Unsere bisherige Tour in Alaska

15.6.2015

Bei bedecktem Himmel geht es die letzten 269 km nach Dawson City, dann sind es noch 107 km bis zur Staatsgrenze. Wir wollen allerdings in Dawson übernachten. Die Straße ist sehr schlecht, es gibt viele Löcher und Bodenwellen. Alle Beschädigungen entstehen durch den Permafrost. Immer wenn solch eine Gefahrenstelle da ist, wird sie mit einem orangefarbenen Fähnchen markiert. Manche Streckenabschnitte sehen aus wie eine Flaggenparade. Endlich erreichen wir nachmittags Dawson City. Bis hierher sind wir den Klondike Highway gefahren. Das wird sich morgen ändern. Aber zuerst fahren wir durch km-lang durch Erdaushub. Überall Erdhügel und Steinhügel und dazwischen Riesen-Bagger und -Raupenfahrzeuge. Wir sind mitten drin im Goldschürfgebiet. Auch heute werden hier noch hunderte Tonnen an Gold jedes Jahr geschürft. Aber natürlich nicht mehr durch private Digger, sondern durch eine Riesenfirma. Danach fängt die "Stadt" an. Immerhin leben hier 400 Menschen das ganze Jahr, im Sommer sind es etwas mehr. Es gibt keine geteerten Straßen und keine Bürgersteige. So will man den ursprünglichen Charakter von Dawson erhalten. Alle Häuser wurden im alten Stil wieder aufgebaut. Allerdings brauchen wir nicht länger als 30 Minuten für eine sightseeing-tour. Wir machen sie mit unserem Dicken, denn sonst würden wir vor Staub keine Luft mehr bekommen. So sieht der Dicke auch aus! 

Danach setzen wir mit der Fähre, die hier eine Brücke ersetzt, über den Yukon nach Dawson City West über. Hier gibt es nur den gemeindeeigenen Campingplatz. Er ist wunderschön und wir ergattern ein Plätzchen direkt am Yukon. Wir schmieren uns mit "OFF" ein. Denn heute wollen wir draußen - zusammen mit Hunderten von Mücken - die Aussicht und den Abend genießen. Von Abend kann ja keine Rede sein, es ist mittlerweile 22 Stunden hell. Es gibt Steaks und Salat und Hermanns neuestes liebstes Gericht "Folien-Kartoffel" direkt aus dem Feuer-Pit. Wir wickeln sie roh in Alufolie und nach 15-20 Minuten sind sie - in der Holzkohle gegrillt - fertig. Sehr, sehr lecker!

Gegen 22.00 Uhr lassen wir die Mücken alleine und verschwinden im Auto. Noch mal eben 10 Minuten diejenigen jagen, die es mit uns durch die Tür geschafft haben und dann können wir schlafen gehen.


16.6.2015

Heute geht es über den Top-of-the-World-Highway nach Alaska. Er heißt deshalb so, weil er hauptsächlich auf dem Grat der Berge verläuft und spektaküläre Aussichten verspricht. 

Auf kanadischer Seite sind es 109 km - Schotterstraße. Nennt sich hier Chip sealed. Darunter versteht man klein gemachte Steine, die im Sommer immer wieder von einem "Schneeräumer" abgekratzt wird und mit der abgekratzten Masse werden dann die bisher entstandenen Löcher wieder aufgefüllt. Sieht lustig aus, aber macht eine Menge Staub.

Mittags erreichen wir den Grenzübergang nach Alaska. Der freundliche Officer stellt ein paar Fragen - Alkohol, Zigaretten, Waffen? - danach bittet er uns das Fahrzeug auf die Seite zu fahren und kurz ins Büro zu kommen. Wir packen all unsere Unterlagen und Pässe und gehen hinein. Nachdem ich die grüne Einreisekarte ausfülle, wird es der Beamtin wohl zu langweilig und sie bittet Hermann, doch schon einmal seine Fingerabdrücke einscannen zu lassen. Danach gibt sie ihm ein Visum bis zum März 2016! Glück gehabt. Dann bin ich dran und sie stellt jetzt fest, dass wir ja ein 10-Jahres-Visum haben. Dann brauchen wir natürlich keine grüne Karte ausfüllen. Sie stellt mein Visum aus und gibt mit bis zum 15. Dezember 2015! OK, dann eben Weihnachten zu Hause! 

Wir bitten sie, doch auch mein Visum bis Ende März zu verlängern. Sie: Ok,ok, one moment please! Dann erklärt sie ihrem Vorgesetzten, dass sie bei Hermann einen Fehler gemacht hätte und ihm 9 Monate Aufenthalt gegeben hätte, statt der 6 Monate. Der Officer stellt uns daraufhin die Frage, wann denn das Auto raus müsste. Wir erklären ihm, im Mai 2016. Daraufhin sagt er zu ihr: Dann gib ihnen doch bis Mai 2016, du hast doch gehört, dass sie dann wieder ausreisen!

So alles klar, prima!

Aber leider spielt der Computer nicht mit. Er nimmt keinerlei Änderungen mehr an. 

Nach 30 Minuten verlassen wir die Grenze, mit 2 unterschiedlich langen Visa.Das gibt bestimmt beim nächsten Übergang Probleme. Aber hier ist es nicht zu ändern.

Draußen sagt ein Radfahrer, der von der Alaska-Seite gekommen ist, freundlich "Guten Morgen!"

Bevor ich auch nur reagieren kann, ist er bereits wieder aufgestiegen und ab Richtung Canada. Nach weiteren 100 Kilometern schlimmster Schotterstraße erreichen wir das Ende des Top-of-the-World-Highway. Jetzt wissen wir, was der Radfahrer für eine Leistung erbracht hat. Hut ab!

Außer Gravel und tollen Aussichten sehen wir nun immer wieder private Goldsucher. Ganze Flußabschnitte sind für Public open, d.h. hier kann jeder der Zeit und Geräte hat, nach Gold suchen.

Wir erreichen auf halbem Weg den Ort Chicken. Hier dreht sich tatsächlich alles um das Federvieh. Geschätzte Einwohnerzahl 50!

Abends übernachten wir auf einem Gemeinde-Campground. Hermann holt die Stühle raus und will in der Sonne ein Nickerchen machen. Ich bleibe vorsichtshalber im Auto. Wegen der Mücken?! 

Und tatsächlich ist Hermann 10 Minuten später und um 5-6 Mückenstiche reicher dann auch im Auto. Das Land ist wirklich wunderschön und beeindruckend - aber es gehört den Mücken. In Chicken haben wir einen tollen Aufkleber entdeckt: In Chicken is no single mosquito, they all got married and have big families! Na, kapiert?


17.6.2015

Heute fahren wir Richtung Fairbanks. Es dauert nicht lange und wir entdecken Elche in den lichten Wäldern am Straßenrand. Sie bevorzugen Laubbäume, weil sie die frischen grünen Blätter gerne fressen. Sie sind sehr scheu und lassen sich nur schwer fotografieren. Bis man die Kamera in der Hand hat und "schußbereit" ist, sind sie schon im Wald verschwunden. Es gelingt uns allerdings eine Elchkuh beim Fressen - leider nur noch von hinten - zu erwischen. 

