20.7.2015

Gestern sind wir nach 90 km auf dem Stewart-Highway #37 hier im Boya Lake Park angekommen. Es ist mal wieder ein Provincial Park mit 44 Stellplätzen, direkt am Boya Lake. Wunderschön! Deshalb beschließen wir zwei Tage hierzubleiben. Das Auto muss mal wieder "abgestaubt" werden und wir brauchen eine Pause von der Fahrerei. Leider ist das Wetter ja seit ca. 10 Tagen alles andere als wunderschön. Manchmal bedeckt, manchmal sonnig und ab und zu etwas Regen. Aber immer weit entfernt von den Temperaturen am Anfang. Im Schnitt liegen wir jetzt - alaska-typisch - immer um die 12° bis 16°. Nachts läuft die Heizung. 

Heute ist es bedeckt und im Moment - 13.00 Uhr - nur 13,6 °. Wir wollten eigentlich heute Abend auf dem Holzfeuer grillen. Mal sehen, wenn es trocken ist machen wir das auch. Es wurde natürlich nicht trocken und so haben wir die Pfanne raus geholt.


21.7.2015 

Heute geht es weiter auf dem Hwy #37 bis wir auf die Old-Cassiar-Road stoßen. Wir biegen rechts ab, um eine aufgegebene Siedlung an einer Asbest-Mine zu besichtigen. Auf dem Weg dorthin sehen wir eine "lustige" Wegsperre. Die Grundstückseinfahrten werden ja normalerweise mit Querbalken versperrt, aber hier hängen auch noch einige "Körbchen" am Gatter.

Ein paar Kilometer weiter stoßen wir auf die Überreste der Asbest-Mine. Von wegen hier wird Umweltschutz groß geschrieben. Im Fluss liegen alte, verrostete Fässer und die Häuser läßt man einfach verfallen. Erst 1992 wurde die Förderung der Cassiar-Miene eingestellt und jetzt schon hat sich die Natur ein Großteil zurückgeholt. 

Zurück auf der #37 finden wir nach einigen Kilometern eine wunderschöne Rest Area direkt am Fluss. Man muss 2 km vom Hwy abfahren und kommt dann an diesen malerischen Platz. Wir wollen nicht auf der eigentlichen Rest Area stehen, da man gebeten wird, den Aufenthalt auf 8 Stunden zu begrenzen. So stellen wir uns rechts daneben auf den Parkplatz der Angler. Dort ist es auch viel schöner. Da es andauernd regnet, beschließen wir, hier zu übernachten. Wir wollen morgen nach Telegraph Creek. Dorthin führt über 112 km nur eine Gravelroad und das ist nicht lustig, wenn es regnet.

Es regnet den ganzen Tag. Wir spielen Karten und faulenzen und warten einfach auf eine Wetter-Besserung.


22.7.2015 Telegraph Creek

Heute morgen scheint die Sonne. Es sind zwar ab und zu noch Regenwolken zu sehen, aber hauptsächlich ist es sonnig. Also machen wir uns auf den Weg. Nach 90 km kommt in Dease Lake der Abzweig nach Telegraph Creek. Der Ort war ursprünglich eine Indianer-Ansiedlung. 1860 - 1890 wurde es ein wichtiges Transport- und Kommunikationscenter der Goldsucher. Der Name des Ortes hat seinen Ursprung 1860, als die Firma Collins Overland Telegraph die erste TelegraphenLinie durch die Behring See zwischen Nord-Amerika und Europa bauen wollte. Die Firma Yukon Telegraph fand einen einfacheren Weg und daraufhin gab die Fa. Collins ihr Vorhaben auf. Heute leben nur noch 250 Einwohner permanent in Telegraph Creek, über 60 % davon Indianer. Das Wichtigste an der 112 km langen Strecke ist der 300 m tiefe Canyon des Stikine River, den man ca. ab km 75 sehen kann. Die Straße ist eine reine Gravel-Road. Bei Regen äußerst gefährlich, da rutschig und vor allem sieht man die tiefen Löcher nicht. Wir brauchen fast 5 Stunden um nach Telegraph Creek zu kommen. Dort stellen wir fest, dass fast alle Häuser - bis auf Zwei - aufgegeben wurden. Von wegen 250 Einwohner! Wir wollten hier eigentlich auf dem CP übernachten. Nur gibt es leider überhaupt keine Möglichkeit zu übernachten. Außerdem ziehen schon wieder Regenwolken auf und wir wollen mindestens noch 35 km zurück fahren. Dort kommt eine Holzbrücke, die wegen Bauarbeiten nur mittags zwischen 12.00 und 13.00 Uhr geöffnet ist. Bei der Hinfahrt waren wir genau um 12.50 Uhr an der Brücke. Heute abend ist um 17.00 Uhr Feierabend für die Bauarbeiter und dann ist die Brücke auch offen. Wir kommen um 18.00 Uhr an die Brücke und sie ist offen. Vor und nach der Brücke muß man in Serpentinen herunter zum Fluß fahren und das bei Steigung und Gefälle von 20%. 

Es gab heute wenigstens den Fahrer, der Spaß in den Backen hatte. Mir wurde erklärt, dass ist ein "Jungs-Ding". Solche Straßen wollen alle fahren und finden es auch noch toll. Gegen 19.00 Uhr finden wir auf dem Rückweg bei km 72 einen kleinen Parkplatz am Rande der "Straße". 

Wir wollen hier über Nacht bleiben und morgen die restlichen 72 km - für die wie bestimmt 2-3 Stunden brauchen - unter die Räder nehmen. Unser Dicker braucht dann erst einmal eine Kärcher-Reinigung. Und ja, die Radkappen auf den Bildern sind tatsächlich aus Edelstahl!

