1.+2.6.2013 Terme di Saturnia ---- Ruhetage

Heute morgen scheint die Sonne und da wir gelesen haben, dass man früh zu den Kaskaden gehen soll, tun wir das. Bereits um 9.00 Uhr aalen wir uns im 37° warmen Wasser. Im Reiseführer steht:"Die 37,5° heiße Quelle, die sich für Bäder und Kuren, zum Inhalieren und Trinken eignet und gegen Rheuma, Arthritis und Stoffwechselbeschwerden helfen soll. Die Cascate del Mulino, wo das schwefelstinkende Wasser inKaskaden zu Tal stürzt und sich in gleichsam natürlichen Badewannen sammelt, sind das ganze Jahr über gut besucht und die Stimmung ist wie im Freibad: fröhlich, ausgelassen und vergnügt." Und genau so ist es. Gegen 10.00 Uhr kommen auch Waldemar und Edith endlich an. "Unseren" Pool teilen wir mit drei italienischen Ehepaaren, die alle kein Wort Deutsch können. Da haben wir ja was gemeinsam: Wir können nix italienisch. Das tut einer fröhlichen Unterhaltung aber keinen Abbruch. Gesprächsthema sind unsere e-bikes. Die Italiener wollen alles wissen. Sie scheinen auch etwas verstanden zu haben, denn um 12.30 verabschieden sich alle mit den Worten "preparare mangare". Na ja, das können auch wir verstehen. Kurz darauf ziehen auch wir uns um und kehren zum Auto zurück. Waldemar und Edith müssen noch auf den Shuttlebus warten. Für den Abend verabreden wir uns in Saturnia zum Essen. Am 2.6. 2013 verlassen uns Waldemar und Edith. Sie wollen weiter - über Assisi und San Marino. Es war eine schöne Zeit mit den Beiden. Erst in Rom und jetzt hier. Tschüss, Ihr Lieben, man trifft sich mindestens 3 x im Leben.

Wir bleiben heute noch hier und gehen noch 2 x ins Wasser. Nachmittags müssen wir uns ausruhen und schon mal die Räder aufladen. Morgen geht es weiter.

3.6.2013 Terme die Saturnia - Pienza 86 km

Heute morgen bezahlen wir unsere Rechnung und machen uns bei bedecktem Himmel auf den Weg nach Pienza. Hermann hat viel im Reiseführer gelesen und möchte sich die Stadt anschauen. Es soll auch einen Stellplatz geben. Die Gegend, durch die wir fahren, ist traumhaft schön. Hermi sagt, wenn es noch grüner wäre, käme er sich vor wie in Neuseeland. Da hat er ja wirklich recht. Die weiche, hügelige Landschaft, dazu die terrakotta-farbenen Häuser, oder besser Anwesen mit ihren wunderschönen Alleen aus Säulen-Zypressen. Einen kleinen Wermutstropfen gibt es während der Fahrt: Wir fahren ja Richtung Norden und die Niederschläge nehmen zu. So tröpfelt es immer mal wieder. Der Stellplatz in Pienza ist nicht schön, sehr laut und es ist halt ein einfacher Parkplatz. Mit uns kreist ein italienisches WoMo. Auch er will wohl hier nicht bleiben. Beim Herausfahren aus der Ortschaft gibt Tomtom uns einen anderen Stellplatz an. Wir biegen flott links ab und finden ihn - bei einer Kirche, mitten im Grünen, nahe der alten Stadtmauer. Sehr schön und sehr ruhig. Später stellen wir fest, dass tomtom sich vertan hat. Aber, gut so. Es gießt in Strömen. Wir trinken erst mal Kaffee und wollen den Regen abwarten. Dann gehen wir noch in den Ort.

Um 18.30Uhr läßt der Regen allmählich nach und wir beschließen in den Ort zu gehen. Wir sind in 15 Minuten durch die "Stadt der Päpste", die hier in den vergangenen Jahrhunderten ihre Paläste bauten und das Tal von Ocia genossen. Dieses Tal gehört heute zum Weltkulturerbe der Unesco. Leider merkt man dies auch der kleinen Stadt Pienza, die heute nur noch 2000 Einwohner hat, deutlich an. Es ist auch hier sehr touristisch. Aber auf unserem Heimweg können wir noch einen traumhaften Ausblick auf dieses Tal im Foto festhalten.

