Los geht's !

3.5.2012 Düsseldorf - Ediger-Eller/Mosel 138 km

Wir sind nicht - wie geplant - am 2.5. losgefahren. Es kamen, wie immer, noch einige Dinge dazwischen. Aber am 3.5. morgens um 9.00 startete Herr Hermann pünktlich die Motoren, ähm, den Motor natürlich. Das erste Stück bis hinter Köln ging es, wie immer, über die Autobahn. Sonst ist ja aus dem Rheinland kein Fortkommen. Bei Ahrweiler ging es dann auf die Landstraße Richtung Nürburgring. Hermann machte mal wieder auf Nostalgie und wollte unbedingt zum Pflanzgarten und zum Brünnchen. Es lief auch gerade eine Privatveranstaltung mit allem Pipapo. Sicherheitsleute, Porsche's, Audi's und Mercedesse (ist das jetzt so richtig oder heißt es "Mercedes'se). Egal, Ihr wisst, was ich meine. Schwupp di wupp war Hermi im Gespräch mit zwei Motorradfahrern, die eigentlich auf dem Weg nach Slowenien waren. Da sie aber noch nie in der Eifel waren und es ihnen hier besonders gut gefiel, haben sie kurzerhand ihre Pläne geändert und bleiben jetzt 2 Wochen in der Eifel und im Hunsrück. Das ist auch besser, dass das Geld in der Heimat bleibt. Reicht schon, wenn wir immer ins Ausland fahren. Nach dem Mittagessen (Kartoffelsalat mit Würstchen - gibt's bei uns immer am 1. Fahrtag) ging es dann weiter Richtung Cochem. Da dort aber kein schöner Stellplatz ist, fahren wir weiter Richtung Ediger-Eller. Sowohl in Ediger als auch in Eller gibt es sehr schöne Stellplätze direkt an der Mosel. Der Platz ist rappelvoll. Wir quetschen uns dazwischen und gehen anschließend in den historischen Ortskern mit zahlreichen Straußwirtschaften bei den Weinbauern. Leider, leider, gibt's davon keine Fotos - Kamera im Auto vergessen.

4.5.2012 Ediger-Eller - Osthofen n.Worms 156 km

Nach einer wunderbar ruhigen und langen Nacht (die Uhren im Auto waren noch nicht auf Sommerzeit gestellt und so haben wir bis 9.00 Uhr geschlafen) fahren wir weiter Richtung Hunsrück. Drei Stellplätze fahren wir an, aber keiner gefällt uns. Dann finden wir einen Weinbauern mit Stellplatz, Weinverkostung und Spargelverkauf. Aber nicht für uns! Hier ist es rappelvoll mit Wohnmobilen. Wir kaufen also nur Spargel und fahren weiter. In Osthofen finden wir dann endlich einen Platz, der uns gefällt und auf dem auch noch eine Menge Platz ist. Wir schlendern in den Ort und sehen uns eine Strauß-wirtschaft an. Mehr gibt es hier nämlich nicht. Hier steppt nicht der Bär, hier fällt er in den (Winter)-Schlaf. Hier ist nichts, aber auch gar nichts los. Na ja, nur zum Übernachten reicht's. Morgen geht es Richtung Walldürrn.

5.5.2012 Osthofen - Walldürrn 114 km

Bei strahlendem Sonnenschein gehts weiter Richtung Walldürrn. Die Strecke ist nicht so weit und so lassen wir uns Zeit. Zum Mittagessen gibt es für Hermann seinen heißgeliebten Spargel. Gegen 14.00 Uhr treffen wir in Walldürrn ein. Der Stellplatz der Fa. Goldschmitt ist belegt vom Kartclub Walldürrn, der hier ein Jugend-Turnier austrägt. Das ist wieder was für Hermann. Bis 17.00 Uhr geht die Veranstaltung, um 18.00 Uhr ist der Platz wieder sauber und wir können umziehen auf den Stellplatz.

6.5.2012 Walldürrn - Isny im Allgäu 278 km

Heute morgen um 7.30 Uhr (Habe ich schon erwähnt, wie früh die hier anfangen zu arbeiten?) wurde unser Dicker direkt in die Halle geholt. Ein Ventil an der hinteren rechten Stütze musste gewechselt werden, dazu gab es kostenlos ein Software-Upgrade. Danach haben wir noch entsorgt und waren um 11.00 Uhr "on the road again". Munter ging es über die Landstraße bis Aalen, dann auf die A7 und weiter Richtung Isny im Allgäu. Dort stellen wir uns auf den Platz "Untere Mühle". Dies ist ein kleiner Stellplatz für 10 Wohnmobile und er hat den großen Vorteil, er liegt direkt an der historischen Altstadt. Der müssen wir natürlich noch einen Besuch abstatten. Um 19.00 kommen wir gerade noch rechtzeitig zurück um unseren Stellplatz zu bezahlen. Morgen geht es Richtung Schweiz. Dafür haben wir keine Internatkarte, daher wird es erst wieder einen Bericht aus Italien geben. Bleibt uns die 2-3 Tage treu.

7.5.2013 Isny / Allgäu - Triesenberg/Lichtenstein 118 km

Heute morgen gehe ich noch schnell meine deutsche Internetkarte aufladen und danach machen wir uns auf den Weg in die Schweiz. Über Bregenz geht es ein kurzes Stück durch Österreich auf der Autobahn (wo wir mal wieder unsere Go-Box aufladen müssen, da wir sie seit 1,5 Jahren nicht genutzt haben) über einen kleinen Grenzübergang nach Liechtenstein. An der Grenze kaufen wir die Schwerlastabgabe für 10 Tage für 32 Sfr und fahren bei bedecktem Wetter nach Vaduz, wo es einen Stellplatz geben soll. Aber leider - es ist inzwischen ein Großparkplatz. Man könnte hier zwar stehen, aber es gefällt uns nicht. Wir fotografieren noch den Rhein und den Stellplatz und fahren dann weiter Richtung Triesenberg. Hermann sagt später, wenn er gewusst hätte, was da auf ihn zukommt, wäre er nie dorthin gefahren. Denn es geht in sehr engen Serpentinen und sehr steil auf den Berg. Aber wie sagt er immer: Wo der Bus hinkommt, da komme ich auch hin.Der eigentliche Stellplatz existiert nicht mehr. Aber am Sportplatz gibt es einen Parkplatz, auf dem man 24 Std. stehen darf. Und dazu gibt' s gratis eine tolle Aussicht ins Rheintal.