23.+ 24.7.2015 Dease Lake und weiter Richtung Meziadin Junction

Es ist zwar trocken heute morgen aber immer noch stark bewölkt. Wir machen uns auf die letzten 72 km Gravelroad bis Dease Lake. Wir fahren eine lange Strecke, wo gestern der Graver gearbeitet hat. D.h. er kratzt den alten Untergrund auf und schiebt gleichzeitig mit diesem Material die Löcher zu und walzt noch hinterher. Das Ergebnis ist eine einigermaßen gerade Straße. Statt- wie gestern - mit 50 km/h braust Hermann heute mit 60-80 km/h darüber. Als wir in Dease Lake ankommen, grinst er mich an und sagt: Das hat Spaß gemacht! Ja,ja, die Jungs!

Wir tanken und erfahren an der Tankstelle, dass es einen Jungen gibt(Kiwi's Car Wash), der auf Anruf zum Autowaschen kommt. Der Tankstellenbesitzer ruft ihn an und tatsächlich kommt er mit einem ATV mit einem kleinen Anhänger und hat vom Kärchergerät bis zu Bürste alles dabei. Er legt los und nach ca. 30 Minuten kann man schon wieder unser Auto erkennen. Nach insgesamt einer Stunde ist er fertig und verlangt "30 Bucks". Das ist doch mal günstig! Keine Arbeit und ein strahlend sauberes Auto. Sogar die Radkappen kann man wieder erkennen. 

Wir machen uns auf den Weg Richtung Meziadin Junction. Nach insgesamt 160 km kommen wir an einer Rest-Area vorbei, wo man direkt am See stehen kann. Leider ist der Platz bereits von einem Dickschiff mit Anhänger besetzt. Egal, wir stellen uns an das andere Ende und übernachten hier. 

Am nächsten Morgen - es hat wieder die halbe Nacht geregnet - fährt das Dickschiff weiter und wir nehmen den Platz in der ersten Reihe ein. 

Es dauert geschlagene 1,5 Stunden bis der Driver erklärt, er wolle jetzt doch lieber hier bleiben. Für einen Tag oder so? Um 10.00 Uhr treffen uns die ersten Sonnenstrahlen. :) :) :) 

Wir holen die Stühle raus und machen Urlaub; d.h. ich mache Urlaub und Hermann gibt den "Läppchen-Kapitän"( Eingeweihte wissen, was ich meine!) . Das Auto ist noch nicht "richtig" sauber. Also muss er noch einmal zu seiner Waschbürste, zahlreichen Schwämmen und Läppchen greifen und eine Hermann-Reinigung vornehmen. Nachdem er so gegen 17.00 Uhr fertig ist, strahlt das Auto (ich glaube, man kann jetzt von ihm essen) und Hermann ist glücklich. Warum holt der Mann eigentlich immer 2 Stühle raus? 

Etwas später steht bei ihm noch etwas "Fußpflege" an. Dafür müssen die Pütterchen aber erst mal gebadet werden. Das macht er im Eimer mit Seewasser. Das Gesicht will ich Euch nicht vorenthalten. Erwähnte ich schon, dass wir an einem See stehen, der von den umstehenden Bergen (Eiswasser) gespeist wird? 

Um 19.00 Uhr gibt es ein Bütterchen mit Alaska-Lachs. Wir haben ja wieder einen halben, frischen Lachs gekauft und diesen portionsweise eingefroren. Gestern gab es Lachs gebraten mit Spagetti. Heute Lachsbütterchen mit Ei. Da der Lachs frisch ist (nicht geräuchert) und besser als Sushi-Qualität, zergeht er, obwohl roh, auf der Zunge. Für einmal Mittagessen haben wir noch, dann muss Nachschub her. Vielleicht in Hyder? 


25.7.2015 Auf dem Weg nach Hyder in Alaska

Es hat wieder die Nacht geregnet. Heute morgen ist es stark bewölkt und nur 6°. War das gut, dass wir gestern "Urlaub" gemacht haben. Heute geht es weiter bis zur Kreuzung Meziadin Junction, wo der Hwy 37A nach Hyder/Alaska abgeht. Hyder ist der südlichste Punkt Alaskas und entweder über den Landweg durch Canada oder per Schiff über den Alaska Marine Hyway zu erreichen. Auf dem Weg entdeckt Trapper Hermann als erstes eine Elchkuh im hohen Gras. Kurz danach versucht Mama Bär den Kindern das Klettern beizubringen. Als das nicht funktioniert, wird gewendet, zurück über die Straße - kurz mal hinstellen um alles zu sehen - und dann wieder den Hügel abwärts. Wir haben heute so ein Glück!

Nach der Kreuzung, auf der 37 A sehen wir zuerst den sehr schönen Bear-Glacier, der direkt in den Fluss mündet. In Stewart angekommen, suchen wir zuerst die Visitor Information auf und lassen uns Info-Material für die nächsten 30 Kilometer Gravelroad geben. Danach können wir nach einer Woche endlich mal wieder ins Internet und unsere mails checken. Mehr geht nicht, da die Verbindung sehr,sehr,sehr langsam ist. 

Auch Handy-Empfang gibt es nicht. 

Dann geht es über die Grenze nach Hyder/Alaska. Die US-Behörden kontrollieren hier nicht - es geht ja eh nicht weiter. In Hyder zerfällt alles, es wohnen wohl auch nur 60 Menschen permanent hier. Nach 9km erreichen wir Fish Creek, wo die Bären sich die fetten Lachse aus dem Fluss holen. In 2 Stunden sehen wir einen Schwarzbär, einen Braunbär, einen Grizzly und noch einen Braunbär. Es ist wirklich toll! Die Behörden haben hier einen sicheren Bordwalk gebaut und außerdem sind ständig 2-3 Ranger unterwegs. Zum Einen damit das Zuschauervolk Ruhe gibt und die Bären nicht stört und zum anderen zum Schutz der Zuschauer. Wenn die Bären ihren Nachwuchs dabei haben, kann es schon mal etwas agressiver werden. Aber das hilft Bären-Abwehrspray. Dies setzen die Ranger dann auch ein. Selbst der Weg zu den Parkplätzen geht nur über einen bärensicheren Bordwald, da die Tiere immer wieder die Straße überqueren. 