4.6.2013 Pienza - Greve in Chianti 106 km

Heute morgen scheint wieder die Sonne und wir machen uns auf den Weg ins Kloster Abbazia di M. Oliveto-Maggiore. Wir sind schon um 9.30 Uhr dort. Wir können in Ruhe die Kirche, das Refektorium, die Bibliothek und den alten Weinkeller besichtigen. Als wir gehen wollen, drängeln mindestens 4 Busbesatzungen herein. Danach fahren wir weiter nach Castellina in Chianti. Dort gehen wir etwas einkaufen und - da uns der dortige Stellplatz nicht gefällt - fahren dann weiter hierher nach Greve in Chianti. Wie der Name schon sagt, kommt der Chianti-Wein aus dieser Gegend und wird auch an jeder Ecke den Touristen angeboten. Da wir diesen Wein noch nie mochten, kann uns hier auch keiner in Versuchung führen.

5.6.2013 Greve - Ruhetag

Wir machen mal wieder Urlaub. Der Stellplatz ist nicht schlecht und schön ruhig. Könnte etwas laut werden, wenn der Hubschrauber auf seinem Platz landen will; Die Wohnmobile stehen nämlich kreisrund um den Hubschrauberlandeplatz. Es sind nur 500 m in den hübschen Ort. Um 10.30 Uhr machen wir uns auf eine Erkundungstour. Wir finden auch bald eine Bäckerei, aus der es verführerisch duftet. Nichts wie in die ziemlich lange Schlange eingereiht und dann gibt es ein Brot und Gebäck für den Nachmittag. Direkt am schönen Dorfplatz finden wir eine tolle Metzgerei mit angeschlossenem Käseladen. Diesen vielen Sorten Pecorino können wir einfach nicht widerstehen. Und dann gibt es schon wieder Wildschwein-Schinken, -Salami und eine Art Carpaccio. Dann kommen wir an einem ganz netten Restaurant vorbei. Wir haben von einem Italienkenner (Danke, Heiner) den Tipp bekommen, unbedingt mal Fiorentina Tagliata zu probieren. Und hier steht es auf der Speisekarte. Dazu gibts Chianti (jawoll!) und Bratkartoffeln und gemischten Salat. Vom Fleisch (1,1 kg mit Knochen) ist nichts übergeblieben, den restlichen Salat können die den Hasen geben. Darauf muss dann noch des Espresso und ein Grappa. Über Mittag hat es schon dauernd gedonnert und wir machen uns gegen 15.00 Uhr auf den Rückweg. Wir kommen gerade noch trocken nach Hause. Danach hat es bis spät abends geregnet.

6.6.2013 Greve - Firenzuola 115 km

Heute morgen scheint die Sonne und wir machen uns auf den Weg zur Rennstrecke in Mugello. Wir wollten eigentlich Florenz weiträumig umfahren. Da wir uns aber für die SS 65 entschieden haben (wegen der landschaftlich schönen Strecke) müssen wir leider doch ein Stück durch Florenz. Hermi fährt ja lieber kleine und klitzekleine weisse Straßen als durch die italienischen Molloch-Städte. Aber nach einer halben Stunde haben wir es geschafft und sind durch. Wir mussten auch zahlreiche Umfahrungen auf der Strecke in Kauf nehmen, einmal gab's eine Unterführung mit 4,10m Höhe, aber nur 2,10m Breite. Da hätten wir seitlich aber viel Luft ablassen müssen. Dann gab es ein Teilstück, wo Fahrzeuge über 2,5t nicht fahren durften. Aber, wir haben es geschafft und sind in Mugello angekommen. Leider, leider ist das gesamte Terrain mit einem hohen blickdichten grünen Zaun umgeben. So können wir nur die Einfahrt und ein kleines Stückchen Strecke bewundern. Danach fahren wir weiter hierher. Zu Hermi's großer Freude, kommen uns zahlreiche Ferrari und Maserati entgegen. Alle mit Startnummern und schweizer Kennzeichen (da kann man mal sehen, was die Ersparnis mit den Wechsel-Kennzeichen bringen kann). Da wir sie auf der Strecke Richtung Imola treffen, nehmen wir an, dass dies ihr heutiges Tagesziel sein wird.