Wir erreichen bei Delta Junction das Ende des Alaska Highways. 

Als Hermann das Auto fotogen plaziert, kommt die Mitarbeiterin der Tourist Info heraus und sagt: Ach nee, 'ne Düsseldorfer. Dann verschwindet sie wieder in ihrem Häuschen. Wir gehen hinein und erfahren, dass sie aus dem Ruhrgebiet stammt und mittlerweile seit 21 Jahren hier verheiratet ist. 

Hermann hat draußen dann auch schnell ein neues "Zuhause" gefunden. Auf Nachfrage will er aber dann doch nicht dort wohnen. 

Wir fahren dann weiter und den ganzen Tag begleitet uns die Alaska Range - eine lange Reihe von eisbedeckten Berggipfeln - zur Linken. Da dort die Sonne steht, gelingt uns kein einziges Foto. 

Gegen Abend suchen wir uns ein schönes Plätzchen in der Natur und übernachten hier. D.h. ich übernachte und Hermann fällt in den Bären-Tiefschlaf. Er hat tatsächlich 14 Stunden geschlafen! Ob das an dem neuen Dream-Catcher liegt, den wir uns in Carcross gekauft haben?

Die Luft ist hier so sauber - obwohl es ständig irgendwoher staubt - aber uns tun keine Knochen weh und Kopfschmerzen sind ein Fremdwort geworden. Unser Allgemeinzustand hat sich wirklich spürbar gebessert. 


18.6.2015 Richtung Fairbanks

Die letzten beiden Tage waren es immer um die 30°. Bisher funktionierte unsere Klimaanlage einwandfrei. Gestern fiel Hermann auf, dass nicht die volle Leistung vorhanden war. Später war er sogar der Meinung, dass sie überhaupt nicht arbeiten würde. Dann hat er gestern Abend noch alle Sicherungen und Relais überprüft, alle waren in Ordnung. 

Heute Mittag trafen wir in Fairbanks ein und entschieden zuerst einmal eine Truck Werkstatt aufzusuchen. Wir fanden im Internet schnell eine Adresse und kamen um 12.55 Uhr dort an. Der Chef schaute sich unsere Klimaanlage an und meinte, daran könne er arbeiten, er hätte das Werkzeug dafür. 

Es sei aber noch Mittagspause, aber gleich käme jemand. Kurz darauf wurde unser Auto von einem Mitarbeiter weggeholt und um die Ecke gefahren. Eine Stunde später teilte uns dann ein Mitarbeiter mit, wir hätten ein Loch im Kühler und daher könne die Klimaanlage auch nicht arbeiten. (Vielleicht hat ein Stein auf dem Top-of-the-World-Highway den Kühler das Leben gekostet?)

Wir zahlten 63 $ für die Diagnose und den schriftlichen Befund und die Mitteilung, dass sie das leider nicht reparieren könnten. 

Immer wieder schön, solche Nachrichten. Bei anhaltenden Temperaturen um die 30°, Tendenz steigend.

Aber - wir sind ja keine Warmduscher! Früher hat auch das offene Fenster gereicht. Morgens wenn es noch schön kühl ist, reicht die Lüftung und nachmittags muss man halt ein Fenster öffnen. 

Eine kaputte Klimaanlage kann uns diese schöne Reise nicht vermiesen.

Wir machen uns auf ins Visitor Center, denn wir wollen den Denali Nationalpark besuchen und gelesen, dass man dafür eine Reservierung benötigt. Und so ist es auch. Eine Reservierung ist nötig für einen Campingplatz (es gibt Sieben, aber nur Drei für Reisemobile) im Park und ebenso für den Bus im Park. Die Campingplätze liegen innerhalb der ersten 30 Meilen. Die restlichen 60 Meilen werden mit Pendelbussen bedient. Man kann nach dem Hop-On-hop-off-Verfahren jederzeit aussteigen und eine Wanderung unternehmen und danach für den Rückweg den nächsten Bus anhalten. Übers Internet auf der Seite des Parks ist eine Reservierung wg. einer technischen Störung nicht möglich, man muss anrufen.

Dafür gibt es in jedem visitor center ein öffentliches Telefon. Wir rufen also an und erfahren, dass wir vor Montag keinen CP bekommen. Klar, halb Alaska kommt vorbei und der Rest sind Kurzzeit-Touristen, die alle schon durch ihr Reisebüro von D aus haben reservieren lassen. OK, dann halt ab Montag, Mindestaufenthalt ist 3 Tage. OK, dann bitte für den 2. Tag den Bus reservieren.

OK, dann bitte Kreditkartennummer und wir erhalten für CP und Bus jeweils eine Buchungsnummer.

Na, das war easy, hoffentlich klappt das auch alles am Montag. Vorher wollen wir dann übers Wochenende zu den Chena Hotsprings. Das sind wieder warme Quellen NUR 90 Meilen entfernt. Heute bleiben wir in Fairbanks. Wir kaufen in einem Liquor-Store noch eingekühltes Budweiser (da wir zu zweit im Laden sind, müssen wir beide unsere Ausweise zeigen (ob wir alt genug sind, häää?), sorry, that's the law wird uns mit einem Blick zur Überwachungskamera erklärt. Uns ist es egal, Hauptsache gleich gibt es kaltes Bier!


19.6.2015

Heute Morgen verlassen wir Fairbanks und machen uns auf zu den Hot Springs. Aber bis dahin  kommen wir gar nicht. Unterwegs sehen wir zuerst eine Elchkuh, die im "Mückentümpel" steht und die Wasserpflanzen frisst. Bis zu den Augen ist der Kopf im Wasser. 

Auf der Strecke nach Chena sind unterwegs immer wieder kleine Campingplätze, wo man direkt am Fluss stehen kann. Da es heute mal wieder 33° sind, entscheiden wir hier stehen zu bleiben. Die Mücken haben wir zuerst nicht wahr genommen. Nach dem Mittagessen wollen wir die Stühle raus holen. Aber - fluchtartig sind wir wieder im Wohnmobil und lassen die Moskitonetze runter. Es ist unglaublich wie viele Mücken hier sind. Wir haben jetzt schon mit mehreren Einheimischen gesprochen und das Wetter ist für diese Jahreszeit sehr ungewöhnlich. Viel zu warm und daher auch die vielen Insekten -Mücken und Fliegen! Auch Nachts kühlt es nicht ab, wir können aber die Fenster nicht weit aufmachen wegen der....Ihr wisst schon!Ausserdem stört uns das Tageslicht erheblich. Die anderen Wohnmobilfahrer können auch alle nicht schlafen und daher ist am und auf dem Fluss Verkehr bis nachts um 2.00 Uhr. Ein Kommen und Gehen! 


