12.7.2015

Weiter geht's Richtung Haines Junction. Die Straßenkreuzung, wo man entweder wieder Richtung Whitehorse fährt oder den Weg nach Haines wählt, dem westlichsten Ort von Alaska. Aber dort sind wir noch lange nicht. Erst einmal geht es bei strömendem Regen und noch schlechterer Straße als gestern - allein 30 km sind loser Gravel der schlimmsten Sorte - Richtung Kluane Nationalpark. Dieser Park ist die Fortsetzung des Wrangell-St. Elias-Parks (Alaska) auf kanadischer Seite. Links der Straße reiht sich ein Gletscher an den Anderen. Leider - wir sehen nur Wolken. Wir machen ein Foto der Tundra, die nach den Regenfällen explosionsartig blüht. Was man vor drei Wochen am Straßenrand als kleine Blumenrabatte gesehen hat, bedeckt jetzt große Flächen des Bodens. Was uns weiter auffällt - und zugegebenerweise maßlos ärgert - sind die zahlreichen verlassenen und aufgegebenen Gebäude und Fahrzeuge am Wegesrand. Wer hier ein Grundstück kauft, kann darauf und damit machen, was er will. Und wenn er es verkommen lassen will, kann er das tun. So etwas ist erlaubt, aber bei den Nationalparks überschlagen sich alle vor "GRÜN". 

Wir machen auch den den bisher teuersten Einkauf auf unserer Reise: Für ein Toastbrot, 2l Milch und 1 Pfund Butter 25 CA$!!!! Das sind umgerechnet 17,50 €. 

Nach ca. 120 km kommen wir an den Kluane Lake und dort gibt es ebenfalls einen nationalen Campground. Da es vorerst regnet, beschließen wir für heute Schluß zu machen und bleiben hier. 

Wie kann es anders sein, wenn Engel reisen, kommt auch bald darauf die Sonne raus. Wir melden uns an, machen ein Feuer und grillen anschließend ein paar Kotelett. Dazu gibt's Nudelsalat. Da wir seit heute mittag hier sind, erleben wir den See und die umliegenden Berge in verschiedenen Licht-Stadien. Es ist zum Niederknien schön! Heute gibt es ein paar Fotos des Campground.


13.7.2015 Auf dem Weg nach Haines/Alaska

Heute morgen strahlt die Sonne vom Himmel. Entsprechend fröhlich machen wir uns auf den Weg nach Haines.

Das ist die kleine Ecke von Alaska die auf dem Landweg nur durch den Yukon und British Columbia oder auf dem Seeweg von Alaska aus zu erreichen ist. Vorerst aber fahren wir noch ein Stück den Alaska Highway bis Haines Junction, dort kann man nach Whitehorse abbiegen oder eben nach Haines. Nach ein paar Kilometern hüpft Hermann auf seinem Sitz herum und kann sich gar nicht mehr beruhigen: "Ein Bär, ein Bär, ein Grizzly!" Und tatsächlich - da steht er - mitten in den Blaubeeren. Er ist so lieb und bleibt noch etwas da, bis wir ungefähr 30 Fotos von ihm gemacht haben. 

Es geht immer weiter am Kluane Lake entlang, dann an ein paar Gletschern vorbei zum nächsten Lake. Allerdings gefällt uns der dazugehörige Campground nicht so sehr, da er mitten im Wald liegt (Mücken?!). Am Himmel sind weit voraus schon Regenwolken zu sehen. Gestern hat es morgens geregnet und nachmittags war es schön, heute ist es umgekehrt: der Morgen ist sonnig, und am Nachmittag wird es regnen. Abseits der Straße fahren wir 5 km eine Gravel-Road zu einer Geisterstadt. Die Hütten sind zwischen 1890/1920 gebaut und teilweise noch sehr gut erhalten. Trapper Hermann kommt hier voll auf seine Kosten. Am Ende der Road findet er noch einen alten, abgestellten VW-Bus.

Da es sich immer mehr zuzieht, suchen wir den Campground am Dezadeash-Lake auf. Wie gestern auch, stehen wir direkt am See. Wenn es morgen früh nicht regnet, können wir vielleicht noch ein paar Fotos machen.


