3°. Und keine Heizung, da wir keinen Strom haben. Hermann hatte mitten in der Nacht einen heftigen Schmerz und danach wurde es etwas besser. Heute morgen meint er, es wäre auszuhalten. Da wir so gefroren haben, fassen wir den Entschluß, die letzten Nächte nur noch auf Campingplätzen zu verbringen. Wir brauchen jetzt immer Strom für die Heizung. Wir fahren Richtung Albany und nach ein paar Kilometern verändert sich die Landschaft total. Alles ist wieder grün, Pferde stehen auf saftigen Wiesen. Und dieses Grün tut unseren Augen richtig gut nach all der gelben Trockenheit. Kurz vor Albany besuchen wir eine Sandelholzfarm. Erstens ist es nicht besonders interessant und zweitens riecht weder das daraus hergestellte Parfüm noch die Seife besonders gut. Danach schauen wir uns Albany an, gehen etwas essen und Hermann anschließend zum Friseur. Danach fahren wir auf die andere Seite der Stadt und gehen zum GAP und zur Bridge. Das erste ist ein tiefer Einschnitt in der Granitküste, wo das Wasser mit unendlicher Wucht hereinschlägt. Die Bridge sind Granitfelsen in Form derselben, unter der auch die Wellen hereinschlagen. Ein paar Kilometer zurück finden wir einen CP mit Superaussicht. Und das Beste daran: Wir haben Strom und damit Heizung. Lt. Wettervorhersage soll es ab nächsten Dienstag erst wieder wärmer werden.

24.5.2012 Albany - Peaceful Bay 134 km

Wir fahren über Torbay Richtung Denmark. Der Ort hat nur 1000 Einwohner, aber eine i-site, größer als die in Adelaide. Danach besuchen wir ein Alpaca-Zentrum und für 199$ kaufe ich eine wunderbare Alpaca-Decke. Dann geht's auf der Scenic Route immer an der Küste entlang. Vorbei gehts an den Green Pools und den Elephant Rocks. Heute Nacht möchten wir mal wieder am Meer übernachten. Also biegen wir ab zur Peaceful Bay und finden einen schönen, ruhigen Campingplatz.

25.5.2012 Peaceful Bay - Northcliffe 145 km

Heute geht es weiter Richtung Pemberton. Hermann sagt, er hält die Schmerzen in der Schulter mit den Tabletten einigermaßen aus. So beschließen wir abzuwarten, bis wir wieder zu Hause sind. Dort wollen wir dann ins Krankenhaus gehen und die Schulter untersuchen lassen.

Bei Normalup steigen wir den Karri-Bäumen in die Wipfel. Diese Riesen können bis zu 400 Jahre alt werden und 60 m hoch. Der sogenannte "Tree-Top-Walk" steigt bis auf 40 m Höhe an und ist 600 m lang. So sieht man die Bäume mal von oben nach unten. Die Füße der Riesen sind fast alle hohl, da können wir drin stehen. Nachts schlafen darin die fliegenden Hunde. Danach fahren wir 60 km durch das "Valley of the Giants", ein riesiger Nationalpark, bestehend aus Karri-Wäldern. Alle diese Bäume stehen unter strengstem Artenschutz. In Northcliffe besuchen wir zuerst die i-site und lassen uns Infos über den CP geben. Als wir dort ankommen, sind wir erst enttäuscht. Er sieht nicht besonders einladend aus und liegt mitten im Wald. Als wir zur Anmeldung gehen, begrüßen uns im Vorgarten 4 Kängurus, 2 davon mit Jungen im Beutel. Die Besitzerin erzählt uns, dass morgens um 9.00 Uhr die Kängurus gefüttert werden. Die Tiere sind zahm und lassen sich sogar streicheln. Wegen der Kängurus wollen wir hier bleiben, auch wenn der Platz nicht so schön ist.