Danach fahren wir bis Kilometer 28, von wo wir einen Blick von oben auf den Salmon Glacier haben. Er ist der längste Gletscher in Canada. Denn ab Kilometer 21 auf der Gravelroad befinden wir uns wieder in British Columbia. 

Da wir heute genug gefahren haben und richtig geschafft sind, übernachten wir 3km hinter dem Salmon Glacier auf der Gravelroad/Seitenstreifen. Hier ist ab jetzt eh kein Verkehr mehr. Die letzten Touristen sind um 20.30 Uhr an uns vorbei zu Tal gedüst und die ersten kommen morgen früh hoffentlich erst etwas später. So sollte eine ruhige Nacht gewährleistet sein.

26.7.2015 zurück nach British Columbia und dann südwärts

Es hat wieder heute Nacht geregnet. Morgens stehen wir mitten in den Wolken. Auf den ersten 20 Kilometern zurück nach Hyder beträgt die Sicht max. 100m. Aber durch den schlechten Zustand der Straße müssen wir sowieso langsam fahren. In Hyder halten wir nochmal fest, wie man Fahrzeuge und Wohnwagen in Häuser verbaut. Dann gehts über die Grenze Alaska nach Canada. Tatsächlich mit Passkontrolle und der wichtigen Frage, ob wir Waffen an Bord hätten und was wir in Hyder gekauft hätten. (Da gab es gar nichts zu kaufen!!!!) Danach die 3km bis Stewart und dann endlich ins Internet. Nur leider reicht das Datenvolumen nicht aus, um Fotos zu übertragen. So bleiben die letzten 8 Tage erst einmal ohne Fotos. Aber das holen wir so schnell wie möglich nach. Zurück geht's Richtung #37 und an der Kreuzung Meziadin gibt es gleich einen tollen Provincial Park. Wir übernachten dort wieder direkt am See. Als wir am nächsten Morgen losfahren, fällt uns unterwegs ein, dass wir überhaupt kein Foto vom Stellplatz gemacht haben. 


27.7.2015 Kurz hinter dem Übernachtungsplatz biegen wir ab zu einer "Fish Ladder". Das ist eine Vorrichtung am Nass Fluss , wo die Lachse 

5 x täglich gezählt werden, die den Fluss hinauf wandern zu den Laichplätzen. Eine Rangerin erzählt uns, dass erst in den letzten beiden Tagen die Wassertemperatur so zurück gegangen ist, dass die Fische die Kraft haben, um über die kleinen Wasserfälle zu springen. Vor 3 Tagen waren es täglich nur um die 1000 Lachse, heute sind es ca. 6000 Fische. Sie rät uns aber, noch ein Stück den Wald hinein zu laufen, bis zu einer größeren Stufe im Fluss, wo die Fische ca. 3m hoch springen müssen und nur die Indianer das Recht haben, sie dort zu käschern. Der Indianer hält den Käscher einfach ins Wasser und hat bis zu 3 Fische im Netz. Wir schauen ca. 1 Stunden den Fischen beim Springen zu und dem Indianer beim Fang. In dieser Zeit holt er gut 30-40 Fische aus dem Wasser. Er erklärt uns, dass die Leute von seiner Community später kommen um die Lachse zu holen. Dann werden sie geräuchert und für den Winter eingelagert oder verkauft. 

 

Als wir wieder auf der Hauptstraße sind, sichtet Hermann nach kurzer Zeit einen großen Braunbären am Straßenrand. Der Bär bleibt ruhig, so dass uns ein paar wirklich schöne Fotos von ihm gelingen. Jetzt sind hier die Himbeeren reif und da sind die Tiere ganz scharf drauf. 

Seit gestern verlieren die ersten Bäume schon wieder die Blätter. In ca. 5 Wochen kann es hier oben schon wieder den ersten Schnee geben. 

 

Wir besuchen noch eine Indianer Community, die bekannt ist, für die größte Ansammlung von Totempfählen hier in diesem Gebiet. Wir kommen nicht umhin, einmal ein Haus der Bewohner zu fotografieren. So unsauber sieht der ganze Ort aus. Leider!

Danach geht es weiter Richtung Hwy #16, dem sogenannten Yellowhead-Highway. Da wir nicht mit der Fähre fahren wollen, nehmen wir den Landweg nach Vancouver über Prince George. Die Landschaft ist wie immer wunderschön, aber zu gucken gibt es ansonsten nicht viel. Also ein reiner Fahrtag.

28.-30.7.2015

Diese Tage bestehen aus "Kilometer machen". Bis auf einen Abstecher nach Fort St. James, einem original wieder aufgebauten Handelsposten der Hudson Bay Company, gibt es außer sich verändernder Landschaft nicht viel zu sehen. Zuerst fällt auf, dass die Berge immer mehr verschwinden. Das Land wird flacher, die Seen nehmen zu und es gibt wieder viel Farmland. Je weiter wir Richtung Süden kommen, desto wärmer wird es auch wieder. Bestanden doch die letzten 10 Tage fast nur aus Regen, haben wir jetzt wieder angenehme 24° und viel Sonne. Am 30. abends haben wir Prince George erreicht. Es ist ein etwas größerer Ort, so dass es auch wieder einen Walmart Supershop gibt. Dieser Supermarkt wird von allen WoMo-Fahrern gerne angesteuert. Zum Einen kann man auf dem Parkplatz kostenlos übernachten und zum Anderen gibt es meistens Internet. Wir kaufen mal wieder ein und stellen fest, dass Canada ein s..teures Pflaster ist. Ein Brot kostet im Schnitt zwischen 3-5 Can$, ein Dutzend Eier ebenfalls zwischen 3 und 5 $. Käse ist kaum bezahlbar. Ich meine den richtigen Käse = Camembert, Schimmelkäse, Brie etc. Kleb-Scheiben-Käse gibt es kiloweise für 10$. Und der schmeckt bäh! 