7.6.2013 Firenzuola - Maranello 115 km

Heute lassen wir Männer-Träume wahr werden. Es geht Richtung Maranello, auf die Via Dino Ferrari 43. Dort steht das Ferrari-Museum. Nach halbem Weg verlassen wir endgültig die wunderschöne Toskana und sind jetzt in der Emilia Romagna. Wir waren jetzt das 3. Mal in der Toskana, aber sicher nicht das letzte Mal. Es gibt immer wieder neue, wunderschöne Ecken zu entdecken. Das Wetter läßt heute auch keine Wünsche offen: Sonne und 29°. Dabei ist es durch den leichten Wind auch nicht zu heiss. Unterwegs treffen wir auf einen Carrefour und füllen mal wieder die Vorräte der Grundnahrungsmittel auf: Wasser mit und ohne, Milch, Butter usw. Die Früchte und das Gemüse kaufen wir lieber frisch bei den Bauern. Gestern haben wir 5l-Olivenöl gekauft. Das wird wohl für 6 Monate reichen. Um 15.00 Uhr treffen wir in Maranello ein. Irgendwie haben wir uns den Ort größer, resp. etwas spektakulärer vorgestellt. Aber es ist ein ganz normales italienisches Dorf, nur dass hier eben Ferrari gebaut werden. Auf dem Parkplatz steht eine Gruppe deutscher Ferrari-Fahrer. Auf der Straße sehen die auch nicht schlecht aus. Wir besichtigen die Straßenfahrzeuge, die F1-Boliden und tatsächlich auch Rallye-Ferrari, die z.B. die Panamericana gefahren sind oder 2 Monate durch ganz China. Dann gibt es sogar das Originalbüro von Enzo Ferrari, wie es um die 60er-Jahre ausgesehen haben muss. Um 17.00 Uhr ist alles bestaunt und Hermi ist glücklich. Wie schön! Danach suchen wir einen Womo-Stellplatz hier im Ort. Jetzt um 19.30Uhr sind es 30° und der Abend lädt endlich mal zum Draußen-Sitzen ein.Gleich....

8.6.2013 Maranello - Borghetto di Valeggio s/M. 115 km

Bei schönem Wetter verlassen wir Maranello und fahren über Modena und Mantova (übrigens eine sehr hübsche Stadt) hierher nach Borghetto. Hier waren wir schon vor 2 Jahren und haben uns in den kleinen Ort verliebt. Ausserdem kann man hier hervorragend essen. Als wir auf dem Stellplatz ankommen, ist dieser bereits gut gefüllt. Das ist nicht weiter verwunderlich, schließlich ist Samstag und alle Italiener sind übers Wochenende mit ihren Wohnmobilen unterwegs. Da der Platz mit zahlreichen Bäumen bewachsen ist, müssen wir einige Male rangieren, damit Hermann mit der SAT-Schüssel Fernsehen empfangen kann (Formel 1). Wir stehen hinterher auf unserem Platz als wäre der Fahrer betrunken gewesen. Aber es gibt Satellitenempfang. Eigentlich wollten wir heute abend noch essen gehen, aber es regnet.

9.6.2013 Borghetto - Ruhetag

Heute morgen werden wir wieder vom strahlenden Sonnenschein geweckt. Nach dem Frühstück gehen wir nach Valeggio. Dort ist heute Markt und wir wollen noch Kirschen und Erdbeeren holen. Auf dem Rückweg fängt es leicht an zu regnen. Aber es hört auch bald wieder auf. Wir laden unser Obst ab und machen uns wieder auf den Weg nach Borghetto zum Mittagessen.

Eigentlich wollten wir draußen sitzen, aber der Kellner weist uns darauf hin, dass wir drinnen keinen Platz mehr kriegen würden, wenn es denn regnen sollte. Also gehen wir direkt hinein. Das ist auch schöner drinnen. Hermann isst Carpaccio vom Pferd und für mich gibt es Mousse vom Lachs. Danach ein Steak und für Hermann Lachsforelle. Es hat wieder super geschmeckt. Beim Espresso fängt es draussen an zu gießen. Gott sei Dank hatte ich vorsorglich beide Schirme mitgenommen. So können wir wenigstens zum Auto zurück ohne auszusehen wie die "begossenen Pudel". Wir hätten gerne noch draussen gesessen, aber es regnet jetzt um 18.00 Uhr immer noch. Morgen geht es weiter Richtung Lage d'Iseo.