26.5.2012 Northcliffe - Pemberton 104 km

Es sind ca. 20 Kängurus. die seit 7.30 Uhr an der Futterstelle warten. Das Ehepaar vom CP hat für jedes einen Namen. Um 9.00 Uhr ist es soweit und je 6 Tiere versammeln sich um einen Napf. Es gibt Haferflocken, Mais und etwas Undefinierbares. Aber es schmeckt scheinbar.

Aufgehalten durch das Känguru Frühstück kommen wir erst um 11 Uhr los. Wir fahren nach Windy Harbor an die Küste. Es gibt eine nagelneue Straße zu 2 Lookouts. Einmal mit Blick auf die Cliffs und einmal der Window-Lookout, wo der Sandstein wie zu einem Fenster erodiert ist, durch das man aufs Meer gucken kann. Danach fahren wir weiter nach Pemberton, wo wir mit einer alten Holztransportbahn eine 2stündige Fahrt durch Karri-Wald mit Yarrah-Bäumen machen. Gestern hat uns die Rangerin erzählt, Karri- (AUS) und Kauri (NZ)-Bäume wären total unterschiedlich. Heute erzählt man uns, es wäre nur eine unterschiedliche Schreibweise für den gleichen Baum. Danach fahren wir zum CP.

27.5.2012 Pemberton - Augusta 128 km

Wir wollen eigentlich Richtung Augusta. Aber schon an der ersten Kreuzung ist die Straße gesperrt. Von 9-12 Uhr findet hier heute eine Stadtrallye statt. Wir schauen uns das natürlich an und trödeln später durch Karri-Wälder und Buschland nach Augusta. Dort finden wir in Flinders-Bay einen wunderschönen Campingplatz.

28.5.2012 Augusta - Dunsborough 134 km

Heute fahren wir den Touristic Drive 250. Gekennzeichnet werden diese Routen durch braune Straßennummern. Aber zuerst besuchen wir Cape Leeuwin mit seinem Leuchtturm. Hier treffen der Indische Ozean und der Pazifik aufeinander. Wir machen noch 2-3 Abstecher an die Küste, gehen in Margaret River ein letztes Mal einkaufen und fahren dann nach Dunsborough auf den CP.

29.5.2012 Dunsborough - Bunbury 128 km

Wir fahren heute morgen 13 km zurück zum Cape Naturaliste. Auch hier gibt es einen Leuchtturm mit Museum. Ist hier leider eine Enttäuschung, nirgendwo kommst Du an die Küste, alles voller Busch. Also fahren wir direkt nach Busselton um den 2 km langen Jetty zu besichtigen. Man kann mit einem kleinen Zug die 2 km bis zu einem Unterwasser-Observatorium am Ende des Stegs fahren. Im Observatorium geht es dann 15 m tief ins Wasser und man kann von dort die Unterwasser-Lebewesen beobachten. Wir beschließen zu Fuß bis ans Ende zu laufen (man muss sich ja mal bewegen). Ach welche Enttäuschung. Ausgerechnet heute ist das Observatorium wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. Macht nichts, war auch so ein sehr schöner Spaziergang. Wir gönnen uns ein Eis und fahren dann weiter die Küste entlang zum nächsten CP. Den finden wir in Bunbury.

30.5.2012 Bunbury - Myalup 51 km

Wetter hervorragend, Gegend wunderschön und viel mehr Menschen und Autos als bisher. Das mag an der Nähe zu Perth liegen. Es sind ja nur noch knapp 200 km dann ist unsere Camperzeit hier zu Ende. Da es nichts Besonderes zu besichtigen gibt (oder haben wir keine Lust mehr?) fahren wir die Old Coast Road immer an der Küste entlang und halten ab und zu an einem schönen Strand. Die Farben des Wassers und die schneeweissen Strände hier an der Westküste begeistern uns immer wieder. Auffallend ist auch, dass die Häuser jetzt mehr und mehr zu gepflegten Anwesen werden. Mit angelegten Auffahrten und teilweise wunderschönen Gärten. An einem sehr schönen Strand abseits der Straße finden wir in Myalup einen kleinen Campingplatz. Der Platz ist nett, aber die Sanitäranlagen ur-uralt. Lustig ist ein Hinweisschild an der Tür zum Sanitärhaus: "Keep Snakes off, close the door".