Von hier aus geht es ab morgen weiter über den Hwy 97 Richtung Barkerville.

31.7.+1.8.2015

Wir erreichen mittags Hixon und fahren ein Motel mit einem angeschlossenen Campground an, der Waschmaschinen hat. Wir fragen die Besitzerin, ob wir die Laundry nutzen können und erhalten zur Antwort: Absolutely! (Die drücken sich hier aus, das ist etwas gewöhnungsbdürftig. Egal, sie sind immer super-freundlich) Ich werde noch gefragt, ob ich Geld gewechselt haben möchte, da die Waschmaschine nur 1$Stücke nimmt und der Trockner 25Cent-Stücke, aber davon bitte 8 Stück = 2 $.  Es gibt supermoderne Waschmaschinen wie bei uns, eine Ladung kostet 5$. 

Wir ziehen die Bettwäsche ab und erledigen gleich noch eine weitere Maschine mit T-Shirts etc. Während ich noch im Waschsalon sitze und den Trockner mit 25Cent-Münzen füttere - mit einer Münze läuft er ca. 7 Minuten und dann muss man die nächste einwerfen - trifft Hermann draußen zwei junge Männer mit ihren Fahrrädern. Sie erzählen, dass sie ihr Studium fertig haben und jetzt mit den Rädern von München aus nach Rio de Janeiro wollen. Sie planen pro Tag 15 € pro Mann ein. Sie werden von der Erdinger Brauerei ein bisschen gesponsert, aber der Rest wird vom Ersparten finanziert. Sie haben einen eigenen Blog "www.TRIO FOR RIO.com" und sind auch mit einer facebook Seite zu erreichen: facebook.com/trioforrio

Wenn Ihr Lust habt, schaut mal bei ihnen rein und gebt ihnen einen Daumen nach oben! Wenn wir sie das nächste Mal treffen - sie fahren bis Vancouver die gleiche Strecke wie wir - machen wir ein Foto.

Danach geht es auf schnellstem Wege nach Barkerville. Einer historischen Goldgräber-Stadt, die entweder restauriert oder original wieder aufgebaut wurde. Teilweise sind die Gebäude aus anderen Teilen Canadas angefahren und wieder aufgebaut worden. Wir übernachten auf dem privaten Campground Government Hill und fahren am Morgen die 200 m zum Parkplatz von Barkerville. Der Ort besteht aus 120 Gebäuden. Es werden Postkutschenfahrten angeboten, man kann Gold waschen, im Restaurant essen, die Schule besuchen etc. Wir laufen auch auf den Berg und schauen auf den Ort hinunter. Dieser Berg wurde zum Gold waschen abgetragen. Mit großen Wasserspritzen wurde das gesamte Geröll herausgespült und dann über ein kompliziertes Rinnensystem das Gold herausgewaschen. Nachmittags schließen wir unseren Rundgang ab und sind eigentlich komplett erledigt. Aber - damit Ihr wieder was zu lesen habt - fahren wir noch 90km bis Quesnel. Hier gibt es einen Walmart mit den genannten Vorzügen!

2.-3.8.2015

Von Quesnel aus fahren wir über die 97 weiter bis zum Green Lake Provincial Park. Hier gibt es 51 Stellplätze, jedoch sind alle bis auf den letzten Platz belegt, wie wir der Reservierungstafel an der Einfahrt entnehmen können. Wir wollen uns aber den Platz wenigstens mal anschauen und fahren trotzdem rein. Er liegt nämlich wunderschön, wie der Name schon sagt, direkt an einem riesengroßen See. Beim Durchfahren fallen uns zwei Plätze auf, die frei sind, wo jedoch noch "Belegt"-Zettel am Post hängen. Ein Canadier kommt auf uns zu und erklärt uns, dass diese Leute morgens schon abgereist seien und die Plätze daher frei. Wir belegen einen davon und richten uns gemütlich ein. Stühlchen raus und Sonne genießen. Wir haben, wie gesagt, seit 2 Tagen ständig über 35°. Ein paar Augenblicke später kommt eine Dame auf uns zu und erklärt uns, dass ihre Tochter auf diesem Platz gestanden hätte und dieser bereits bis morgen bezahlt sei. Der Parkranger dürfte uns also nicht noch einmal bezahlen lassen. Wenn er käme und würde Schwierigkeiten machen, sollten wir ihn zu ihr schicken. Als der Ranger gegen Abend kommt, möchte er natürlich kassieren. Sofort kommt die Dame mit all ihren Quittungen angelaufen und erklärt ihm den Sachverhalt. Er zieht dann wieder ohne Geld ab. Wir bieten ihr an, den Platz dann wenigstens an sie zu bezahlen, aber das möchte sie nicht. Wir sollten uns wohlfühlen und das wäre doch alles kein Problem. Wir sagen daher hier nochmals vielen Dank! 

3.8.2015

Die Landschaft hat sich hier total verändert. Wir fahren jetzt durch ehemaliges Goldsucherland, heute wird hier hauptsächlich Viehzucht betrieben. Die Weiden sind offen und ständig verläuft quer über die Straße ein sogenannter Kettelguard. Und es gibt Warnschilder, die auf freilaufendes Vieh hinweisen. Die Straße führt tatsächlich durch einige der größten Ranches Canadas, Die größte ist die Hatt S-Ranch mit 1.000.000 Acres. Kurz drauf haben wir den Fraser River erreicht, der sich hier einen riesigen Canyon gegraben hat. Allein die Felsformationen sind eine Schau für sich. Wo nicht künstlich bewässert wird, sieht das Land aus wie Prärie. Und dazwischen gibt es knallgrüne Flecken, wo allerdings ständig die Bewässerung läuft. Die Straßenführung entlang der Canyonwände ist abenteuerlich und sieht toll aus. 