8.5.2013 Triesenberg/Liechtenstein - Novate Mezzola/Italien 173 km

Von Triesenberg sind wir ruck-zuck raus aus Liechtenstein (noch kleiner als Luxemburg, aber größer als Andorra) und gondeln über die Landstraße in die Schweiz. In Silvaplana, nachdem wir den Julierpass bewältigt haben, essen wir zu Mittag. Danach kommt der viel kleinere, aber viel steilere Passo del Maloja. Hermann fühlt sich doch sehr an den Trollstiegen in Norwegen erinnert. Weiter geht's zum Lago di Mezzola. Hier gibt es einen kleinen dörflichen Stellplatz, wunderschön direkt am See. Wir kommen um 15.00 Uhr an, holen die Stühle raus und genießen 29°  (in der Sonne, natürlich nur). Wir laufen danach noch ein Stückchen um den See, bis es zu frisch wird.

9.5.2013 Novate Mezzola - Certosa di Pavia

Bei wunderschönem Wetter geht es heute flott südwärts. Beide mögen wir die Strecke rund um Mailand garnicht. Wir fahren zwar immer Autobahn, aber auch hier kommt einem das Müllproblem entgegen. In Form von fliegenden Plastikverpackungen und Müllbergen auf den Parkplätzen. Bevor wir jedoch auf die Autobahn fahren, machen wir noch einmal Halt in Lecco, auf dem dortigen Stellplatz. Er hat eine hervorragende Ent- und Versorgungseinrichtung und die haben wir genutzt um noch einmal unser Frischwasser aufzufüllen. Bis Palermo haben wir keine Möglichkeit mehr. Um 15.00 Uhr treffen wir auf dem Park-/Stellplatz des Klosters Certosa die Pavia ein. Hier schlafen wir immer die letzte Nacht bevor wir in Genua auf die Fähre gehen. Von hier sind es nämlich nur noch 130 km bis zum Fährterminal in Genua. Mit uns stehen hier noch vier Wohnmobile. Nachts ist es hier traumhaft ruhig, denn dann sind die Heerscharen von Pilgern und Besuchern wieder weg. Busweise werden die armen Leute hier abgeladen, haben dann eine Stunde Zeit um die Kirche und die Klosteranlage zu besichtigen um dann mit dem Bus sicherlich zur nächsten Attraktion gefahren zu werden. Obwohl wir bereits 3x hier waren, gehen wir doch wieder in die Kirche (dem heutigen Tage angemessen). Leider darf man innen nicht fotografieren, aber ein paar Aussenaufnahmen haben wir doch gemacht. Heute abend sind es immer noch 26°. Die Umstellung auf diese Temperaturen bringt uns ganz schön ins Schwitzen. Elke und Klaus haben uns ja frühzeitig über das Unglück im Hafen von Genua informiert. Gestern Abend haben wir es ja dann selbst in den Nachrichten gesehen. Nun werden wir uns morgen mal das Gerümpel im Original anschauen. Hoffentlich ist nicht das Hafenbecken der Fähren betroffen.

10.5.2013 Certosa di Pavia - Genua-Fährhafen 148 km

Was war das heute für ein Tag! Aktuell (17.30 Uhr) stehen wir endlich in Genua im Fährhafen in unserer Warteschlange und es geht ein Gewitter über uns nieder. Aber der Reihe nach: Die ganze letzte Nacht hat es geregnet. Heute morgen bedeckt und nur!!!!! 12°. Ja wo sind wir denn hier? Wir sind auf Wärme, Süßes Leben, heiße Nächte etc. programmiert. Und was soll das jetzt? Na, da müssen wir eben durch. In der Gewissheit, dass es morgen abend wieder leckere 29° in Palermo sind. Hermann hat nach dem Frühstück beschlossen, keine Autobahn zu fahren. Sondern mal rechts und dann links in die Berge auszuweichen und auf dem langen Weg nach Genua zu fahren. Denn - wir haben ja soooo viel Zeit. Als wir auf die rechte Seite der Autobahn gewechselt haben, werden die Strassen immer enger und kleiner und die italienischen Autofahrer immer kreativer. In Bosio gibt es Ravioli gefüllt mit Spinat und Riccota. Lecker! Und dazu gibts gratis ein tolles Panorama. Ab hier wollen wir die landschaftlich schöne Strecke von Bosio nach Marcarolo fahren. Achtundeinhalb Kilometer geht es gut, dann "Straße 165 geschlossen wegen Bauarbeiten". Das wird natürlich nicht am Anfang der Straße angekündigt, warum denn? Der dumme WoMo-Fahrer aus Deutschland soll mal ruhig an der Kreuzung stehen: Rechts wegen Bauarbeiten geschlossen, links keine Durchfahrt über 3,5 Tonnen. Ja, was denken die denn? Es gibt einen Knall und wir lösen uns auf? Nee, nee nicht mit uns. Verbotenerweise fahren wir die 5km lange Straße, die für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gesperrt ist. Ja, auch deutsche Autofahrer können kreativ sein. Dann ging es weiter über kleine und kleinste Straßen mal mit, mal ohne Serpentinen. In Campomorone wirds noch mal richtig eng. Brücke mit ausgewiesener Durchfahrtshöhe von 2,75m. Also, ich nix wie raus aus dem Auto und dem hinter uns stehenden Italiener in perfektem italienisch erklärt, dass wir Probleme mit der Höhe haben "uno problema con Alto" capito? Gott sei Dank, kommt uns die Polizia entgegen und macht Hermann klar, dass die Höhe ca. 3,50 m in der Mitte der Brücke ist. Auch wenns knapp ist, Hermann tastet sich unter beifallmäßigem Hupkonzert der Italiener langsam voran. Endlich sind wir durch und danach auch bald wieder auf der Hauptstraße Richtung Genua. In Genua selbst bekomme ich Schnapp-Atmung. Der Verkehr fließt, aber man muss mit allem rechnen. Telefonierenden Omis, die mal schnell über die Straße hüppen. Oder die ungezählten Rollerfahrer, mal rechts, mal links herum. Man weiß nicht wie, aber es funktioniert. Na ja, endlich sind wir hier und warten auf die Verladung.