10.6.2013 Valeggio - Iseo 86 km

Eigentlich wollten wir ja über den Gardasee in die Schweiz. Aber wie uns einige WoMo-Fahrer berichten, ist der Arme jetzt schon überlaufen (von Touristen!). Wir haben uns daher um-entschieden und fahren jetzt am Lago d'Iseo vorbei Richtung Schweiz. Die Fahrt war heute entspannt und die Lombardei erinnert doch sehr stark an Südtirol. Wir haben uns heute unterhalten, wie stark sich der Norden Italiens von der Mitte und erst recht vom Süden unterscheidet. Hier liegt nirgendwo mehr Müll herum, die Häuser sind alle verputzt und fertiggestellt und die Menschen sind im Süden spürbar ärmer. Das Obst und Gemüse im Süden ist um einiges geschmacksintensiver als hier. Und die Menschen dort sind noch nicht so touristisch geprägt.

Das Wetter war heute morgen durchwachsen und es waren nur 15°. Wenn man bedenkt, dass wir gestern morgen noch 31° hatten. Gegen Mittag kommen wir hier am Lado d'Iseo an. Es ist wunderschön und ruhig. Wir gehen essen und später bummeln wir am Seeufer entlang. Hier gibt es doch schon sehr mondäne Geschäfte. Man spürt förmlich die Nähe zu Mailand. Zu meinem Leidwesen - und zu Hermanns großer Freude - haben heute die meisten Geschäfte geschlossen. Sondst wären die blaue Tasche und die Schuhe im Auto gewesen. Hermi hat sie sogar fotografiert. Damit ich mich am Foto erfreuen soll. Na warte, wir bleiben ja hier und morgen früh haben die Geschäfte ja wieder auf! Um 17.00 Uhr sind wir zurück und mittlerweile sind es auch wieder 25°, aber mit Wind. Das Klima gefällt uns allerdings gut. (Und rückblickend danken wir dem Wettergott für die Temperaturen, die wir in Rom hatten. So konnten wir dort ganz entspannt alles ansehen.)  Morgen geht es, immer am Seeufer entlang, einen Ort weiter.

11.6.2013 Iseo - Sulzano 8,5 km

War das heute anstrengend. Wir mussten doch tatsächlich 8,5 km fahren. Danach hatten wir unser Plätzchen im Rosengarten bezogen. Nein, wir stehen auf einem Stellplatz in einem Olivenhain mit dem Rosengarten der Eigentümer vor der Nase. Zum Örtchen sind es 500 m steil hinab. Aber dann ist man in 5 Minuten von einem Ende zum Anderen gelaufen. Es gibt einen Supermarkt, 12 Restaurants und drei Bootsanlegestellen. Von hier fahren die Fähren rüber zur Insel. Diese ist übrigens die größte Insel in einem See in Europa. Drüben dürfen keine Autos fahren. Vielleicht fahren wir morgen mal rüber. Heute war es sehr heiss und teilweise so bewölkt, dass wir dachten, jetzt schüttet es gleich. Aber nichts da. Alles hat sich wieder verzogen.

12.6.2013 Sulzano - Monteisola 2km Fähre, 8km Bus, 3 km zu Fuß

Heute ist es sehr, sehr sonnig und sehr heiß. Trotzdem fahren wir um 10.30 Uhr mit der Fähre zur Insel. Dann wollen wir weiter mit dem Bus schön nah an den Gipfel. Denn ganz oben ist eine Kirche, die den Italienern als Wallfahrtskirche bekannt ist. Aber erst mal wird es kompliziert. Der Bus fährt nämlich nicht auf direktem Weg die Haltestellen an, sondern er fährt kreuz und quer über die Insel. Wir müssen also auf der Hälfte der Strecke aussteigen, dann ca. 1 Stunde warten, dann kommt der gleiche Bus zurück und fährt dann endlich nach Cure. Dies ist der letzte Ort vor dem Gipfel. Den Rest, ca. 1400 m, muss man zu Fuß und sehr, sehr steil bergauf gehen. Es ist mittlerweile 13.30 Uhr und wir sind ziemlich fertig als wir endlich oben ankommen. Wir machen 15 Minuten Pause und dann wieder zurück nach Cure, denn der Bus kommt um 14.30 Uhr und dann erst wieder um 18.00 Uhr. So lange wollen wir nicht warten und beeilen uns entsprechend auf dem Rückweg. Wir treffen tatsächlich unterwegs einen schweizer Mountainbiker, der die Strecke mit dem Rad gefahren ist, sogar bergauf. Selbst an den Kehren, die sehr eng und steil sind, will er nicht abgestiegen sein. Wir wollen ihm das mal glauben, auch erst ist, als er wieder unten ankommt, ziemlich fertig. Wir sind uns einig, dass wir noch nie so steil bergauf gelaufen sind.