20.6.2015

Heute ist es bedeckt - Gott sei Dank! Die Temperaturen bewegen sich bei erträglichen 27°.Wir trödeln herum und machen uns auf den Weg. Die restlichen 20 Meilen sind schnell gefahren. Hermann dachte, wir würden unterwegs die ersten 10.000 km voll machen, aber es hat nicht ganz gereicht. Dann eben Morgen!

Um 10.30 Uhr treffen wir im Chena Hot Springs Resort ein. Es ist ein Hotel mit angeschlossenem Campingplatz. Hier ist die Straße nach 56,5 Meilen zu Ende. Hier beginnt ein 1940 acres großes Privatgelände. Von Ausritten mit Pferden, Erkundungsfahrten mit ATV's, Fahrten mit Schlittenhunden und Flügen über die arktische Tundra kann hier alles gebucht werden. Zu ganz schön happigen Preisen! Wenn wir das alles machen wollten, müssen wir in drei Monaten wieder nach Hause. Wir begnügen uns aber mit einem Besuch der Hot Springs und bleiben mittags 1 Stunde drin. Das Wasser macht sehr müde und durstig. Heute Nachmittag gab es ein ordentliches Gewitter und jetzt sind wir bei 23°. Das ist angenehm und wir gehen heute Abend noch einmal 1,5 Stunden ins Wasser. 

Während dessen lassen wir den Generator laufen. Da es heute bedeckt war, haben die Solarplatten nicht so viel geladen und viel gefahren sind wir auch nicht. Aber wir kommen mit unseren Solarplatten und dem Generator bisher prima über die Runden. Vor allem können wir die herrlichen Plätze in der Natur voll ausschöpfen und müssen nicht auf die "normalen" Campingplätze.

Unserer Familie wünschen wir auf diesem Weg auch einen schönen Urlaub!

21.6.2015

Da uns hier - mal wieder - die Mücken auffressen (bisher habe ich 48 Stiche, hauptsächlich auf den Händen und Unterarmen) verlassen wir Chena und fahren zurück nach Fairbanks. Wir müssen noch mal tanken und etwas Lebensmittel müssen wir auch einkaufen. Ab morgen ist der CP im Denali Nationalpark gebucht und dort kann man nichts einkaufen.

Wir fahren noch einmal zur Visitor Information um ins Internet zu gehen. Vielen Dank für die vielen, lieben Grüße. 

Danach gehen wir in's Zentrum, da findet heute eine Art Kirmes statt. Im Gegensatz zu unserer Kirmes, gibt es hier nur zu essen und zu trinken. Und Portionen.......das schafft bei uns keine Familie. Es ist unglaublich, die können in einer Hand ein Getränk (mindestens 0,5l) ein Eis und der anderen Hand ein herzhaftes Gericht haben und alles wird gleichzeitig vertilgt. Denn dann kommt schon der nächste Stand, wo man evtl. wieder zuschlagen kann. Dem entsprechend sind auch die Figuren!Bei beiden Geschlechtern, übrigens.

Abends übernachten wir bei Walmart und freuen uns über die "mückenfreie Zone". Jetzt sind auch mehr Amerikaner unterwegs und wir werden immer häufiger auf unser Auto angesprochen. Sie finden es toll, dass man in so einem kleinen Auto (Phhh, sind immerhin fast 8 Meter) so viel unterbringen kann. Bei amerikanischen Dickschiffen müssen mindestens noch 5 Slide-Outs raus, damit die überhaupt auf ihrem Sofa sitzen können, das hat dann allerdings das stolze Maß von 2,50 Meter. Und bei vielen läuft die ganze Nacht der Generator. Bis zu 3 Klimaanlagen brauchen auch viel Strom. Wir schaffen 14 Meilen mit einer Gallone Diesel, die nur 4 Meilen mit einer Gallone Normalbenzin. Das hier übrigens auch teurer ist als Diesel. Deshalb wollen immer mehr Leute auch Dieselfahrzeuge haben.


22.6.2015

Da seit Tagen im Großraum Fairbanks ein Waldbrand wütet, ist mittlerweile ein ziemlich großes Areal "verqualmt". Nach ca. 30 Meilen kommen wir an der Zufahrtstraße vorbei, an der es brennt. Die Feuerwehr steht dort und läßt niemanden mehr hinein. 

Nach 129 Meilen haben wir die Zufahrt zum Denali erreicht. Auf der Hauptstraße geht es zu wie in St. Moritz! Einige Dutzend Touristenbusse speien ihren Inhalt aus und die Menschen "überfallen" die Andenkenläden und Fast-Food-Schuppen. Hier kann man überall morgens um 10.00 Uhr auf eine lange Schlange am Drive-Thru-Schalter bei MacD...., Subw...., oder Ihop oder wie sie alle heißen, treffen.

Wir biegen ab und fahren zuerst zum Visitor Center. Dort muss man sich melden, wenn man eine Reservierung hat. Gott sei Dank haben wir eine, denn direkt am Hauptschalter steht schon angeschlagen, dass man ohne Reservierung keinen Platz mehr bekommt, da alles ausgebucht ist. Wir erhalten unsere Aufenthaltsberechtigung und dürfen uns auf Riley Creek einen Platz suchen. Als das erledigt ist, laufen wir zum Wilderness Access Center, da wir auch eine Busfahrt 53,5 Meilen in den Park hinein gebucht haben. Privat-Autos dürfen nur bis zur Meile 13,5 die Straße befahren. Danach nur noch die Parkbusse.Diese sind - je nach gebuchter Tour - grün,braun oder beige. Wir erhalten unsere Tickets für die Toklat-Tour und müssen morgen früh um 9.15 Uhr spätestens hier sein, der Bus fährt um 9.30 Uhr ab. Die Fahrt dauert 6-6,5 Stunden.

Als wir auch das erledigt haben, unternehmen wir noch einen kleinen Waldspaziergang. Wir wurden überall gewarnt, dass eine Elchkuh mit ihren Zwillingskälbern sich ausgerechnet unseren CP als neue Heimat ausgesucht hat. Man soll sehr vorsichtig sein, da sie, um ihre Babies zu verteidigen, bereits 2 Touristen angegriffen hat. 

Wir biegen harmlos um eine Ecke und direkt vor uns überquert sie mit beiden Kindern die Straße. 


23.6.2015

Wir stehen früh auf. Machen uns ein paar Sandwiches und packen auch Obst und kleinere Snacks in den Rucksack. Unterwegs gibt es keine Möglichkeit der Verpflegung. Um 9.00 Uhr sind wir am Wilderness Access, von wo die Tourbusse abfahren. Je nach Zielgebiet muss eine separate Warteschlange gebildet werden. Wir erfahren, dass auch hier im Park vier Großfeuer wüten. Daher sei mit Sicht-Beeinträchtigungen durch Rauch zu rechnen. Ihr seht es auf den Bildern - Sicht fast null!

Der Park ist aber landschaftlich wirklich überwältigend. Wir sehen auch 2 weiße Ziegen, die es nur hier gibt und einige Caribous. Wir vermuten, dass die Tiere sich aufgrund des starken Rauchs zurück gezogen haben. Um 17.00 Uhr sind wir wieder zurück und da wir nichts getan haben, außer Bus zu fahren, todmüde. Hermann freut sich über diesen ruhigen Geburtstag und bedankt sich auf diesem Wege nochmals bei allen Gratulanten.