Gegen Mittag erreichen wir Lillooet und da es mittlerweile 39° sind suchen wir den Campground des örtlichen Stromanbieters auf. Dieser befindet sich am Seton Lake und wird kostenlos zur Verfügung gestellt. Wir genießen die Ruhe und legen uns in den Schatten. Gegenüber steht ein 5th-Wheeler aus Montana. Allerdings hat er eine deutsche Flagge aufgeklebt. Wir kommen ins Gespräch und in sekundenschnelle haben wir heraus, dass es Deutsche sind. Sie erzählen uns, dass sie seit 16 Jahren jedes Jahr für 3 Monate nach Canada oder USA kommen. Ihr Gefährt wird also 9 Monate eingelagert, bis im nächsten Jahr die Reise wieder losgeht. Sie heißen Helga und Edwin und sind ungefähr in unserem Alter. Sie verkaufen ihr Auto und den Hänger am 10.8. in Montana und verbringen die letzten Tage hier mit Putz- und Aufräumarbeiten. Es stellt sich ebenfalls heraus, dass sie viele Sachen zu verkaufen haben. Abends sind wir um einen Sonnenschirm (für die Zeit auf der Baja California), einen Rolltisch (für immer), einen Gasgrill (für die Zeit hier in den Staaten - muss in Baltimore wieder verkauft werden. Er ist von Coleman und diese Gaskartuschen gibt es bei uns in Deutschland nicht) und eine 2stufige Trittleiter (für immer) reicher. Es werden harte Verhandlungen geführt und schlußendlich einige ich mich mit Edwin auf 50$ und beide sind wir zufrieden.

Wir erzählen bis abends gegenseitig unsere Reiseerlebnisse. Es ist ein heißer, aber sehr vergnüglicher Tag. Wir bleiben hier noch bis morgen und dann gehts weiter Richtung Whistler. 


5.8.2015 Whistler und Umgebung

Heute durchfahren wir das Skigebiet Whistler und Umgebung. Hierher kommen die Einwohner von Vancouver und Seattle das ganze Jahr zum Skilaufen. Whistler ist so schön oder so hässlich wie jede Skilauf-Touristenhochburg. Alle umgebenden Hänge sind entweder mit Hotels oder Wohnhäusern "voll-gepflastert". Von Natur kann hier keine Rede mehr sein. Also fahren wir so schnell hindurch wie es der massenhafte Verkehr zuläßt. Es gibt kaum noch National Parks. Man merkt, dass wir uns Vancouver nähern. Gegen Abend finden wir noch einen Platz auf dem Niarn Falls Park. Er ist riesengroß und 80% der Plätze sind reserviert. Es ist halt Hochsaison. Wir laufen die 1,5 km bis zu den Falls. Es ist ein wunderschöner Waldweg, der immer am Fluß entlang führt. Die Fälle sind nicht spektakulär, aber der Spaziergang hat sich gelohnt. 

6.8.2015 

Wir beschließen Vancouver Stadt zu meiden. Es ist so voll unterwegs und wir denken, dass die meisten Kanadier die Stadt und nähere Umgebung als Urlaubsziel nutzen werden. Wir wollen also direkt nach Horseshoe Bay, nordwestlich von Vancouver. Von dort legen die Fähren nach Vancouver Island ab. Unterwegs besichtigen wir noch die Shannon-Falls. Auch nichts Besonders, ab sie werden sicher erwähnt, damit die vielen Touristen was zu gucken haben. Bei Squamish kommt bereits ein Fjord herein. Hier ist die Hochburg der Kitesurfer und an den umliegenden steilen Feldwänden tummeln sich hunderte von Kletterern. Der naheliegende Campground ist daher auch nur für Zelte geeignet und wie wir festgestellt haben, total überbelegt. Aber das macht den Sportlern nichts, denn wir trafen nur auf fröhliche junge Leute. Einige waren ganz schön verletzt. Wir fragten zwei junge Pärchen nach dem Weg zu den Falls. Der wurde uns sehr nett erklärt, aber ich konnte immer nur auf die Ellbogen und Knie einer der jungen Frauen schauen. Wenn ich so verletzt gewesen wäre, hätte ich sicher nach einem Arzt geschrien. Aber die Mädels? Binden die Haare zusammen und beginnen mit dem Aufstieg!!!

Da es mittlerweile 38° sind, finden wir am Meer noch einen Provincial Park in Porteau Cove. Der Park liegt direkt an der Eisenbahntrasse. Trotzdem ist er voll belegt. Netterweise erklärt uns der Ranger, dass sie einen "Overflow-Parkplatz" hätten. Also wenn alles überfüllt ist, dürfen Wohnmobile für 35$ die Nacht auf dem Parkplatz an der Bootsrampe verbringen. Wer nicht zahlt wird um 7 Uhr abends weggeschickt. Mit uns stehen noch 2 Wohnmobile dort. Es sind Mietmobile, mit deutschen Familien besetzt. 

Bis spät abends lassen die Urlauber ihre Boote ins Wasser und holen sie anschließend wieder heraus. Hier ist keine Möglichkeit Boote an einer Booje festzumachen oder an Stegen. Also rein ins Wasser, etwas fahren und wieder raus auf den Trailer. Da in der Bucht drei Schiffswracks liegen, gibt es auch einige Taucher hier. Wir genießen den Nachmittag am Wasser und haben - trotz allem - eine ruhige Nacht. 

7.8.2015 

Erst einmal recht herzlichen Dank für die vielen, lieben Geburtstagsgrüße! Entweder mündlich, schriftlich oder per whatsapp. Es tut mir sehr leid, dass Ihr im Rheinland schwitzen müßt. Bei uns ist es sehr durchwachsen! Mal ein ganzer Tag Dauerregen, danach wieder Sonne pur bis 30°. Allerdings haben wir den Vorteil, dass es Nachts nie wärmer ist als max. 12°. Und...