11.5.2013 Genua - Palermo 1200 km Fähre/ 7,5 km Auto

Unsere Einschiffung fand gestern pünktlich statt. Aber dann, bei den Reisebussen hakte es. Die Busreisenden müssen ja vor der Verladung aussteigen und mit ihrem Gepäck zu Fuß auf die Fähre gehen. D.h. Gepäck aus dem Bus suchen (hoffentlich auch das Richtige finden) und dann gemessenen Schrittes die Gangway rauf. Und das bei 6 Reisebus-Besatzungen - das dauert. Auf jeden Fall haben wir nicht - wie geplant - um 23.00 die Leinen losgemacht, sondern erst um 23.30 Uhr. Bei der Ausfahrt haben wir uns die Augen ausgeguckt. Aber die Überreste des am Dienstag Abend zerstörten Lotsenturms haben wir nicht gesehen. Ein mitreisendes Ehepaar erzählte uns, dass sie eigentlich die Fähre am Mittwoch gebucht hatten. Diese konnte jedoch nicht fahren. Und deswegen sind alle gebuchten Passagiere auf die Fähren am Donnerstag und Freitag umgebucht wurden. Deswegen ist es bestimmt so voll.  Die Überfahrt war relativ ruhig und langweilig. Seit heute morgen schien die Sonne. Aber auf dem Schiff machte es keinen Spaß in der Sonne zu sitzen, da ein strenger Wind herrschte. So haben wir die meiste Zeit drinnen gesessen und Karten gespielt. Endlich, endlich um 19.30 Uhr fuhren wir in den Hafen von Palermo ein. Hermann hat die Ankunft unseres Lotsens sogar fotografiert. Um 20.30 Uhr rollten wir von Bord. Und, obwohl der Weg zu dem Stadt-Stellplatz in Palermo nur 7,5 km weit ist, rollten wir erst um 21.30 Uhr hier auf den Platz. Ganz hässlich, da es nur ein normaler Parkplatz ist, aber super ruhig, super teuer, und - mitten in der Stadt. Man kann entsorgen, Wasser nehmen und bekommt Strom. Wir werden heute Nacht herrlich schlafen, da wir sehr müde sind.

12.5.2013 Palermo - San Vito lo Capo-am Strand 109 km

Nachdem wir herrlich geschlafen und ausgiebig gefrühstückt haben, geht es die ersten 50 km über die Autobahn. Da Muttertag ist, sind viele Familien unterwegs und an vielen Stränden wird gepicknickt und gegrillt. 

An dem Müllproblem hat sich immer noch nichts geändert. Rechts und links der Straße liegen die Berge von Müll. Endlich abseits der Autobahn werden die Orte kleiner und auch der Verkehr wird ruhiger. Pünktlich zur Formel 1 treffen wir in San Vito am Strand ein. Es stehen ca. 20 Wohnmobile hier. Durch einen Blick auf die Nummernschilder wissen wir, dass 17 Fahrzeuge heute abend weg sein werden. Die Italiener müssen schließlich morgen wieder arbeiten. Nach der Formel 1 machen wir es uns in der Sonne gemütlich. Wir müssen uns etwas hinter dem Auto verstecken, denn der Wind bläst ganz schön. Es sind auch nur 21 Grad. Das ist eine schöne Temperatur um die Sonne zu genießen. 

Ein persönliches Bild für Nika und Luca:  Schaut mal, wie es "Euren" Blümchen hier in Sizilien gefällt!

13.5.2013 San Vito lo Capo 16 km

Wir haben uns heute tatsächlich etwas bewegt. Hermann war es heute nach Fisch. Also machen wir uns auf den Weg zum Hafen und dort zur Fischhalle. Als wir ankommen, ist es schon kurz vor 12.00 Uhr und so ist die Auswahl nicht mehr riesig, dafür aber fangfrisch. Wir nehmen uns 4 kleine Makrelen mit. Dann gehts zum Stellplatz im Ort - da pfeift der Wind nicht so wie hier am Strand. Hermi öffnet das erste Mal dieses Jahr seine Freiluftküche. Er macht zum Fisch gebratenes Knoblauchbrot. Ich schnippel schnell einen Salat. Es schmeckt toll! Danach fahren wir wieder zum Strand (machen aber auf dem Weg noch 1-2 Fotos) und müssen uns ausruhen. Morgen geht es Richtung Cefalu.

Und noch ein aktueller Sonnenuntergang

14.5.2013 San Vito lo Capo - 3km vor Cefalu 198 km

Heute ging es weiter Richtung Messina. Der nächste Besichtigungspunkt hinter Palermo ist Cefalu. Hier an der Nordküste von Sizilien gibt es nicht mehr viele Wohnmobil-Stellplätze. So sind wir gezwungen auf einen CP zu gehen. Es gibt zwei davon, ca. 3 km vor Cefalu. Von hier aus können wir morgen früh mit dem Bus reinfahren und uns in Ruhe das Städtchen anschauen. Fast 100 km sind wir heute Autobahn gefahren, damit waren wir weit hinter Palermo, und sind dann wieder auf die SS 113, die Küstenstraße gefahren. Gegen 16.00 Uhr treffen wir auf dem Campingplatz ein. Wir gucken uns den Platz an und gehen dann wieder zu unserem Auto. Erst mal in Ruhe Kaffee trinken.