24.6.2015

Nach der ganzen Sitzerei gestern machen wir heute eine Wanderung zu der Aufzuchtstation der Schlittenhunde hier im Denali Nationalpark. 3,4 Meilen parkeinwärts arbeiten Ranger mit 32 Hunden und deren Nachkommen. Bei der Ankunft sind wir fast alleine dort und können uns die Hunde in Ruhe anschauen. Um 14.00 Uhr ist eine Vorführung der Hunde und es werden detaillierte Informationen zur Arbeit der Tiere und Aufzucht gegeben. Wir wollen den langen Weg nicht wieder zurück laufen und beschließen den Shuttle Bus zu nehmen. Nur leider ist er uns gerade vor der Nase weggefahren und der nächste kommt erst in einer Stunde. Na gut, dann laufen wir halt wieder zurück. 6,8 Meilen hin und zurück sind rund 11 km. Das ist doch schon mal ein schöner Trainingstag für die Wanderungen in den US-Nationalparks. Die können um einiges weiter sein. 

Wir sind von Alaska begeistert. Vor allem hatten wir es uns ganz anders vorgestellt. Von wegen immer kühl! Selbst hier im Park sind es tagsüber leckere 25°. Dazu noch die taghellen Nächte - man möchte gar nicht ins Bett gehen. Wir hätten uns wohl sehr geärgert, wenn wir, unserer ursprünglich geplanten Route folgend, Alaska nur gestreift hätten. Wir planen noch eine Schiffsfahrt zu den Gletschern von Seward aus und später eine Fähr-Überfahrt von Whittier nach Valdez. Diese Fähre muss vorher reserviert werden. Also fahren wir erst nach Whittier und dann nach Seward. Mal sehen ob alles so klappt. Morgen machen wir erst noch eine Fahrt mit dem WoMo in den Park hinein. Dies ist nur bis Meile 14 erlaubt und bis dahin wollen wir auch.Man muss früh da sein um noch einen der wenigen Parkplätze zu ergattern. Sonst kann man dort nämlich nur wenden und direkt wieder zurückfahren. 

25.6.2015

Unser letzter Tag im Denali. Wir müssen uns ein bisschen "auslaufen". Nach dem Gewaltmarsch gestern, fahren wir mit dem Shuttle-Bus zur Meile 14,8 und machen dort den River-Loop. Es sind nur 3 km und das reicht uns für heute. Mit dem Wetter haben wir nicht so ein Glück, denn auf halber Strecke überrascht uns ein Gewitter. Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie das hier knallt und donnert. In einer Lautstärke, das hört man bei uns nie! Obwohl wir eigentlich nicht die "Gewitter-Ängstlichen" sind, schrecken wir doch ganz schön zusammen. Gott sei Dank ist nach 10 Minuten wieder alles vorbei und wir werden auch mit ein paar Tiersichtungen belohnt. 

26.+27.6.2015

Nach Anchorage sind es ca. 260 Meilen und wir wollen doch unbedingt einmal den Mt. McKinley (ca. 6500 m hoch) ohne Wolken sehen. Bisher haben wir ihn weder mit noch ohne Wolken sehen können. Die gesamte Alaska-Range lag im Park in Rauchwolken. Es gibt noch zwei Aussichtspunkte am Highway, wo eine gute Sicht auf den höchsten Berg Nordamerikas möglich ist. Entweder Denali North oder Denali South. North liegt nur ca. 30 Meilen vom Park entfernt. Keine Chance! Alles voller Wolken. Also weiter nach Süd. Keine Chance, alles voller Wolken. Aber diesem Aussichtspunkt ist ein CP angeschlossen und wir bleiben hier. Vielleicht gibt es morgen früh eine Chance. Hermann geht um unser Auto und sucht schon seine "Läppchen". Ihm stehen die Tränen in den Augen, wenn er sein Auto sieht. Wo doch alles bei ihm immer geputzt und gewienert wird. Das kann er hier nicht. Erstens ist es verboten, zweitens ist dieser Staub hier steinhart. Ohne einen Hochdruckreiniger an einer offiziellen Waschmöglichkeit geht gar nichts. 

Die suchen wir in den nächsten Tagen. Unterwegs - mitten im Busch - ein Altwaren- und Neuwaren-Händler. Schon kurios, was hier alles verkauft wird. 

27.6.2015

Morgens höre ich meinen Trapper um 4.30 Uhr im "Wohnzimmer" rumoren. Dann ist auf einmal Stille. Zufällig gucke ich aus dem "Schlafzimmerfenster" und sehe ihn Richtung Aussichtspunkt den Berg hinauf laufen. Aber selbst vom Bett aus kann ich den Denali strahlend in der Sonne liegen sehen. Was sind wir froh, dass wir hier übernachtet haben. Ich suche meine Brille um besseren "Durchblick" zu haben und wende mich wieder dem Fenster zu als plötzlich, wie aus dem Nichts, eine Elchkuh keine 20 Meter vom Auto weg den Parkplatz überquert. So nah habe ich noch keine gesehen und bedauere, dass Hermann den Fotoapparat mitgenommen hat. Nach einer halben Stunde kommt er wieder zurück und hat reiche Beute gemacht. Nicht nur die Alaska-Range im Sonnenschein, sondern auch einen Weißkopfadler bei der Jagd hat er eingefangen. Ein Blick aus dem Fenster sagt uns, dass nach 30 Minuten die Berge schon wieder in den Wolken verschwunden sind.

Wir frühstücken und machen uns auf den Weg zu einer Auerochsenfarm, kurz vor Anchorage. Um 15.00 Uhr sind wir da und es geht gerade eine Führung los. Ein holländisches Ehepaar, das in Californien lebt und wir, das ist unsere Gruppe. Wir bekommen einen Einblick in das Förder- und Zuchtprogramm der Auerochsen hier in Alaska. Danach besuchen wir die Weiden. Im Moment leben 85 erwachsene Tiere und 3 Babies hier. 

Nach dem Besuch der Tiere geht es wieder auf den Highway nach Anchorage. Wir müssen mal wieder einkaufen.Unterwegs mache ich herrliche "Wolkenbilder". Und einige typische Einkaufsstraßen habe ich auch fotografiert. Es ist schon ganz anders als bei uns zu Hause. 