Die Insel ist ja autofrei. Hier fährt nur der Linienbus, die Polizei und  die Ambulanz. Alle Einwohner fahren entweder Roller oder Bus. Die Straße, die rund um die Insel führt, ist aber auch so eng, dass zwischen den Hauswänden und dem Bus in den Ortschaften oft nur einige Zentimeter Luft sind. Es gibt 10 kleine Ortschaften auf der Insel, die wir alle mit dem Bus angefahren sind. Wieder unten am Hafen gönnen wir uns ein Eis und warten auf die Fähre aufs Festland. Um 17.30 Uhr sind wir wieder am Platz und beschließen, dass wir morgen nichts anderes tun als nur faulenzen.

13.6.2013 Sulzano Ruhetag

14.6.2013 Sulzano - Tirano 119 km

Wir könnten noch ein paar Wochen hier bleiben, aber das wäre dann doch zu langweilig. Einen Tag mehr sind wir schon geblieben und haben einen Ruhetag eingelegt. Wobei die Betonung auf "Ruhe" lag. Aber heute morgen geht es weiter Richtung Schweiz. Wir fahren bis Trigano über den Passo Aprica. Aprica ist ein Wintersportort auf 1200 m Höhe. So hässlich, das es einen graust. Betonklotz neben Betonklotz, um diese Jahreszeit mit geschlossenen Fensterläden. Zu 3/4 vermittelt der Ort den Eindruck einer Geisterstadt. Schnell durch und danach wird die Strecke wieder abenteuerlich. Es geht mal wieder sehr eng zu, aber landschaftlich wunderschön. Unterwegs kommen uns mal wieder Sportwagen entgegen, die eine Bergrallye fahren. Es sind ein paar sehr schöne Fahrzeuge darunter. Besonders bei den alten Porsche hat Hermi Tränen in den Augen. Dann sind wir auch schon in Trigano. Ein sehr schöner Ort mit einer kleinen Altstadt. Hier stehen noch erhaltene Häuser aus dem 16.+ 17. Jh. Der Stellplatz liegt etwas ausserhalb, so dass wir einige Meter laufen müssen. Wir wollten eigentlich von hier mit dem Bernina-Glacier-Express nach St. Moritz fahren. Leider sind für morgen nur noch 2 Innen-Plätze frei, d.h. man hätte keine Fensterplätze. Das wollen wir nicht und beschließen morgen nach St. Moritz zu fahren und dann eben die Zugfahrt in umgekehrter Strecke zu machen. Mal sehen, ob es von dort Fensterplätze gibt. Immerhin dauert die Hin- und Rückfahrt insgesamt 5 Stunden, da wollen wir auch was sehen. Also fahren wir morgen erst mal selbst über den Berninapass.Für die Schweiz und Österreich müssen wir erst noch eine internet-karte kaufen. Es kann also sein, dass es einige Tage Pause bis zum nächsten Bericht gibt.

15.6.2013 Tirano - Bernina-Pass 109 km

Wir verlassen Italien. Kurz hinter Tirano gehen wir über die Grenze und fahren den Bernina-Pass. Hinter der Passhöhe gibt es eine Haltestelle des Bernina-Express auf der Diavolezza. Denn von hier geht eine Luftseil-Gondelbahn auf 2.900 m auf den Gletscher. Es ist Mittagszeit und wir essen erst einmal und gehen dann zur Talstation. Wir kaufen 2 Tickets a 33 CHF und fahren rauf auf 2.900m. Wer füllt die Gondel? Touristen aus Japan, erkennbar an dicken Jacken, Hüten, Schals und nicht zu vergessen: Handschuhe. Damit nur ja kein Sonnenstrahl auf weiße Haut trifft.Oben angekommen eröffnet sich uns ein traumhaftes Panorama. Dazu gibt es eine traumhafte Sonnenterrasse. Es gibt Milchkaffee und einen warmen Schokokuchen mit Vanillesauce und Sahne. Immer drauf auf die Hüften! Wir geniessen die Sonne, das Panorama und die internationalen Gäste rechts (Schweizer) und links (Norweger) von uns. Um 17.30 Uhr fahren wir mit der letzten Gondel wieder runter auf 2.200 m. Wir erkundigen uns, ob wir auf dem -mittlerweile fast leeren - Parkplatz übernachten können. Die Angestellten erklären uns, dass dies kein Problem sei. Also beschließen wir hier zu bleiben. Das hat doch was eine Übernachtung auf dieser Höhe. Um 1.00 Uhr morgens ist es sternenklar und, obwohl stockdunkel, kann man viel sehen.