15.5.2013 Cefalu - Tonnarella 121 km

Heute morgen regnet es. Wir beschließen mit dem Bus nach Cefalu zu fahren, um die Altstadt und besonders den Dom zu besichtigen. Als wir aus dem Campingplatz auf die Hauptstraße kommen und wir diese überqueren, läßt uns ein freundlicher Italiener über die Straße und hält kurze Zeit später neben uns. Er fragt, ob wir nach Cefalu wollten; als wir dies bestätigen, bittet er uns einzusteigen. Er wolle uns hinbringen. Auf der Fahrt stellt sich heraus, dass es der Besitzer der örtlichen Pizzeria ist und er uns bittet, bei ihm heute abend zu essen. In der Altstadt von Cefalu läßt er uns raus und gibt uns noch eine Visitenkarte und die Empfehlung ein Eis bei seinem Freund (Eisbude gleich nebenan) zu essen. Molto, molto bene!!!! Wir gehen dann erst mal in die Altstadt und besuchen die Kathedrale. Eher schlicht, aber eine Stunde später, als wir wieder vorbeikommen, mit riesigem Publikumsandrang, hauptsächlich Schulklassen. Wir schlendern durch die Altstadt, besuchen den örtlichen Waschplatz, der bis ins späte 20.Jh. noch benutzt wurde. Das Wasser kommt aus den Bergen und fließt ab ins Meer. Man kann sogar noch die "Waschbrettsteine" erkennen. Danach gehen wir zum Busparkplatz und fahren mit der Linie 3 wieder zurück zum Campingplatz. Wir versorgen uns noch mit Frischwasser und fahren weiter Richtung Messina. Erst der dritte Stellplatz, den wir anfahren, hat geöffnet. Großer Vorteil: Wir stehen ganz alleine, direkt am Meer. Um 19.30 gehen wir ins örtliche Restaurant, und essen ganz hervorragend. Morgen geht es nach Messina und mit der Fähre aufs Festland. Wir haben beschlossen, die liparischen Inseln auszulassen.

16.5.2013 Cefalu - Torre Faro 42 km

Heute morgen stürmt es. Der Wind bläst Sand und Dreck durch die Gegend. Wirft Gartenmöbel durch die Gegend und reißt Sträucher und Bäume um. Wir fahren Richtung Messina um mit der Fähre aufs Festland zu fahren. Auf dem Weg sehen wir von der Küstenstraße aus immer wieder das aufgepeitschte Meer. Da muss man ja nun nicht unbedingt Fähre fahren. Also fahren wir zur östlichsten Spitze Siziliens und stellen uns dort windgeschützt hin. Wir bummel etwas durch den Ort, aber es macht heute wirklich keinen Spaß draussen zu sein.

17.5.2013 Torre Faro - kurz hinter Palmi 61 km

So, heute morgen geht es ab auf die Fähre und Auf Wiedersehen Sizilien. Wenn wir gewusst hätten, wie hässlich die Nordseite ist, wären wir dieses Stück garnicht gefahren. Sizilien ist wunderschön, aber eben nicht zwischen Palermo und Messina. Nun, wir haben es geschafft und sind gegen 9.30 Uhr an der Fähre. Bei ruhiger See und Sonnenschein macht die Überfahrt richtig Spaß. Der Ätna bläst zum Abschied noch ein Rauchwölkchen raus. Da alle unsere Stellplatzführer für die nächsten 250 km keinen einzigen Stellplatz ausweisen, schauen wir im Internet auf der italienischen Seite für WoMo-Fahrer nach und werden auch schnell fündig. Kurz hinter Palmi gibt es einen Stellplatz direkt am Strand. Dank der Koordinaten finden unsere Navis ruck-zuck dorthin. Es ist ein kleinerer Platz, sehr gemütlich. Erst sind wir alleine, bis auf den Besitzer, der mit einem befreundeten Bauunternehmer eine Weinterrasse anlegen will. Dazu braucht man unbedingt einen Riesenbagger, einen LKW und viele, viele Helfer. Er kommt zu uns und bittet für den Lärm und die Unruhe um Entschuldigung. Dazu pflückt er in seinem Garten ein Schälchen Brombeeren für uns, schickt seinen Sohn noch ein paar Zitronen abschneiden und kommt abends sogar mit selbstgemachter Zwiebel-Marmelade um die Ecke. Vielleicht sollten wir ein paar Tage bleiben? Wer weiss, was noch alles Leckeres in seiner Vorratskammer lagert. Später am Abend kommen noch zwei französische Wohnmobile.

18.5.2013 Palmi - Strand kurz vor Tropea 54 km

Leider müssen wir uns von unserem netten Gastgeber verabschieden, sonst kommen wir nie nach Rom. Reicht doch schon, dass wir täglich immer nur ein paar Kilometer machen. Aber es sind nur noch knapp 500 km bis Rom, das sollte wohl bis Ende des Monats zu schaffen sein. Wir fahren auf einer kleinen Küstenstraße nach Tropea. Die Aussichten sind göttlich und in Tropea finden wir mitten im Ort einen Parkplatz. Also, alles gut verschließen und dann die sehenswerte Altstadt besichtigen. Die Häuser oben sehen aus, als würden sie aus den Felsen herauswachsen. Wir gehen zuerst 304 Stufen runter ans Meer und dann am Ende der Strandpromenade wieder 282 Stufen rauf und durch die Altstadt zurück zum Auto. Auf dem Weg gibt es für Hermann noch eine Zuppa de Cipolla de Tropea und für mich ein paar Nudeln - denn Nudeln machen glücklich. Wenn hier eine Steigerung überhaupt noch möglich ist. Wir fahren dann ein Stück zurück und runter zum Strand in der Hoffnung, hier einen Stellplatz zu finden. Aber - nichts zu machen. Wir parken dann auf dem Parkplatz und jetzt um 19.30 Uhr stehen wir ganz alleine hier. Hoffentlich bleibt das so.