NEIN - ich fühle mich nicht älter. Okay, das Knie tut ein bisschen weh und einiges ist schon in Falten gelegt. Aber sonst? Im Kopf bin ich ja - Gott sei Dank - immer noch 25! Nach einem ausgedehnten Geburtstagsfrühstück machen wir uns auf den Weg nach Horseshoe Bay. Auf der 2spurigen Küstenstrasse herrscht reger Verkehr. Bereits weit vorher beginnen schon die Wegweiser zu den Fähren. Die Fähre nach Vancouver Island fährt 10x am Tag. Als wir die Warteschlangen sehen, rechnen wir mit mindestens einem Tag Wartezeit. Aber - man muss auch Glück haben. Es wollen nur wenige Wohnmobile mit und daher ist unsere Spur ziemlich leer und wir können weit vorrutschen. Die PKW-Spuren dagegen sind rappelvoll. Da immer erst eine bestimmte Menge "Großfahrzeuge" wie LKW, Wohnmobile und PKW mit Booten geladen werden, sind wir bereits eine Stunde später auf der Fähre. Sie braucht 1 1/2 Stunden bis Vancouver Island. Auf der Fähre hat uns jemand erzählt, dass man am besten direkt den Norden ansteuert. Der Süden ist nämlich das Hauptziel der Urlauber. Wir kommen in Nanaimo an und machen uns auf den Weg Richtung Port Hardy. Zuerst durchfahren wir Touristen-Hochburgen wie Parksville und Qualium Beach. Es wimmelt nur so von Vergnügungsparks (es gibt Wasserspringbrunnen mit blauem Wasser - quietschblau wie Kaugummi!) und Casinos und Adventure-Anbietern mit schreiend bunten Plakaten. Weiter nördlich läßt das allerdings nach und man fährt wieder durch dünn besiedelte Gebiete. Aus unserem Reiseführer wissen wir, dass 80% der Bewohner der Insel im Süden rings um Victoria und Sidney leben. Dort ist das Wetter am wärmsten und am beständigsten. Allerdings ist es dieses Jahr überall warm und trocken. Die gesamte Insel ist - wie zuvor schon das Festland - mit einem Fire-Bann belegt. D.h., die geliebten Pits auf den Stellplätzen für offene Holzfeuer sind absolut verboten. Auch auf Privatgrund darf kein offenes Feuer entzündet werden. Es geht hier sogar so weit, dass der Verbrauch von Wasser zum Garten sprengen oder Auto waschen verboten ist. In der Gegend von Comox finden wir wieder einen Provincial Park. Leider finden wir ihn nur auf der Karte und auch unser Tomtom kennt ihn nicht. Dann kommen wir auf die Idee und geben nur Kin Beach ein. Und siehe da: Tomtom kennt das. Allerdings liegt er weitab vom Hwy 19a - entgegen der Beschreibung der Karte. Wir fahren also rechts ab in den Busch und fahren und fahren - nach 8 km sind wir sicher, dass wir total falsch sind. Aber Tomtom behauptet auf einmal, dass wir nach 600 m das Ziel auf der linken Seite hätten. Da wir durch Bebauung mit Einfamilienhäusern fahren, glauben wir das nicht. Wir fragen eine ältere Dame, die gerade mit ihrem Hund Gassi gehen will, ob wir hier richtig wären. Und ja, wir sollten immer weiter der Straße folgen. Es sind dann nicht nur 600 m aber wir finden dann tatsächlich die Einfahrt zum Kin Beach Provincial Park. Nur Einheimische von der Insel stehen hier. Da nirgends ein Hinweisschild an der Straße war, ist dieser Platz nur schwer zu finden. Wir haben es geschafft und sind glücklich. Schnell die Markise raus - es ist ja heute ganz schön warm - und wir lassen uns mit Blick aufs Festland auf unseren Stühlen nieder.

8.8.2015 

Pause bis Sonntag. Wir bleiben noch 2 Tage hier. Wir wollen den Wochenend-Verkehr hier einfach aussitzen. 

Samstag regnet es immer mal wieder, aber es schaut auch ab und zu die Sonne raus. Wir grillen (auf dem neuen Grill) und lassen es uns gut gehen. Anschließend noch ein langer Spaziergang am Strand. 


10.8.2015 Weiter nordwärts Richtung Campbell River

Henry hat uns gesagt, dass wir unbedingt noch ein bisschen weiter Richtung Campbell River fahren müßten. Dort gibt es das größte Lachsvorkommen auf der Insel. Es sind nur 100 km bis dorthin und tatsächlich stehen die Angler in Reihe im Fluss und angeln. Wir schauen eine halbe Stunde zu und tatsächlich fängt ein Angler in dieser Zeit 5 Fische. Einer hat zwei an der Angel aber verliert sie wieder. Der muss noch üben!!! Genau gegenüber gibt es einen sehr schönen Provincial Park mit schattigen Plätzen. Gott sei Dank ergattern wir noch einen. Es ist tatsächlich merklich voller als auf dem Festland und weiter nördlich. Heute sind es 34°, da ist ein früher Feierabend für den Fahrer angesagt. 


11.8.2015 zurück nach Parksville und westlich nach Tofino

Wir wollen den Nationalpark auf der Westseite der Insel besuchen. Bis dorthin sind es 300 km. Wir teilen es auf. Es ist heute wieder sehr warm (etwas wärmer als gestern) und wir wollen bei Port Alberni den Wald der Mammutbäume besichtigen. Schön im Schatten - da läßt es sich aushalten. Am frühen Nachmittag erreichen wir wieder den Provincialpark Sproat Lake kurz hinter Port Albani. Er hat 59 Plätze, aber alle sind belegt. Eine Rangerin zeigt uns jedoch einen Overflow-Parkplatz. Wir freuen uns, dass wir nun doch nicht weiter fahren müssen und lassen uns nieder. Nicht so schön wie gestern, "but not so bad". Außerdem gibt es  einen kleinen Badestrand am See und daher auch eine Duschmöglichkeit. Sogar mit warmem Wasser. Das nutzen wir gleich mal aus. Heute grillen wir unsere Yak-Steaks. 