Alle Fotos gecheckt, es gibt keine von heute. Faules Volk.

31.5.2012 Myalup - Rockingham 122 km

Die ganze Nacht hat es geschüttet. Der Himmel ist heute morgen grau mit blauen Löchern. Es besteht also Hoffnung. Denn es ist trotzdem sehr warm. Es bleibt den ganzen Tag schwül und ab und zu gibt es ein Gewitter. In Rockingham gehen wir auf einen Campingplatz und packen die Koffer. Um 15.00 Uhr ist alles fertig und wir können uns ausruhen. Wir werden diesmal nicht - wie bei den Fahrzeugen vorher - eine gründliche Endreinigung des Fahrzeugs vornehmen. Die Kisten sind, wenn man sie übernimmt, so schmutzig, dass wir den Australiern nicht den Dreck wegmachen.

1.6.2012 Rockingham - Perth 60 km

Aufstehen, frühstücken, Auto auskehren und dann fahren wir los. Erst Richtung Fremantle, das Gepäck im Hotel abgeben und dann nach Perth zu Apollo das Auto abgeben. Alles klappt ohne Probleme. Von Apollo fahren wir mit dem Bus nach Perth und bummeln noch etwas durch die Stadt, bevor wir mit dem Zug nach Fremantle fahren. Vom Bahnhof aus müssen wir, um zum Hotel zu kommen, durch die markets. Hermann will unbedingt noch kleine Stoffkoalas kaufen. Was immer er damit will? Alle Souvenirs hier sind "made in China" und so sehen sie auch aus und fühlen sich an. Um 15.30 Uhr sind wir wieder im Hotel. Das Zimmer ist schön, das Bett superweich. Hermann überlegt, ob er sich ein Holzbrett bestellen soll, damit er das Camping-Feeling nicht verliert. ICH werde das Bett genießen!!!  Es ist 17.00 Uhr, die Glocken klingen, hhmmmm, es ist Happy Hour. Ab in den Pub und hinterher ein Steak essen. Und dann.....

was wohl?

2.6.2012 Fremantle

Unser Hotel "The Esplanade" ist wirklich schön. Mitten in Fremantle, trotzdem ruhig. Wir bummeln heute rum, besuchen einen offenen " market of the past" mit uralten Motorrädern, Kinderwagen der 50er Jahre, essen Scones mit Cream und Jam, trinken abends noch ein Bier und packen die Koffer. Morgen geht es nach Singapur.

3.6.-7.6. 2012 Perth - Singapur - London - zu Hause

Wir stehen früh auf, frühstücken und dann kommt schon der Shuttle zum Flughafen. Um 11.55 Uhr heben wir ab nach Singapur. Dort kommen wir um 17.15 Uhr Ortszeit an und lassen uns direkt zum Gallery Hotel bringen. Wir haben diesmal bewußt ein Hotel an der Riverside ausgesucht. Es ist im Moment Singapurs angesagtestes Viertel mit vielen Restaurants und Bars. Hier ist abends mehr Leben als in der direkten Innenstadt. Heute gehen wir nur noch etwas essen und dann ab ins Bett. In drei Tagen Singapur erholen wir uns, genießen das Verwöhntwerden im Hotel und in den internationalen Restaurants. Wir machen sogar noch einmal eine Bustour durch die Stadt. Es hat sich seit unserem letzten Besuch hier doch sehr viel verändert. Aber wir bleiben dabei, nach NEW YORK ist SINGAPUR die 2tschönste Stadt. Noch ein paar Impressionen - bevor wir in den Flieger nach Hause steigen.

Am 6.6.2012 steigen wir um 23.05 Uhr in den Flieger nach London. Am 7.6.2012 landen wir um 5.40 Uhr in London, steigen um 7.20 Uhr in den Flieger nach Düsseldorf, wo uns unser Freund Hans um 9.40 Uhr in Empfang nimmt.