19.5.2013 Strand vor Tropea - Diamante 178 km

Was haben wir für eine ruhige Nacht verbracht. Total einsam, nur das Meeresrauschen war zu hören. Wunderbar! Wir werden sehr früh wach, frühstücken und machen uns dann auf den Weg nach oben zur Hauptstraße. Denn das Sträßchen hier zum Strand ist nur von einem Fahrzeug zu befahren, so schmal ist es. Und mittendrin hat es auch noch 2 Spitzkehren. Wir kommen ohne Gegenverkehr nach oben. Ob das später am Morgen auch so problemlos gegangen wäre? Früh um 9.00 Uhr halten wir schon am ersten Obst- und Gemüsestand. Tomaten, Zwiebeln und noch ein paar Kleinigkeiten, alles frisch und sehr, sehr lecker. Die Tomaten haben hier richtig Geschmack, nicht wie bei den holländischen Wassertomaten, die es bei uns zu kaufen gibt. Wir essen täglich fast 1 Kilo. Wir wollen mal wieder Kilometer machen. Um 10.00 Uhr halten wir am Strand und trinken einen Kaffee. Wir müssen dann auch die vielen Pfingstgrüße per SMS beantworten. Danach geht es weiter Richtung Amalfi-Küste. Gegen Mittag treffen wir in Diamante ein, wo sich wieder mal ein offizieller Stellplatz befinden soll. Als wir durch den Ort fahren wollen, geht dies nicht. Es ist Markt. Also, parken wir das Auto und schlendern über den Markt und durch den sehr hübschen Ort, der mit zahlreichen Wandmalereien aufwarten kann.

Gegen 14.00 Uhr ist der Markt zu Ende und wir können weiter fahren. Es ist hier an der Küste etwas schwierig für uns an den Strand zu kommen. Die Bahnlinie verläuft zwischen Wasser und Straße. Man muss also immer über oder unter der Bahn durch. Aber nicht alle Unterführungen haben eine Durchfahrtshöhe von 3,50 m. Wir müssen dreimal ansetzen, aber dann gehts easy unter der Bahn durch. Wir sehen dann schon von der Straße den Stellplatz. Wie versprochen, liegt er direkt am Strand - herrlich. Wir suchen uns ein schönes Plätzchen und beschließen morgen einen Ruhetag einzulegen.

20.5.2013 Ruhetag

21.5.2013 Diamante - Paestum 183 km

Heute morgen in Diamante war noch herrliches Wetter. Wir haben uns mit unseren Stellplatz-Nachbarn aus Rosenheim etwas verplaudert und sind deshalb erst um 11.30 Uhr losgekommen. Wir wollten ursprünglich auch nur 99 km zum nächsten Stellplatz fahren. Aber - wir waren heute die Meister der Umleitungen. Die Küstenstraße war teilweise gesperrt; Das wird aber erst kurz vor der Sperrung bekannt gegeben, damit die schwedischen und deutschen WoMo-Fahrer (nämlich wir) 19 km zurück fahren müssen, um dann auf der Landstraße mitten durch die Berge gelotst zu werden. Aber die Ausblicke von oben waren schon schön. Dann konnten wir die Straße zum Stellplatz am Meer nicht nutzen, da diese nur 2,40 m breit (unser Dicker 2,38 m) und die Tunneldurchfahrt nur 3,20 m hoch war. Wir hätten noch einmal 25 km Umweg fahren müssen zum Stellplatz. Jetzt war es uns aber zu blöd und so haben wir nach dem Mittagessen beschlossen, direkt durchzufahren nach Paestum. Hier gibt es zwar Campingplätze, diese sind aber in so schlechtem Zustand, da wollen wir uns nicht hinstellen. Nun haben wir einen schönen Platz auf dem örtlichen Busparkplatz gefunden. Wir stehen hier ganz alleine und haben unsere Ruhe. Und das Beste - die Ausgrabungen sind nur 500 m von hier. Also können wir das morgen in Ruhe besichtigen, bevor wir die Amalfiküste unter die Räder nehmen. 