Für Alle, die selbst einmal mit dem WoMo hierher kommen wollen, erklären wir jetzt einmal, wie das mit den Provincialparks geht. In jeder Visitor Information gibt es spezielle Provinzkarten, auf denen alle Provincialparks eingetragen sind. Man kann ihnen auch Informationen über die Anzahl der Stellplätze entnehmen und von welchem Hwy aus der Park zu erreichen ist. Im Gegensatz zu den privaten Campgrounds oder RV-Parks, die alle mit Strom-, Wasser-, Abwasser- und Antennenanschluß sowie Dusch- und Toilettenhäusern versehen sind, gibt es das auf den staatlichen Plätzen nicht. Hier gibt es einen Firepit (einen Eisenring, in dem man ein offenes Feuer anzünden darf, mit Grillrost) eine Picknick-Ecke und Platz für sein Wohnmobil oder Zelt. An den Wegen stehen kleine Toilettenhäuschen und Wasserhähne. Allerdings nicht für große Mengen Wasser, sondern nur für Kaffee. Die privaten Plätze sind fast immer direkt an der Hauptstraße (damit die Gäste sofort zu Tim Hortons, Pizzahut oder Subway laufen können) und kosten zwischen 35 und 55$. Die staatlichen Plätze sind meistens mitten im Wald, an einem Fluß oder See. In Alaska haben wir durchgehend 12US$ pro Nacht bezahlt. Je weiter wir nach Süden kommen, desto teurer werden auch diese Plätze. Wir sind mittlerweile bei 22 CAN$. Aber die privaten liegen hier bei 60-70$. Jetzt fragt ihr Euch, wie das mit dem Wasser und dem Entsorgen geht? Kein Problem, das haben wir schon in Alaska rausgefunden. An fast jeder Visitor Information bekommen RV-Fahrer Trinkwasser für ihre Tanks. Entweder gibt es dort oder an einer nahegelegenen Tankstelle auch eine Dumpstation. Man muss nur fragen. Ungefragt kommen die mit solchen Infos nicht über den Tisch. Aber das kennen wir ja schon. War in Australien und Neuseeland nicht anders. 


Übrigens: YAK-Fleisch schmeckt wie Rind, nur etwas strenger. Angeblich ist es auch gesünder. Aber ehrlich: Ich habe keinen Unterschied - ausser dem doppelten Preis - festgestellt!


12.8.2015 

Richtung Tofino und Ucluelet auf der Westseite von Vancouver Island. Die Straße ist sehr kurvig und schmal und teilweise von Felswänden gesäumt. Hin geht es auf der "guten" Seite, d.h. ohne Felswände; aber zurück wird Hermann ganz schön aufmerksam und vorsichtig fahren müssen. Aber das tut er ja eh immer. Für die knapp 100 km brauchen wir über 2 Stunden. Erstens sind teilweis nur 50 km/h erlaubt und dann gibt es unterwegs auch noch drei Straßenbaustellen, an denen es im Wechsel nur einspurig vorbei geht. Aber am frühen Nachmittag erreichen wir den Regenwald-Trail im Pacific Rim Nationalpark. Endlich kommen unsere Jahrespässe mal wieder zum Einsatz. Bei den drei großen Nationalparks Banff, Jasper und hier haben sie sich jetzt schon gelohnt. Bei alleiniger Durchfahrt Banff und Jasper wären die Einzel-Eintritte günstiger gewesen. 

Der Trail ist beidseits der Straße und überall hängen wieder Warnschilder wegen der Feuergefahr und natürlich herrscht überall absolutes Rauchverbot; bei Zuwiderhandlung droht eine Strafe bis zu 10.000 $. Das hält einige Raucher leider trotzdem nicht ab. Aber die kommen noch nicht einmal zum ersten Zug da schreien alle drumherum - einschl. der Ranger - schon los. Da ist nichts mehr mit freundlich.

Der Spaziergang ist wunderschön und die "umgestürzten Riesen" sind am eindruckvollsten mit ihren mannshohen Wurzeln.

Danach fahren wir weiter Richtung Tofino - dem nördlichsten Punkt im Pacific Rim, den man mit dem Auto erreichen kann. Ab hier geht es ansonsten nur noch per Kanu oder Flugzeug weiter. 

Zwischendurch machen wir ein paar Stops bei den wirklich schönen Stränden. Und man kann sogar mit den Füßen ins Wasser.

Tofino ist enttäuschend - für uns! Es besteht nur aus Restaurants, Hotels und Veranstaltungsbüros für Whale Watching-Touren oder Angelausflügen. Also einmal durch und schnell wieder gedreht. An einen freien Campingplatz brauchen wir nicht einmal zu denken, so überlaufen ist es hier. Allerdings ist uns bei der Herfahrt - an der Kreuzung Port Alberni/Ucluelet ein Surf-Camp aufgefallen, die Camper auf ihrem Grundstück übernachten lassen. Das machen wir auch und dürfen - zumindestens akustisch - am fröhlichen Hippie-Surfer-Leben der anwesenden jungen Leute bis morgens um 4 Uhr teilhaben. 


13.8.2015

Heute geht es südwärts Richtung Ucluelet. Das ist mal ein richtig schöner Ort, der nicht so überlaufen ist und viel Natur zu bieten hat. Wir beschließen den Loop rund um den Leuchtturm zu laufen. Es sind 5,5 km auf einem herrlich-angelegten Küstenweg, immer mit Blick auf die Klippen. Der Weg zurück geht dann mitten durch den Regenwald. Herrlich!!!!