28.6.2015

Wir machen uns auf den Weg nach Seward am Golf von Alaska. In Seward halten alle Kreuzfahrtschiffe, die eine Canada-Alaska-Kreuzfahrt machen. Und von hier aus macht man Bootstouren zu den 26 Gletschern des Kenai Fjords National Park (www.kenaifjords.com). Diese Touren zählen angeblich zum Allerbesten was Alaska zu bieten hat. Doch zuerst verlassen wir Anchorage über den Turnagain Arm, der viele Meilen am Cook Inlet vorbeiführt. Dieser Meeresarm unterliegt den Gezeiten und hat einen Tidenhub von über 11 Metern. Das ist der zweitgrößte Hub hier in Nordamerika. Das Wetter verhält sich endlich "Alaska-typisch". Mit vielen Wolken, ab und zu Regen und niedrigen Temperaturen. Hermann ist heute mürrisch und hat bereits nach 65 Kilometern keine Lust mehr auf die "Kilometerfresserei". Also machen wir an einem wunderschönen Bucht-Abschnitt halt. Bei Flut sollen hier Beluga-Wale bis kurz vor Anchorage hereinschwimmen. Wir kommen bei Ebbe an und als wir am anderen Morgen wach werden ist Flut-Höchststand.Aber leider haben wir keine Belugawale gesehen.


29.6.2015

Das Wetter ist besser, soll heißen: hellere Wolken, ab und zu Regen und niedrige Temperaturen, 11°!

Das hält die Alaskaner oder Alaskarianer oder die Bewohner von Alaska aber nicht davon ab, sich den "sommerlichen" Temperaturen entsprechend zu kleiden: Shorts, T-Shirt und Flip-Flops.

Die Touristen erkennt man an den Fleecejacken! 

Auf unserem Weg machen wir einen Abstecher zum Portage Lake, auf dem bis in den frühen Sommer hinein noch Eisschollen von nahen Byron Glacier zu sehen sind. Ja wir haben welche gesehen, aber sehr weit weg und ganz klein.

Wir fahren nicht mit dem dortigen Ausflugsschiff, sondern fahren wieder 2,5 Meilen zurück auf einen Parkplatz am Fuß des Byron Glacier. 

Hier kann man 1 Meile auf den Gletscher zu laufen und steht dann - in etwa - am Fuß des ewigen Eises.

Der Weg dorthin ist eben und gut präpariert. Wir treffen auf dem Hinweg nur ein einzelnes Paar. Dort angekommen legen wir

den Schriftzug unseres ersten Bildes für den Alaska-Bericht.

Danach laufen wir zurück und ständig kommen uns Leute entgegen. Ja, es ist jetzt 10.00 Uhr und da sind die Massen unterwegs.

Man muss hier früh aufstehen!

Mit uns sind viele, viele Wohnmobile auf dem Weg nach Seward. Dieser kleine Küstenort mit 2.700 Einwohnern hält immerhin 500 Wohnmobil-Stellplätze bereit. Es ist, obwohl heute erst Montag ist, bereits rappelvoll. Am 4.Juli findet hier nämlich Mount Marathon (921 m) Race statt. www.mmr.seward.com 

Die Sieger bewältigen den zum Teil sehr steilen Weg zum Gipfel und zurück ins Tal unter 43 Minuten.

Wir finden einen Stellplatz direkt am Hafen. Ob der schön ist? Urteilt selbst! Die Stellplätze bieten nichts! Kein Strom (den wir ja nicht brauchen, wir haben einen Generator!), kein Wasser, keine Ent- und Versorgung - NICHTS! Eben nur ein Parkplatz. Und dafür 15 US$ die Nacht.

Aber von hier ist man zu Fuß im Zentrum und kann direkt die Tour-Schiffe zu den Gletschern besteigen. Außerdem sind alle Restaurants und Bars fußläufig zu erreichen. Und das ist uns wichtiger im Moment als in der Natur zu stehen.


30.6.2015

Heute schauen wir uns das Mini-Städtchen an, besuchen die Veranstalter der Bootstouren zu den Gletschern und machen Preisvergleiche.

Es gibt nicht nur unterschiedliche Schiffe, auch Touren unterschiedlicher Länge von 3 - 9 Stunden. Wir nehmen erst mal alle Prospekte mit und gehen etwas essen. Wir haben einen fish-und-chips-Laden gesehen und dahin gehen wir. Es gibt 2x fish+chips und 1 Bier. Kostet? Haltet Euch fest: 50 US $!!!! Dafür haben wir in Australien und Neuseeland höchsten 15 $ bezahlt. Da das Essen auch noch grottenschlecht war, war's das erst mal wieder mit dem Essen gehen. Du musst warten bis die Kellnerin kommt und Dir einen Tisch zuweist, dann kommt ein Pappbecher voll Eis, aufgefüllt mit Wasser. Dann kommt sie mit ihrem Block und will wissen, was wir bestellen möchten. Ok, das wars, schon ist sie wieder weg. Nach ca. 10 Minuten ist das Essen da. Die Pommes fettig und labberig, der Fisch (obwohl Lachs) ist doppelt paniert und das ganze gibts im Plastikkörbchen. Wenn man fertig ist mit dem Essen, wird sofort abgeräumt. Sekunden später ist sie wieder da und fragt ob man noch einen Kaffee oder etwas Süßes möchte. (Nach der Qualität des Hauptgangs verzichten wir lieber). Ok, dann nicht! Hier ist die Rechnung! Cash or Credit? Cash - dann kann sie ja gleich warten. Danach muss man das Restaurant verlassen, es warten schließlich noch andere. Was haben wir doch in Deutschland für eine tolle Ess-Kultur. Man darf sich Zeit lassen mit der Bestellung, kann hinterher in Ruhe etwas trinken usw. Man muss öfter verreisen um zu wissen, wie gut wir es haben.

Wir haben uns einen Veranstalter der Bootstouren herausgesucht und gehen hinüber um zu buchen. Die 6-Stunden-Tour kostet pro Person 159 $ plus Tax und Fee - damit sind es dann ca. 345 US-$ gesamt. Ganz schön happig.


29.6.2015

Das Wetter ist besser, soll heißen: hellere Wolken, ab und zu Regen und niedrige Temperaturen, 11°!

Das hält die Alaskaner oder Alaskarianer oder die Bewohner von Alaska aber nicht davon ab, sich den "sommerlichen" Temperaturen entsprechend zu kleiden: Shorts, T-Shirt und Flip-Flops.

Die Touristen erkennt man an den Fleecejacken! 

Auf unserem Weg machen wir einen Abstecher zum Portage Lake, auf dem bis in den frühen Sommer hinein noch Eisschollen von nahen Byron Glacier zu sehen sind. Ja wir haben welche gesehen, aber sehr weit weg und ganz klein.

Wir fahren nicht mit dem dortigen Ausflugsschiff, sondern fahren wieder 2,5 Meilen zurück auf einen Parkplatz am Fuß des Byron Glacier. 

Hier kann man 1 Meile auf den Gletscher zu laufen und steht dann - in etwa - am Fuß des ewigen Eises.

Der Weg dorthin ist eben und gut präpariert. Wir treffen auf dem Hinweg nur ein einzelnes Paar. Dort angekommen legen wir

den Schriftzug unseres ersten Bildes für den Alaska-Bericht.

Danach laufen wir zurück und ständig kommen uns Leute entgegen. Ja, es ist jetzt 10.00 Uhr und da sind die Massen unterwegs.

Man muss hier früh aufstehen!