14.7.2015

Wir haben Pech! Es hat die ganze Nacht geregnet und es regnet immer noch. Ab und zu kommt zwar mal ein kleiner Sonnen-Spot, aber im Großen und Ganzen ist es Sch....Wetter! Heute folgt der schönste Abschnitt der Haines Road. Wir überqueren die Provinzgrenze vom Yukon nach British Columbia und etwas später die Grenze nach Alaska. Aber der Reihe nach: Im Yukon treffen wir noch auf einen Schwarzbären - haben wir leider nur "von hinten" erwischt. Der Bursche war schnell. Wir sind fast die ganze Strecke von Bergen und Gletschern umgeben, nur leider sieht man sie nicht durch die vielen Wolken. In British Columbia treffen wir auf einen Grizzly. Der arme Kerl sieht aus als hätte er "Motten" und die Rippen kann man auch fast zählen.  Aber er ist pitschnass vom Regen. In den nächsten 14 Tagen sollen die Lachse die Flüsse herauf kommen, dann ist für alle Bären die Zeit da, sich den Winterspeck anzufressen. Dann wird er schon noch ein paar Kilo zulegen. Ein paar Berge weiter treffen wir einen Braunbären in den Blaubeeren. Er ist ganz vertieft in seine "Arbeit". Er bleibt uns auch einige Zeit erhalten. Ich habe bestimmt 40 Fotos von ihm. Wir besuchen noch einen Wasserfall mit dem passenden Namen "Million Dollars Falls". Wenn wir hier für jeden Liter Wasser, der die Berge herunterläuft, nur 1 Cent kriegen würden, wie reich wären wir dann wohl?


Dann geht's aber ab Richtung Grenze. Zuerst die Canadier. Die wollen aber nichts von uns, winken uns nur durch. Ca. 800 Meter weiter die US-Grenzstation. Ich habe nur aus weiter Ferne einmal die Station fotografiert, nicht dass die mir noch die Kamera wegnehmen. 

Ein junger, sehr netter Zollbeamter stellt uns wieder mal die Hauptfragen: Waffen oder Drogen an Bord? Gemüse, Früchte, Hühnerprodukte?

Nein, haben wir alles nicht, wir kennen das Procedere ja schon. Ob er ins Fahrzeug schauen dürfte? Aber Natürlich! Zuerst inspiziert er den Kühlschrank: Oh, Sie haben ja Eier dabei. Das geht nicht! Ich sage ihm, dass die Eier gekocht sind (die dürfen dann nämlich mit). Er wiegt das Ei in seiner Hand und fragt, ob ich sicher sei, dass es gekocht sei. Ich nehme ihm das Ei ab und haue es auf die Arbeitsplatte. Das Gesicht von ihm war Gold wert. 

OK, schnell den Kühlschrank zu. Dann aber den Kleiderschrank auf. Oh, ein Safe. Bitte öffnen: Wieviel Bargeld habt Ihr dabei? Hermann beantwortet ihm alle Fragen, dann will er noch meinen Schmuck sehen und meine Geldbörse (sag ich normalweise nicht, sondern nenne es Portomonaie - aber wie schreibt man das heutzutage richtig?). Endlich ist er fertig und betrachtet das Bild von unserem ehemaligen Schiff an der Wand. Ist das Euer Boot? Wo liegt es? Wieviel PS hat es? Mein Boot hat 370 PS und ist ein Speedboot. Hermann und er kommen ins Quatschen, während ich schon mal alles wieder verstaue. Dann erzählt er, dass er 2 Jahre in Deutschland bei der Army war. Wir unterhalten uns fast eine halbe Stunde, bis Hermann ihn auf einmal auf unsere unterschiedlichen Visazeiten anspricht. Und wie traurig er ist, das er dieses Jahr Weihnachten alleine in den Staaten ist, weil ich ja am 15. Dezember nach Hause fahren muss. Er schaut noch einmal in die Pässe,

dann bittet er uns, einen kleinen Moment zu warten. Er kommt nach 3 Minuten wieder und bittet uns, rechts ran zu fahren und zu parken und dann Beide ins Büro zu kommen. Wir befürchten das Schlimmste. Wird er jetzt Hermann's Visa verkürzen? Hätten wir doch den Mund gehalten.