Nachmittags fahren wir zurück Richtung Port Alberni. Wir legen noch einen "Duschstop" am Sproat Lake ein und fahren danach nach Port Alberni zum Einkaufen. 


14.8.2015 süd-westwärts nach Port Renfrew

Wir müssen zurück auf den Hwy 1 Richtung Viktoria. Wir wollen allerdings noch bis mindestens Montag auf der Insel bleiben und Hermann beschließt, dass wir quer rüber nach Port Renfrew fahren - sofern die Straßen dorthin alphaltiert sind. In Ladysmith in der Touristen-Info erfahren wir, dass alle Straßen asphaltiert sind, es jedoch südlich von Port Renfrew ein sehr großes Feuer gibt, dass noch nicht unter Kontrolle ist und daher der Rückweg an der Küstenstraße entlang - zumindest bisher - noch gesperrt ist. Notfalls müssen wir dann den gleichen Weg zurück. Wir biegen bei Duncan ab auf die #18 und wollen dort auf dem 1. Provincial Park Cowichan River übernachten. Bereits einige Kilometer davor ist die Sicht schon erheblich eingeschränkt durch die Rauchwolken, die immer dichter werden. Dabei sind wir noch mindestens 60 km von der Westküste entfernt. Mal sehen, was die Ranger morgen sagen. Ob man fahren kann oder besser nicht.


15.8.2015 

Die Nacht war sehr unruhig. Da ein Bär auf dem Platz war hat man fast die ganze Nacht die Schreckschüsse der Ranger gehört. Und die Zeltcamper waren auch sehr unruhig; ständig wurden irgendwo Autotüren geknallt. Die haben mit Sicherheit Deckung in den Fahrzeugen gesucht. Das hätten wir auch getan! Eine Begegnung mit einem Schwarzbären ist sicher nicht lustig, so niedlich sie auch aussehen.

Wir fahren weiter Richtung Honeymoon-Bay, dort soll ein sehr schöner Provinzpark direkt am See liegen. In Lake Cowichan finden wir eine Touristeninfo mit neuesten Infos zum Feuer. Das Feuer ist nicht an der Küste, sondern entlang der Verbindungsstraße von hier nach Port Renfrew auf mindestens 30 km Länge ausgebrochen und immer noch nicht unter Kontrolle. Daher ist eine Weiterfahrt in Richtung Westküste untersagt. Wir müssen also wohl oder übel umkehren und dann Richtung Victoria und Sooke über die #14 Richtung Port Renfrew fahren. Unterwegs finden wir eine Mobil-Station, wo ein Ölwechsel ohne Wartezeiten sofort erledigt wird. Schnell ist Hermann mit unserem Dicken in der Halle. Die Monteure erklären ihm, dass sie so ein Auto nicht kennen und daher keinen Ölfilter für uns haben. Ja, aber wir haben on Deutschland welche mitgebracht. Also steht einem Ölwechsel nichts mehr im Wege und nach 15 Minuten ist alles erledigt. Und das Ganze für 122 $. Das sind umgerechnet knapp 80 €, für 7l Öl und Arbeit. Das gibt's bei uns nicht dafür.

In  der Touristeninfo in Sooke holen wir uns nähere Informationen über die Fähre von Victoria/Vancouver Island nach Port Angeles/Washington.

Sie fährt 4x täglich und benötigt ca. 2 Stunden. Wann wir mit können, erfahren wir dann am Montag in Victoria.

Erst einmal ist Samstag und da müssen wir uns frühzeitig um einen Übernachtungsplatz kümmern. Die Strecke entlang der Westküste geht jetzt immer durch Regenwald oder direkt am Wasser entlang. Ein bisschen erinnert uns das an Neuseeland. Aber hier ist es natürlich wärmer. 

Beim ersten Provincialpark ist bereits alles voll belegt. Aber es gibt ja noch zwei. Ein Ranger teilt uns mit, dass 12 km weiter ein Platz direkt am Wasser ist. Dort können 25 Fahrzeuge stehen und es kann nicht reserviert werden. Es geht nach dem Motto "first come, first seen". OK, das gibt uns eine echte Chance. Als wir den Platz erreichen, sind tatsächlich noch einige Stellplätze frei. Wir suchen uns einen direkt am Meer und setzen uns bis abends in die Sonne. Als die untergeht, grillen wir unseren letzten Lachs und danach noch ein Paar Steaks, dazu gibt's Salat. Ein frisches Baquette dazu wäre köstlich. Aber das kann man sich hier aus dem Kopf schlagen - im wahrsten Sinne des Wortes. Sie verkaufen hier in einigen Supermärkten zwar ein sogenanntes "Baquette", aber entweder sind die steinhart oder schwammig-weich. Wie auch immer - ungenießbar!

16.8.2015

Wir bleiben heute noch hier und befassen uns mit: Auto sauber machen, Wäsche sortieren (vielleicht kann ich morgen in Sooke noch einen Laundromat ausfindig machen) und relaxen. Hermann trägt noch ein paar statistische Daten zusammen, damit wir Euch eine Zusammenfassung unserer ersten 97 Tage in Canada und Alaska geben können.


Fazit:

97 Reisetage

1 Hotelübernachtung

42 Nächte auf Campingplätzen oder in Provincialparks

54 Nächte haben wir "frei" gestanden; an wunderschönen Lakes, mitten in der Natur etc.

18.022 km sind wir (hähä, Hermann natürlich) gefahren; davon waren ca. 1.000 km Schotterstraße und

3.194 Liter Diesel haben wir dafür verbraucht

und fünf mal wurde der Dicke gewaschen.


In der neuen Woche geht es per Fähre in die USA! Welche Eindrücke oder Abenteuer uns da erwarten?