Mit uns sind viele, viele Wohnmobile auf dem Weg nach Seward. Dieser kleine Küstenort mit 2.700 Einwohnern hält immerhin 500 Wohnmobil-Stellplätze bereit. Es ist, obwohl heute erst Montag ist, bereits rappelvoll. Am 4.Juli findet hier nämlich Mount Marathon (921 m) Race statt. www.mmr.seward.com 

Die Sieger bewältigen den zum Teil sehr steilen Weg zum Gipfel und zurück ins Tal unter 43 Minuten.

Wir finden einen Stellplatz direkt am Hafen. Ob der schön ist? Urteilt selbst! Die Stellplätze bieten nichts! Kein Strom (den wir ja nicht brauchen, wir haben einen Generator!), kein Wasser, keine Ent- und Versorgung - NICHTS! Eben nur ein Parkplatz. Und dafür 15 US$ die Nacht.

Aber von hier ist man zu Fuß im Zentrum und kann direkt die Tour-Schiffe zu den Gletschern besteigen. Außerdem sind alle Restaurants und Bars fußläufig zu erreichen. Und das ist uns wichtiger im Moment als in der Natur zu stehen.


30.6.2015

Heute schauen wir uns das Mini-Städtchen an, besuchen die Veranstalter der Bootstouren zu den Gletschern und machen Preisvergleiche.

Es gibt nicht nur unterschiedliche Schiffe, auch Touren unterschiedlicher Länge von 3 - 9 Stunden. Wir nehmen erst mal alle Prospekte mit und gehen etwas essen. Wir haben einen fish-und-chips-Laden gesehen und dahin gehen wir. Es gibt 2x fish+chips und 1 Bier. Kostet? Haltet Euch fest: 50 US $!!!! Dafür haben wir in Australien und Neuseeland höchsten 15 $ bezahlt. Da das Essen auch noch grottenschlecht war, war's das erst mal wieder mit dem Essen gehen. Du musst warten bis die Kellnerin kommt und Dir einen Tisch zuweist, dann kommt ein Pappbecher voll Eis, aufgefüllt mit Wasser. Dann kommt sie mit ihrem Block und will wissen, was wir bestellen möchten. Ok, das wars, schon ist sie wieder weg. Nach ca. 10 Minuten ist das Essen da. Die Pommes fettig und labberig, der Fisch (obwohl Lachs) ist doppelt paniert und das ganze gibts im Plastikkörbchen. Wenn man fertig ist mit dem Essen, wird sofort abgeräumt. Sekunden später ist sie wieder da und fragt ob man noch einen Kaffee oder etwas Süßes möchte. (Nach der Qualität des Hauptgangs verzichten wir lieber). Ok, dann nicht! Hier ist die Rechnung! Cash or Credit? Cash - dann kann sie ja gleich warten. Danach muss man das Restaurant verlassen, es warten schließlich noch andere. Was haben wir doch in Deutschland für eine tolle Ess-Kultur. Man darf sich Zeit lassen mit der Bestellung, kann hinterher in Ruhe etwas trinken usw. Man muss öfter verreisen um zu wissen, wie gut wir es haben.

Wir haben uns einen Veranstalter der Bootstouren herausgesucht und gehen hinüber um zu buchen. Die 6-Stunden-Tour kostet pro Person 159 $ plus Tax und Fee - damit sind es dann ca. 345 US-$ gesamt. Ganz schön happig.


1.7.2015

Um 11.30 Uhr startet unsere Bootstour. 3 Stunden raus in den Golf von Alaska und 3 Stunden zurück. Wir sehen unterwegs Robben, Seeotter, Orcas und Belugas und Delphine. Also das volle Programm. Danach geht es noch zu zwei kalbenden Gletschern. Die Crew holt Gletschereis an Bord, aber leider hat das Schiff keine Alkohol-Lizenz. Somit fehlt der Whisky zum Eis. Ist auch besser so, man sieht nämlich manch "grünes" Gesicht unter den Reisenden. Gestern und vorgestern hat es nur geregnet und heute scheint die Sonne - wie aus dem Bilderbuch.


2.+3.7.2015

Gestern haben wir Seward verlassen. Nach 12 Meilen Fahrt kommt uns ein bekanntes Fahrzeug entgegen. Es sind Viola und Claus aus Konstanz, die wir bei den Niagara Falls kennengelernt haben. Da wir eine ähnliche Strecke fahren, werden wir uns sicher immer mal wieder treffen. 

Sie geben uns die Adresse der homeland-security in Anchorage, die für Visa-Verlängerungen zu ständig ist. Danke dafür!

Wir erreichen am späten Abend Anchorage und übernachten mal wieder bei Walmart. Es ist schon praktisch, Einkaufen und einfach stehen bleiben.

Morgens machen wir uns auf den Weg zum Amt. Gegen 9.50 Uhr treffen wir dort ein. Das Gebäude sieht aus als wäre noch geschlossen. Ein vorbeikommender Passant erklärt uns, dass die erst um 10.00 Uhr aufmachen. Ok, dann warten wir. Um 10.10 Uhr zweiter Versuch! Immer noch geschlossen! Allerdings können wir um die Ecke des Gebäudes einen Mitarbeiter ausmachen und sprechen ihn schnell an. Er erklärt uns, dass erst am Montag wieder geöffnet wird. In Vorfreude auf den 4. Juli haben die also heute schon mal zu gemacht. Das hilft uns jetzt leider nicht weiter. Wir quatschen noch ein bisschen, (Opa war Deutscher und Nachname ist Kümmer, kann aber keiner schreiben deshalb Kummer) und er meint, wir sollten es dann doch in San Franzisco oder Los Angeles versuchen. Wir hätten ja noch eine Masse Zeit bis zum Dezember. Und er könne sich nicht vorstellen, dass wir keine Verlängerung bekämen, wo doch unsere Papiere alle so schön ordentlich wären (haha, typisch deutsch?). 

Wir fahren also auf dem Glenn Highway Richtung Palmer und Copper Center. Gerade (16.00 Uhr) stehen wir vor der öffentlichen Bücherei in Sutton (hier gibts kostenlos Internet) und laden einige Bilder hoch und schildern Euch den neuesten Stand der Dinge.


4.7.2015

Heute geht es weiter Richtung Valdez. Wir sehen den riesigen Matanuka-Gletscher, den man, nach einem längeren Fußmarsch, auch besteigen kann. Wir begnügen uns mit der Ansicht vom Aussichtspunkt und hinterher noch mehrmals von der Straße aus. Er ist einer der Gletscher, die weiter wachsen. Er schiebt sich jedes Jahr 30cm weiter ins Landesinnere. 

Mittags verlassen wir den Glen-Highway und wechseln auf den Richardson-Highway. Schon 12 Meilen vorher konnten wir das mächtige eisbedeckte Bergmassiv des Wrangell-St. Elias Nationalparks sehen. Leider ist es heute sehr bewölkt und daher werden die Fotos nicht annähernd der Realität gerecht. 

Kurz nach dem Abzweig auf den Richardson-Highway befindet sich das Visitor Center des Nationalparks. Leider gibt es mal wieder kein Internet. Woher auch, wir sind in Alaska, mitten in der Natur. 