Drinnen ist er mit eine jungen Kollegin im Gespräch. Diese fragt uns, ob die Schalterbeamtin an der ersten Grenzstation mit deutschem oder russischem Akzent gesprochen hätte. Unsere Antwort: Mit russischem Akzent! Ja, die würde sie kennen. Sagt aber sonst nichts und spricht mit ihrem Kollegen. Der kommt zu uns uns sagt: OK, we fix you up! Haben wir uns gerade verhört oder bekommen wir tatsächlich das von uns gewünschte Jahr? Er stellt ein neues Visa für Hermann aus und reicht uns den Pass. Ob der jetzt so ok wäre? Wir schauen drauf und trauen unseren Augen nicht. Er gibt uns eine durchgehende Aufenthaltserlaubnis in den Staaten bis zum 13. Juni 2016. Ist das toll?

Dann macht er auch noch meinen Pass fertig und wünscht uns eine schöne Reise. Was für ein netter Mensch!


Leicht beschwingt und euphorisch fahren wir die restlichen Kilometer bis Haines. Selbst die Nachricht im Fährbüro, dass wir erst am Freitag fahren können, macht uns nichts aus. Wir gehen auf einen Campingplatz und sehen beim Reinfahren den Carthago von Claus und Viola. Ach, wie schön, dass wir uns wieder treffen. 

15.7.2015 Haines

Wie das Tourismusbüro uns geraten hat, sind wir heute Morgen beim Fährbüro. Dass wir erst Freitag fahren können, stimmt gar nicht. Wir werden für heute 11.30 Uhr auf die Warteliste gesetzt. Auch Claus und Viola stehen auf dieser Liste, allerdings auf Platz 2 und wir erst auf Platz 5. Was soll ich sagen? Natürlich wird genau bis Nr. 4 noch geladen, danach heißt es: Ab ins Büro und Ticket tauschen für morgen. Abfahrt 4.15 Uhr a.m.! Ladebeginn: 3.15 a.m., d.h. aufstehen um 2.30 a.m. Wir wollten schon immer mal wie die Canadier früh aufstehen!


Um 13.00 Uhr ist der ganze Papierkram erledigt und wir fahren noch auf einen State Park, von dem man eine wunderbare Sicht auf zwei Gletscher hat. Auch die Sichtung einer hochschwangeren Elchkuh mit Kalb ist für heute zu vermelden. Leider war das Kalb schneller im Wald verschwunden als die Mama. Die haben wir allerdings auch nur "von hinten" erwischt. 

Im State Park mit Blick auf die Gletscher trinken wir noch Kaffee und essen Donoughts. Glasiert! Sehr lecker!

Ab 18.00 Uhr können wir unseren Platz am Fährhafen in Reihe 6 einnehmen. Alle Wohnmobile, die morgen früh geladen werden, dürfen hier auch schon übernachten. Das spart uns wenigstens ein bisschen Zeit. Hoffentlich ist es morgen bei der Überfahrt schon hell genug, schließlich wollen wir ein paar Fotos der spektakulären Gletscherwelt machen.

16.7.2015 Überfahrt von Haines nach Skagway

Von wegen Aufstehen um 2.30 Uhr. Um 2.00 Uhr kommen die freundlichen Mitarbeiter des Alaska Marine Highway und wollen zuerst einmal, dass Hermann den Gastank zudreht. Aber gerne! Und das alles noch vor dem Frühstück. Fast pünktlich um 2.25 Uhr läuft die Fähre ein. Sie ist mindestens doppelt so groß wie die gestrige Fähre. Zuerst kommen die Kofferwagen der Passagiere, die hier aussteigen. Danach müssen ein paar Fahrzeuge von Bord, die zwar weiter mitfahren wollen, aber den auszuladenden Fahrzeugen im Weg stehen. Da hat wohl jemand beim Verladen in Valdez gestern abend nicht aufgepasst. Als alle von Bord sind, die hier aussteigen wollten, kann es endlich gegen 3.00 Uhr mit der Verladerei losgehen. Zuerst die PKW's, dann die Dickschiffe, dann die Truck-Camper (4x4 Fahrzeuge mit Aufsetzkabinen) und zum Schluß unsere Größe an Wohnmobilen und ganz am Ende Zugfahrzeuge mit Wohnwagen. Die Verlader und Einweiser geben sich alle Mühe. Müßte man ihnen ein Zeugnis ausstellen, würde es heißen: Sie haben sich stets bemüht ihr Bestes zu geben! 