22.5.2013 Paestum - Pompeji 109 km

Heute morgen geht es schon um 8.30 Uhr zu den Ausgrabungen der alten Stadt Poseidonia. Es sind nicht nur drei Tempel besonders gut erhalten, man kann auch anhand der Grundmauern und der noch vorhandenen Hauptstraße sich ein Stadtbild vorstellen. Gegen 10.30 Uhr haben wir fast alles gesehen und da es mittlerweile 32° sind, machen wir uns auf den Weg zurück zum Auto. Hinter Salerno biegen wir ab auf die Amalfitana. Wir kommen bis Maiori, dort macht uns ein freundlicher Italiener darauf aufmerksam, dass für uns das Befahren der Küstenstraße von Amalfi bis Sorrento um diese Jahreszeit verboten ist. Schade, denn genau auf der Strecke liegt unser Campingplatz. Er erklärt uns, dass wir zurück auf die Hauptstraße (25 km zurück) und dann Richtung Castellammare uns von der anderen Seite dem CP nähern müssten. Also, wenden und das ganze Stück zurück. Beim Wenden auf dem engen Dorfplatz beschädigen wir eine Laterne und leider kriegt auch unser Dicker ein bisschen was ab. Die Begrenzungsleuchte an der Stoßstange knickt ab (o.k., die Stoßstange hat auch eine kleine Wunde; aber wirklich nur eine ganz kleine!) Also zurück auf die Strecke und nach 10 km treffen wir einen 40Tonner mit Hänger hintendran. Blöderweise bietet die Straße nicht uns Beiden Platz. Hinter uns Autos, hinter ihm auch, also wohin? Palaver, palaver, endlich kommt unser Retter aus dem Nichts. Ich weiss echt nicht, wo er her gekommen ist, aber - er gibt Kommandos, alle PKW's hinter uns setzen zurück. Wir dann auch, dann muss ein kleiner Lieferwagen, der hinter uns stand, an uns vorbeiziehen. Er ist schmaler und kommt vorbei. Wir können daraufhin noch weiter zurückfahren und endlich kommt dieser LKW-Fahrer vorbei. Gott sei Dank ist alles gut gegangen. Weitere 5 km weiter muss der Dicke dann doch dran glauben. Uns kommt ein kleiner Mercedes entgegen und hält sich stur auf der Mittelspur. Hermann muss voll auf die Bremse und nach rechts lenken. Blöderweise ist da die Mauer an der Straße, dahinter geht es senkrecht zum Meer hinunter. Jetzt hat der Dicke einige Zierstreifen, die er vorher nicht hatte. Aber Gott sei Dank haben wir dann bald diese Strecke überwunden und fahren auf der Autobahn direkt nach Pompeji. Um 17.30 Uhr sind wir auf dem CP in Pompeji und müssen erst einmal Bilanz der Schäden an unserem Dicken ziehen.... Na, das hat sich heute gelohnt!

23.5.2013 Pompeji geschätzte 8 km zu Fuß

Gestern Abend zog ein starkes Gewitter über uns hinweg. Und auch in der Nacht hat es hin und wieder geregnet. Das hat für Abkühlung gesorgt. Heute morgen sind es nur 22° und es ist stark bewölkt, eigentlich sieht es so aus, als wollte es jeden Moment wieder anfangen zu regnen. Aber - die Pflicht ruft. Lange Hosen, Wanderschuhe und Regenjacken, Fotoapparat und Schirme - Gepäck ohne Ende. Als wir an der Kasse zu den Ausgrabungen ankommen, stehen dort schon drei Bus-Besatzungen und möchten auch ihre Tickets kaufen - jeder einzeln, natürlich. Es braucht eine halbe Stunde bis wir an der Reihe sind. Danach können wir endlich das alte Pompeji betreten. Ein riesiges Areal von ca. 2-3 km Länge und 0,5-1 km in der Breite ist wieder ausgegraben. Nach einer halben Stunde auf der Hauptstraße (schaut Euch bitte mal das Pflaster an - hört Ihr unsere Füße jammern?) kommen wir an einen Hügel oberhalb der Stadt und haben einen wunderbaren Überblick über das gesamte Areal. Hermann hat 150 Fotos gemacht, wir zeigen nur ein paar. Aber - es war sehr, sehr beeindruckend. Wie gut alles erhalten ist und wie fortschrittlich die Menschen damals schon waren. Insgesamt waren wir 6 Stunden unterwegs. Morgen wollen wir auf den Vesuv, hoffentlich ist das Wetter dann so wie heute. Muss ich es noch sagen: Regenjacken und Schirme wurden natürlich nicht gebraucht. Aber wenn wir sie nicht dabei gehabt hätten......

24.5.2013 Pompeji - Vesuv - Caserta, La Reggia 75 km

Heute morgen ist es stark bewölkt und leider auch nur 19 °. Also holen wir die wärmeren Sachen raus und machen uns auf den Weg zum Vesuv. Da man dabei die neapolitanischen Randbezirke durchfahren müsste, entscheiden wir uns für die Autobahn. Nach kurzer Zeit erreichen wir die Abfahrt und dann geht es - mal wieder - auf kleinsten und kleinen Straßen und in Serpentinen bis hinauf auf den Parkplatz am Vesuv - hier sind wir in 1.019 m Höhe. Der Parkplatz ist knackenvoll mit Reisebussen, PKW und drei Wohnmobilen. Von hier geht es die restlichen 1,5 km nur zu Fuß und mit erheblicher Steigung bergauf. Oben angekommen schnaufen wir wie die Lokomotiven, aber die Aussicht (wenn die Wolken denn mal aufreissen) und der Blick in den Krater entschädigen für die Mühe. Hier sind es keine 19° mehr, sondern nur noch 12° und ein sehr kalter und heftiger Wind. Nach einer halben Stunde gucken und fotografieren machen wir uns wieder auf den Weg zum Parkplatz. "Von nun an ging's bergab!" Heute hat uns dieser Spruch viel Freude gemacht. Da wir nicht unnötig lange einen Parkplatz blockieren wollen, fahren wir direkt weiter nach Caserta, zum stolzen Bourbonenschloss "La Reggia". Dies gehört zum Weltkulturerbe und nach der Besichtigung stimmen wir dem zu. Hier gibt es die nächsten 100 km keinen WoMo-Stellplatz. So beschließen wir auf dem Parkplatz am Palazzo Reale die Nacht zu verbringen. Wir haben schon schöner gestanden, aber kaum teurer!

25.5.2013 Caserta - Latina Lungomare 88 km

Heute morgen um 7.00 Uhr ist der Parkplatz noch schön leer. Wir beeilen uns mit dem Frühstück, damit wir den Platz ohne zu viel Herumrangieren verlassen können. Auf unserem heutigen Weg Richtung Rom gibt es nichts mehr anzuschauen, ausser natürlich die wunderschöne Landschaft, Strand und Meer. Leider spielt heute das Wetter nicht so mit. 17°! Bewölkt und ab und zu ein Regenschauer. Und dazu ein wirklich starker Wind. Als wir in Latina unseren heutigen Stellplatz erreichen, ist es auch Zeit den Fernseher einzuschalten. Hermann kann in Ruhe das Qualifying der Formel 1 gucken. Danach gehen wir, warm angezogen, noch für eine Stunde an den Strand und schauen den Kitesurfern zu. Das Wetter ist für die Sportler heute ideal. Morgen geht es nach Rom.