Wir erfahren, dass man den Park nur über eine nördliche und eine südliche Straße befahren kann. Der nördliche Zugang ist 120 Meilen weiter nördlich am Tok Cut-Off, da kommen wir später noch hin. Der südliche Zugang befindet sich bei Meile 83 auf dem Highway. Alle Angaben werden hier in Meilen gemacht, da es ja nicht so viele Straßen gibt, an denen man sich orientieren könnte. Z.B. heißt es, Toiletten gibt es bei Meile 101, einen Aussichtspunkt mit Angelmöglickeit bei Meile 48 usw. Es ist ein klares und übersichtliches System, da jeder Highway seine eigenen Meilen zählt. Der Richardson-Highway ist z.B. 129 Meilen lang, beginnend in Valdez bei 0 und endend an der Kreuzung zum Denali Highway bei Meile 129.

Wir fahren heute noch nicht in den Park hinein, das machen wir auf dem Rückweg. Wir wollen weiter Richtung Worthington Glacier und Valdez. Wir kommen bis Meile 74 und finden einen schönen, ruhigen Platz an einem kleinen Fluss. Wir stehen ganz alleine und hören nur nachts ein paar Schüsse zur Feier des Unabhängigkeitstages. Normalerweise gibt es Feuerwerk, das ist aber wegen der extrem hohen Brandgefahr überall verboten worden.


5.7.2015 Auf dem Weg nach Valdez

Auf dem Weg beim Worthington Gletscher halten wir an. Wir gehen zum Aussichtspunkt und sehen von dort, dass es einen Trail bis zum Gletscher gibt. Wir also zurück zum Auto, Wanderschuhe und Fleecejacke an und los gehts. Es ist nicht immer einfach, aber nach 20 Minuten sind wir dort. Hermann traut sich sogar unter das Eis, da halte ich doch lieber Abstand. Das geschmolzene Eis läuft überall die Felswände herab und bildet unten einen kleinen Fluß. Wir gehen langsam zurück und uns kommen Gruppen mit Führern entgegen. 


Typisch Amerikaner! Die zahlen lieber den Führer als mal was auf eigene Faust zu machen. Es ist jetzt 9.00 Uhr und langsam werden auch die Parkplätze voller. Dieses Wochenende ist in ganz Alaska die Lachs-Fischfang-Saison mit zahlreichen Wettbewerben eröffnet worden. So sehen wir die Angler überall an den Flüssen mit ihren Wohnmobilen oder Wohnwagen stehen. Da angelt nicht nur Papa, sondern die ganze Familie.

Gegen Nachmittag treffen wir in Valdez ein. Dieses Städtchen hat sich ganz dem Fischfang verschrieben. Auf den Stellplätzen stehen sie teilweise mit 100 Wohnmobilen - auf Schotter! Hauptsache ein Boot oder ein Ufer ist in Sicht und fußläufig zu erreichen. Am Hafen werden direkt von einem Hafen-Mitarbeiter für die Angler filettiert. Der Rest der Fische rutscht - sehr zur Freude der einheimischen Möwen - über eine Rutsche wieder ins Meer. Das ist schwelgen im Überfluss! Wieviel Fischsuppe man allein von den Resten machen könnte. 

Die "Stadt" ist nett aber uns zu überlaufen. Wir fahren 8 Meilen aus der Stadt heraus. Dort haben wir auf der Hinfahrt einen schönen Stellplatz direkt am Fluß gesehen. Und da es 29° mittlerweile sind, machen wir Urlaub.

6.7.2015 Wrangell-St. Elias NP

Wir verlassen nach 82,5 Meilen den Richardson Highway und fahren in den Nationalpark auf der McCarthy-Road. Diese bildet den südlichen Zugang in den Park. Die ersten 33 Meilen sind noch asphaltiert, danach Schotter. Die Bewohner des NP sind fast alles Indianer, sie haben das Recht hier zu wohnen. Ca. 80% des Parks sind Privatbesitz, entweder in öffentlicher Hand oder in Händen großer Investoren (z.B. Exxon). Ein kleinerer Teil ist auch noch aus den 70er Jahren in der Hand von Weißen, die damals hier Grund und Boden gekauft haben und sich bisher weigern, entweder an den Staat oder an einen Investor zu verkaufen.  

Nach ca. 7 Meilen ist ein kleines Hotel mit angeschlossenem Campingplatz und Tankstelle und einem kleinen Lebensmittelgeschäft. Und ganz wichtig: einem sehr gut bestückten Waschsalon. Es stehen 10 Waschmaschinen (ganz neu) und 10 Trockner (auch ganz neu) drin. Die Waschmaschine will pro Waschgang mit 3,75 $ und der Trockner mit 2,75$ gefüttert werden. Dafür sind sie jeweils nach ca. 30 Minuten fertig. Hier wird nur mit der Temperatur gewaschen, mit der das Wasser eingespeist wird. Und das ist in den meisten Fällen kalt. Aber man hat wenigstens das Gefühl, die Wäsche ist sauber. Wir gehen hier noch ein bisschen ins Internet, schließlich müssen die letzten Tage berichtet werden.

Dann geht's weiter Richtung Chitina.

Wir finden lustige Behausungen auf dem Weg. In Chitina besuchen wir noch die Ranger Station um uns nach dem Zustand der Schotterstraße zu erkundigen. Sie ist in "pretty good condition". 

Das hier nicht immer die Wahrheit gesagt wird, merken wir schon nach den ersten 3 Meilen. Die Straße ist vielleicht mit einem Panzer zu befahren, aber auf keinen Fall mit einem Wohnmobil.

Daher wenden wir und fahren den Weg zurück, bis der asphaltierte Teil der Straße wieder anfängt. 

Dort kann man direkt am Fluss stehen - mitten in der Natur und im Dreck. Wir probieren ungefähr 5 Plätze aus und geben schließlich resigniert auf. Man kann sich hinstellen, wo man will und wie man will, der Staub findet seinen Weg ins Auto. Dann bauen wir halt heute Abend Sandburgen - IM AUTO!

Wir versprechen unserem Dicken ja die ganze Zeit, dass er in TOK wieder gewaschen wird. Und zwar gründlich. Jetzt wird das Versprechen ausgeweitet werden müssen - auch auf innen!

Hermann kommt gerade von draußen wieder rein und wäscht sich erstmal das Gesicht und die Hände, um sich dann den Sand und Staub aus dem Mund zu spülen. Ja wirklich, es knirscht zwischen den Zähnen. Da wir aber unmöglich bei 31° im geschlossenen Auto sitzen können, machen wir die Dachluken und die Eingangstüre auf. Mal sehen, wie wir morgen aussehen......