Hat nur leider nicht funktioniert. Aber dazu später!

Die Überfahrt ist ruhig und leider gibt es gar keine spektakuläre Gletscherwelt zu fotografieren. Entweder sind hier gar keine Gletscher oder es ist dieses Jahr tatsächlich viel zu warm und der größte Teil ist weggetaut. Aber das können wir uns, ehrlich gesagt, nicht vorstellen.

In Skagway - dem Hotspot der Kreuzfahrtschiffe in Alaska - liegen bereits zwei Schiffe im Hafen. Einmal die Holland-Amerika-Linie und ein Disney-World-Schiff. Im Laufe des Vormittags kommen noch zwei weitere Schiffe dazu. 

Die Entladung unserer Fähre zieht sich hin wie Kaugummi. Das liegt zum einen daran, dass die Amerikaner nicht gut rückwärts fahren können oder wollen (nicht umsonst gibt es auf jedem Campingplatz so genannte Pull-Through-Sites, d.h. gerade reinfahren und auf der anderen Seite wieder rausfahren) und an den wirklich schlechten Anweisungen der Verlader. Ein 10m-Wohnmobil mit anhängendem 6m-Boot braucht nun einmal Platz zum Rangieren. Sage und schreibe 30 Minuten rangiert der arme Mann IM Schiff, bis er endlich auf die Rampe paßt. Wir sind eines der letzten Fahrzeuge, die von Bord können und so ist es schon 6.45 Uhr als wir einen Parkplatz in Skagway suchen, damit Hermann sich erst einmal noch ein paar Stunden auf's Ohr legen kann. Die Stadt ist - noch - menschenleer. Ein geeigneter Parkplatz schnell gefunden. Während Hermann wieder ins Bett geht, schnappe ich mir mein Buch und versuche so leise wie möglich zu sein. 

Um 11.00 Uhr weilt der "Driver" wieder unter den Lebenden und wir schauen uns zuerst Skagway an. Die Stadt ist wirklich nett restauriert und wo es mit dem restaurieren nicht mehr getan war, hat man die Häuser im gleichen Stil wieder nachgebaut. Es gibt keine Bürgersteige, sondern überall sogenannte Boardwalks.

Es wimmelt von Juweliergeschäften (Klondike = Gold) und zahlreichen Andenkengeschäften. Wir teilen uns die Stadt mit gefühlten 4-5 Tausend Kreuzfahrtpassagieren. Nach einer Stunde haben wir genug gesehen und machen uns auf zum staatlichen Campingplatz, auf der anderen Seite der Bucht. Er ist nur über eine Gravelroad zu erreichen und diese ist - für Alaska-Verhältnisse - auch sehr eng. Von hier aus geht auch der legendäre Chilkoot-Trail ab. Das sind 79 km, die die Goldsucher zu Fuß über den Chilkoot-Pass gelaufen sind.

Am Ziel angekommen, herrscht eine himmlische Ruhe und wir suchen uns schnell einen Platz. Wir trauen unseren Augen kaum - aber Claus und Viola sind schon dort und wollen auch noch eine Nacht bleiben. 

Nach einer Stunde ungefähr, kommt Viola aufgeregt zu uns und zeigt uns Fotos von einem Grizzly, der die Beiden gerade "besucht" hat. Er war wohl sehr zutraulich und hat sich ein bisschen bei ihnen vor dem Wohnmobil umgeschaut. Ängstlich beäugt von den Beiden - natürlich von drinnen. Aber Viola hat kaltblütig einige SuperFotos geschossen. 