26.5.2013 Latina - Rom 86 km

Die Fahrt heute lief bei schönstem über die Autobahn bis auf den Campingplatz nach Rom völlig problemlos. Was hatten wir uns Gedanken gemacht. Wie kommen wir quer durch Rom? Wieviel Verkehr werden wir haben? Aber, es war dann so einfach. Es gibt eine tolle Umfahrung. Auf dieser autobahnähnlichen Straße geht es bis zu Ausfahrt Nr. 6 und dann noch 3,5 km bis zum Campingplatz. Dieser ist rappelvoll mit deutschen Wohnmobilen. Denn - das haben wir wohl verdrängt - in Baden-Württenberg und Bayern sind Schulferien. Wir bekommen aber trotzdem noch ein Plätzchen. Dieser Campingplatz liegt ideal, nur 6 km vom Zentrum weg.Wir gehen nachmittags zum campingplatz-eigenen Infobüro. Hier kaufen wir den 3-Tages-Pass für römische Nahverkehrsmittel inkl. 2 Besuchen von Museen oder Touristenattraktionen frei. Alle anderen Eintrittspreise dann ermäßigt. Man hat auch den Vorteil, dass man sich nicht in die Warteschlange einreihen muss, sondern einen separaten Eingang für Roma-Pass-Inhaber benutzen kann. Das werden wir dann morgen sehen. Hermann braucht mal wieder nur ein Transport-Ticket, da er ja über 65 ist, muss er nirgendwo Eintritt bezahlen.

27.5.2013 ROM zu Fuß ca. 15 km

Die Sonne strahlt heute morgen, aber es sind nur 14° um 8.00 Uhr. Das kommt uns heute sehr entgegen. Wir möchten nicht schwitzen bei den Besichtigungen. Also, um 10 Uhr sind wir abmarschbereit und gehen 200 m zur nächsten Bahnstation und besteigen dort den Vorortzug, der uns nach 6 Stationen an der Piazza del Popolo entlässt. Wir schauen uns zuerst die Piazza an und machen uns dann auf den Weg zum Colosseum. Von dort geht es weiter zum Forum Romanum und weiter zum Kapitol. Dann weiter über die Piazza Venezia zum Fontana die Trevi. Dann ostwärts zum Pantheon und weiter zur Piazza Navona. Dann am Tiber-Ufer entlang zurück zur Piazza del Popolo. Dort können wir um 18.00 Uhr wieder den Zug zum Campingplatz besteigen. Das Wetter war den ganzen Tag trocken und sonnig, aber nicht zu heiß. Unser Roma-Pass hat gehalten, was versprochen wurde. Allein vorm Kolosseum war eine Schlange von ca. 200 Meter. Der Eingang für Roma-Pass-Besitzer ging ohne Wartezeit hinein. Auch bei den anderen Attraktionen gibt es separate Eingänge für uns. Der Kauf hat sich gelohnt! Nach der Dusche sind wir einfach nur erschöpft. Noch eben den Bericht schreiben und dann ausruhen. Denn morgen gehen die Besichtigungen weiter.

28.5.2012 ROM zu Fuß

Heute ist die Vatikanstadt dran. Es ist bedeckt und "nur" 19° (Gott sei Dank!). Zuerst wieder mit dem Zug zur Piazza del Popolo, dann weiter zur spanischen Treppe. Und dann zur Vatikanstadt. Wir fangen mit den vatikanischen Museen an (Eintritt 16€ - keine Ermäßigung für Roma-Pass-Inhaber und Rentner). Leider gibt es auch keine separate Warteschlange für den Roma-Pass. Also zuerst in die Schlange vor den Museen eingereiht (45 Minuten Wartezeit). Die anderen Touristen erzählen uns, dass die Schlange doch gar nicht so lang wäre. "Gestern hätten sie die Schlange sehen müssen - dooooppppppelt so lang". Na ja, wers glaubt, Wir waren nicht dabei. Aber endlich sind wir drin und sind entsetzt. Wie kann man diese Museen geniessen, wenn so viele Menschen um einen herum sind. Am allerschlimmsten sind die Busgruppen. Die Führer stehen mitten in den Gängen (die Gruppen dadurch auch) und man muss ständig slalom laufen und aufpassen, dass man niemand anrempelt oder selber angerempelt wird. Endlich rücken wir der Sixtinischen Kapelle näher. Aber jetzt wird es ganz doll! 3er-Reihen schieben sich zentimeterweise vorwärts. Nach ca. 20 Minuten endlich in der Kapelle angekommen, kann man den Boden nicht sehen. So viele Menschen sind in der Kapelle. Hermann fotografiert die berühmte Decke und dann machen wir, dass wir raus kommen. Danach gehen wir zum Petersdom. Wir laufen flott auf eine Eingangsschranke zu und werden sofort zurückgepfiffen. Ein Polizist hält uns mit den Worten auf: Halt, hier ist der Ausgang. Die Eingangs-Warteschlange ist dort! und zeigte dabei auf eine Schlange von ca. 500 m Länge. Menschen in Viererreihen!! Und die alle müssen durch vier  Sicherheitsschleusen. Es sind zwar mehr da, aber nur diese vier mit Personal besetzt. Es dauert - sage und schreibe - 1,5 Stunden bis zur Schleuse. Dann im Dom angekommen, das gleiche Bild wie in den Museen und der Kapelle. Die Gewaltigkeit des Doms lässt sich nur erahnen. Ehrfurcht oder Gläubigkeit werden hier erbarmungslos dem Kommerz geopfert. Das ist nichts für uns. Bloß raus hier. Wir gehen dann zu Fuß an der Engelsburg vorbei wieder zur Piazza del Popolo und steigen in unseren Zug. Wir waren 10 Stunden unterwegs, haben mindestens die Hälfte in Warteschlangen verbracht und wofür? Sicher, es ist einmalig und sicher auch wunderschön - wenn die Menschenmassen nicht wären. Für uns hat sich Rom erledigt. Wir machen einen Haken dran und "Gut ist es!".