7.7.2015

Ganz wichtig heute: Letzte Nacht hat uns ein Bär auf dem Platz besucht. Hermann hat die anderen Gäste beobachtet, wie sie versuchten ihn mit Knallfröschen und einer Art Signalpistole zu vertreiben. Wie vertreibt man aber einen Bären, der den Duft von frisch gefangenem Lachs in der Nase hat? Gar nicht! Die Knallerei geht bis morgens. Als dann endlich alle wach sind und Leben ins Camp kommt, verdrückt sich Meister Petz. Die Jungs fischen hier wie die Verrückten. Einer der Jungens gestern (die mit den Schlammsuchern auf dem Bild sind) hat uns erzählt, dass er 21 Lachse in 4 Stunden gefischt hat. Natürlich nicht mit der Angel, sondern mit dem großen Netz. Das halten die einfach nur ins Wasser und die Lachse schwimmen rein. Die Lachse sind mindestens 40 cm lang, sonst müssen sie wieder ins Wasser. An jedem Fluss stehen große Wasserwagen, damit hier an Holztischen die Fische direkt ausgenommen und gereinigt werden können. 

Haben wir schon erwähnt, dass Alaska ein Traumland ist? Wenn der Winter hier nur nicht so lang wäre!

Heute fahren wir mit unserem "Sandauto" weiter Richtung TOK. Auf dem Weg besuchen wir eine Yak-Farm. Wir kaufen 2 YAK-Steaks, die bei nächster Gelegenheit gegrillt werden sollen. Der Farmer erklärt uns, dass Yak-Fleisch einen ganz anderen Geschmack als Rind hat und max. medium gegart werden darf, besser blutig. Dann ist es am zartesten. Wir werden es so probieren und berichten.

Die Wolle der Tiere wird hier unter dem Oberfell "geerntet" und dann nach Tibet zur Weiterverarbeitung geschickt. Dann kommt sie als Strickwolle, Pullover oder Decke wieder zurück und wird hier verkauft.

Da es bedeckt ist und nicht so heiß wie gestern, wollen wir noch bis zur Nadeshna-Road, dem nördlichen Zugang zum Wrangell-Nationalpark kommen. Nicht das diese Straße auch "in pretty good condition" ist. Um 17.00 Uhr sind wir da und - Gott sei Dank - ist sie bis Meile 6,1 asphaltiert. OK, ein paar kleine Löcher und Bodenwellen - die sorgen bestimmt dafür, dass der Sand wieder aus allen Fugen rausfällt. 

Wir finden einen tollen Platz an einem ganz kleinen Bach - und das Beste - wie sind ganz alleine hier. 

8.7.2015

So eine tolle Nacht! Hermi und ich - und mindestens 25 Mücken im Auto. Bis 2 Uhr morgens war noch alles in Ordnung. Danach wurden die Jagdscheine ausgegeben und los ging's. Hermann hatte sie um 4 Uhr endlich alle erwischt und wir sanken wieder todmüde in die Federn.

Um 6 Uhr wurden wir wieder durch ein leises Summen geweckt. Jetzt reichte es! 

Wir standen auf, ich machte Frühstück und Hermi ging wieder auf die Jagd. 

Um 8 Uhr waren wir abfahrbereit und machten uns auf Richtung Tok. Nach nur 60 Meilen hatten wir den Ort erreicht. Hier waren wir ja schon auf  der Hinfahrt, also kannten wir uns schon aus. Erst einkaufen, dann Campingplätze checken. Es gab zwei mit eigenen Auto-Waschanlagen. Aufgrund der langen Warteschlange beim CP direkt am Alaska Highway (da kommen alle die an, die den Top-of-the-World-Highway von Dawson City herkommen) fahren wir wieder 2 Meilen aus Tok heraus und finden dort einen netten CP mit Waschanlage, ganz ohne Schlange. Wir checken ein, bekommen einen Platz und jede Menge 25 Cent-Münzen für das Kärcher-Gerät. Da es regnet, essen wir erst zu Mittag, ruhen noch ein bisschen und gegen 13.00 Uhr scheint auch schon die Sonne wieder. Also - auf geht's. Wir müssen unser Versprechen einlösen und den Dicken säubern. Als erstes mache ich eine dicke Pampe aus Natronpulver und reibe damit die festgeklebten Insektenleichen auf der Front ein. Danach wird mit Shampoo und Bürsten der ganze Wagen gereinigt. Als wir bei diesen Vorarbeiten sind, rauscht auf der Hauptstraße ein Carthago vorbei. Ich denke noch, das könnten Claus und Viola gewesen sein. Wir arbeiten weiter und als wir uns umdrehen, stehen tatsächlich die zwei vor uns. Wir tratschen eine halbe Stunde, dann müssen wir aber weitermachen, sonst trocknet uns das Shampoo auf dem Auto ein.

Claus und Viola wollen auch weiter, denn es soll heute für sie noch bis kurz vor die kanadische Grenze gehen. 

Hermann kärchert unser Auto ab und siehe an - es kommt wieder Weiß zum Vorschein. Danach fahren wir auf unseren Stellplatz und dann geht es innen weiter. Um 18.00 Uhr ist alles wieder "relativ" sauber und wir sind fix und fertig. 


9.+10.7.2015

Wir haben uns gestern mit Claus und Viola auf dem Platz am Deadman Lake verabredet. Es ist nicht allzu weit und mittags treffen wir auf diesem wunderschönen Naturplatz ein. Die Zwei haben wahnsinniges Glück gehabt und den einzigen Platz erwischt, der direkt auf den See gucken kann. Wir dürfen abends auch davon profitieren, denn wir sitzen bis 12.00 Uhr draußen und quatschen. Man merkt gar nicht wie schnell die Zeit vergeht, wenn es nicht dunkel wird. Aber es wird kühler und deshalb trennen wir uns schweren Herzens. Morgen ist schließlich auch noch ein Tag.

Am nächsten Tag versucht Claus seine Trittstufe zu reparieren, was Hermi direkt animiert, ebenfalls seinen Werkzeugkoffer herauszuholen und unsere Stufe zu kontrollieren. Und siehe da, auch bei uns sind alle Schrauben lose! (Nee, nicht die bei uns, die am Fahrzeug!)

Kein Wunder bei den Straßenverhältnissen. Innen hat Hermann schon alle Schrauben angezogen, nun also alles außen. 

Nachmittags wollen wir uns - wie gestern auch - wieder in die Sonne legen. Aber leider - es regnet. Claus und viola werden auf ihrem kurzen Spaziergang von einem richtigen Schauer überrascht und werden ganz schön nass. Sie wollen sich umziehen und dann weiterfahren.

Wir bleiben noch hier und faulenzen.


11.7.2015

Auf geht's zur kanadischen Grenze. Nach nur 29 Meilen haben wir die US-Grenze erreicht. Niemand will etwas von uns und wir fahren einfach weiter. Nach weiteren 25 km (wir sind wieder in Canada - daher Kilometer und die Uhr eine Stunde vorstellen!) haben wir die canadische Grenze erreicht. Nach ein paar Fragen und Vorzeigen der Pässe wünscht man uns "gute Fahrt" und es weiter nach Beaver Creek, dem westlichsten Ort in Canada. Hier in der Touristen-Info gibt es Internet - wie Ihr merkt.