17.-19.7.2015 

Von Skagway aus geht es über den Klondike-Highway und damit über den berühmten Chilkoot-Pass über die Grenze wieder nach Canada. Diesmal alles ganz einfach. Pässe vorzeigen und weiter geht's. Über Carcross (lecker Eis!!!) und weiter die Tagish-Road zurück auf den Alaska Highway. Wir fahren die ganze Zeit noch durch den Yukon. Bei km 1112 (Ihr erinnert Euch: Auf dem Alaska-Highway erfolgen die Ortsbestimmungen nach den km-Angaben) liegt die sehr schöne Recreation Area Rancheria-Falls, hier kann man diese Wasserfälle nach einem kleinen Fußweg auch bestaunen. Wir übernachten hier und fahren am nächsten Tag weiter Richtung Watson Lake. Bevor wir uns auf den Stewart-Cassier Highway # 37 begeben, müssen wir noch ordentlich einkaufen. Auf den nächsten 745 km gibt es zwar Lebensmittel zu kaufen, aber nur zu exorbitanten Preisen. Wir tanken in Watson Lake voll und kaufen für mindestens eine Woche ein. Danach geht es wieder 21 km zurück, zur Abzweigung des berühmten Stewart-Highway. Warum wir diese Straße fahren ? Na, es geht mal wieder zurück nach Alaska. Stewart/Canada und Hyder/Alaska sind nebeneinander liegende Grenzstationen. Aber dazu mehr, wenn wir auch dort sind. 

Da es von den letzten drei Tagen nur eine handvoll Fotos gibt, will ich Euch die Geschichte der Goldgräber und des berühmten Chilkoot-Pass nicht vorenthalten. 

Ich zitiere aus unserem Reiseführer (der Beste!) "Kanada der ganze Westen mit Alaska" aus der Reihe Reise Know-How:

"Der steile Pfad über den Chilkoot-Pass (1.070 m) stand 1897/98 für die meisten Ankömmlinge am Beginn ihres Weges zu den Klondike-Goldfeldern, die ab dem Lake Bennet (bei Carcross) auf dem Wasserweg erreicht werden konnten. Wer zum Sommeranfang, wenn der Boden langsam auftaute, am Ziel sein wollte, musste den schroffen Pass im Winter erklimmen, am Seeufer beim Bootsbau mitmachen (oder sogar in Einzelteile zerlegte Boote über den Pass schleppen) und nach dem Aufbrechen des Eises in Richtung Yukon River ablegen. Ein Unternehmen von gnadenloser Härte. 

Ab Februar 1898 kontrollierten jenseits der Passhöhe kanadische Grenzer, ob jeder den geforderten Einjahres-Vorrat mitbrachte. Die legendäre "Ton of Goods" bestand aus 520 kg Lebensmitteln und 180 kg an Ausrüstungsgegenständen und Kleidung. Packtiere kamen wegen der kolossalen Steigung nicht in Fage; die Prospektoren selbst mussten den Transport übernehmen. Die Bilder der endlosen Menschenkolonne auf dem verschneiten Pfad hinauf zum Chilkoot Pass sind berühmt geworden. Wer einmal aus der Schlange ausscherte, musste oft lange warten, um sich erneut einreihen zu können. Den Rückweg machten sich viele einfacher und rutschten auf dem Hosenboden hin.

Wer angesichts der Sisyphus-Arbeit nicht bereits vorher aufgab, benötigte gut und gerne drei Monate, bis er seine Ausrüstung Stück für Stück zum 53 km entfernten Lake Bennet verbracht hatte. Insgesamt kamen ohne weiteres 2.000 km Fussmarsch in Eis und Kälte zusammen, die Hälfte davon mit schwerem Gepäck. Dennoch überstanden im Winter und Frühjahr 1897/98 über 30.000 Männer und einige Frauen diese Tortur. "

Heute kann man mit staatlicher Genehmigung dieses Trail nachlaufen; allerdings dürfen täglich nur 50 Menschen auf den Trail gehen.