29.5.2013 ROM Zug, Bus, Zug

Als wir heute morgen aufstehen, ist der Himmel bedeckt. Es ist der dritte und letzte Gültigkeitstag des Roma-Passes. Ich will nicht mehr! Soll er doch verfallen. Wenig später regnet es auch ein bisschen. Prima, dann ist auch Hermann überzeugt. Es wird 13.00 Uhr und der Herr mit den Hummeln im Hintern läßt verlauten : Da gibt es noch eine Kirche (San Giovanni in Laterno) die ist dem jeweiligen Papst zugeordnet und die ist viel, viel prächtiger als der Petersdom. Da ist alles Gold, was glänzt. Da könnten wir erst mit dem Zug und dann direkt weiter mit dem Bus bis Endhaltestelle und dann sind wir schon da! Es ist zwar etwas kühler, aber es regnet nicht mehr. Und so gebe ich nach und wir machen uns auf den Weg. Vorneweg: Wenn wir das nicht gemacht hätten, hätten wir uns geärgert. Ich zitiere aus dem ADAC-Reiseführer ROM: Die Lateranbasilika geht auf das 4. Jh. zurück und ist damit wahrscheinlich die älteste Kirche Roms. Über dem Portal trägt sie die Inschrift "Haupt und Mutter aller Kirchen der Stadt und des Erdkreises". Bis 1305 n.Chr. residierten hier die Päpste, bevor sie erst nach Avignon und später in den Vatikan zogen. Noch heute ist die gewaltige weisse Basilika die Kirche des Bischofs von Rom - des Papstes.

 

Danach sehen wir uns noch gegenüber die Scala Santa an. Angeblich die Originaltreppe aus dem Palast von Pontius Pilatus. Die Gläubigen rutschen auf Knien diese Treppe hinauf, um einen Ablass für ihre Sünden zu erlangen.

Danach gehts zurück zum Campingplatz. Morgen geht es weiter nach Tivoli zur Villa D' Este.

30.5.2013 Bagni di Viterbo 180 km

Wir stehen auf, frühstücken und verabschieden uns noch von ein paar Leuten und plötzlich - es wird schwarz über uns und es fängt an zu schütten. Da haben wir ja die letzten 3 Tage richtig Glück gehabt. Heute ist es uns egal und wir machen uns auf den Weg nach Tivoli. Dort wollen wir die Gärten der Villa D' Este besuchen. Dies ist eine ehemalige Papstresidenz und soll wunderschöne Terrassengärten mit Springbrunnen beherbergen. Wir quälen uns im stop-and-go 12 km raus aus Rom. Hier merkt man nichts davon, dass heute Feiertag ist. Endlich, das Ortsausgangsschild von Rom und die Straße wird etwas freier. Für ca. 4 km, dann fängt der Stau wieder an und zieht sich bis Tivoli. Zu unserem großen Ärger sind alle Wohnmobilstellplätze auf dem großen Parkplatz durch PKW' s zugeparkt. Es ist nichts zu machen, in diesem kleinen Ort mit seinen engen Straßen gibt es tatsächlich keinen Parkplatz für uns. Ausserdem schüttet es immer noch wie aus Eimern. Daher überlegen wir uns, dass wir uns auf den Weg Richtung Saturnia machen. Da es aber über 250 km sind bis dorthin, machen wir unseren heutigen Übernachtungshalt auf dem Wohnmobilstellplatz an der Therme von Viterbo. Als wir hier ankommen, stehen schon einige WoMos hier. Morgen geht es dann nach Saturnia.

31.5.2013 Viterbo - Pitigliano - Terme di Saturnia 108 km

Früh morgen verabschieden wir uns von Viterbo und es geht bei - noch - schönem Wetter weiter nach Pitigliano. Einer kleinen Ortschaft, die an einen Felshang gebaut ist und daher nur an einer Seite eine Stadtmauer benötigte. Dort angekommen, finden wir schnell einen WoMo-Parkplatz. Dann laufen wir zur historischen Altstadt. Wir kommen gerade aus dem örtlichen Museum als ein Platzregen mit Hagel nieder geht. Natürlich haben wir keinen Schirm dabei. Wir stellen uns unter und warten den Schauer ab. Nach 20 Minuten ist die Wolke weitergezogen und wir konnten unsere Erkundungstour fortsetzen. In einer kleinen Gasse stoßen wir auf eine Metzgerei, die sich auf Wildscheinprodukte spezialisiert hat. Wir kaufen Schinken, Salami und getrocknete, mit Pepperoncini gewürzte Schwarte. Sehr, sehr lecker. Sie wird in kleine Stücke geschnitten und als Snack gereicht. Probieren wir heute abend in Saturnia aus. Gegen 14.00 Uhr ist unser Rundgang beendet und wir fahren weiter nach Terme die Saturnia. Auf dem dortigen Stellplatz haben wir uns mit Waldemar und Edith verabredet. Wir haben uns einen schönen Stellplatz auf dem Platz ausgesucht. Leider sind Waldemar und Edith noch nicht da. Hermann lädt die Räder ab und wir fahren mal gucken, wie der "Swimmingpool" aussieht. Dort angekommen, sehen wir die Zwei im Wasser liegen. Sie haben sich im Stellplatz vertan und stehen jetzt oben in Saturnia im Ort. Das ist aber egal, sie haben ja den Roller mit und außerdem gibt es von den Stellplätzen kostenlose Shuttlebusse zu den Thermal-Kaskaden. Weiter geht es mit dem neuen Kapitel "Juni 2013".