16.6.2013 Bernina-Pass - Flüela-Pass 57 km

Über das Wetter brauchen wir nichts mehr zu schreiben. Sonne, Sonne, Sonne. Dabei auf den Passhöhen ein bisschen Wind, das macht die Temperaturen sehr angenehm. Wir fahren heute über Davoss, Klosters Richtung Lichtenstein. Dazu müssen wir den Flüelapass wieder fahren, den wir auch schon bei unserer ersten Italientour überquert haben. An der Talstation der Egli-Bahn gibt einen riesigen, in Terrassen angelegten Winter-Parkplatz. Der ist natürlich im Sommer verwaist. Das kommt uns gerade recht. So können wir bei strahlendem Sonnenschein ganz bequem von unseren Stühlen aus eine Zählung der zahlreichen Mountainbikefahrer vornehmen. Es ist erschütternd, was die Menschen sich bei Temperaturen von fast 30° antun. Und morgen soll es noch heisser werden. Während unter uns die Fahrzeuge die Passstraße hinauf und hinunter sausen, genießen wir nochmals den Anblick der alpinen Bergwelt. Morgen wollen wir rüber nach Österreich.

17.6.2013 Flüelapass - Dornbirn/Österreich 109 km

Der einzige WoMo-Stellplatz auf unserem Weg nach Deutschland befindet sich in Dornbirn. Es handelt sich um einen kleinen privaten Platz, es können hier nur 3 Fahrzeuge stehen. Die stehen aber sehr schön an einem Biotop mit Sonnenterasse und jeder Stellplatz hat Strom, Frisch- und Abwasser. Wir fahren bei morgens bereits 38° über Lichtenstein nach Österreich. Die Klimaanlage arbeitet und wir kommen also ganz entspannt um 12.30 Uhr an. Es steht kein anderes Wohnmobil dort, so dass wir bequem rangieren können. Auf dem Google-Bild ist der Stellplatz noch nicht vorhanden. Er wurde erst 2012 angelegt. Zur Begrüßung bekommen wir ein Fläschchen Sekt und Hermann bekommt die neueste Promobil zum lesen. Dann gibts noch zahlreiches Infomaterial, was wir hier alles unternehmen können. Es gefällt uns so gut, dass wir spontan für 2 Tage buchen. Es ist so heiss, dass wir nur auf der Terrasse sitzen und lesen.

19.6.2013 Dornbirn/Österreich - Bad Saulgau/D 98 km

Bei Sonne und schwülen 31 Grad meistern wir die kurze Strecke nach Bad Saulgau in null komma nix. Wir waren noch nie hier und wollen mal das Schwefelwasser der Quelle ausprobieren. Der Stellplatz ist sehr großzügig bemessen, alle Fahrzeuge über 7,50 m Länge haben einen Platz von 11x6m. Da kann man bequem noch die Markise ausfahren. Bei den heutigen Temperaturen auch dringend erforderlich. Wir beziehen Platz Nr. 39 und richten uns erst mal in Ruhe ein.

20.+21.6.2013 Bad Saulgau Ruhetage

Heute morgen wollen wir den Ort besichtigen, bevor es wieder zu warm wird. Wir machen uns also auf den Weg und sind auch in 5 Minuten zu Fuss im Zentrum. (so steht es tatsächlich auf den Hinweisschildern; der Ortskern ist 200 m die Hauptstraße rauf und runter und das ist es dann - so was nennen die Zentrum.) Wir besichtigen also zuerst die Kirche, dann die wirklich hübschen Fachwerkhäuser und trinken danach im "Zentrum" einen Eiskaffee. Mehr geht nicht, wir wollen ja noch ins Bad. Nachmittags testen wir dann für 2 Stunden das erste Mal das Schwefelwasser der hiesigen Quelle. Das Bad hat 3 große Außenbecken, dazu ein Innenbecken und zwei kleinere Becken, da ist die Wassertemperatur 40°. Das ist für mich definitv zu warm. Hermann findet es ganz toll. Er besucht auch noch die Dampfgrotte und die Sole-Dampfgrotte. WoMo-Besatzungen zahlen für den ganzen Tag (man kann so oft raus und rein gehen wie man will) 6,80 € pro Person. Das ist im Vergleich zu Bad Dürrheim mit 13,80 € geschenkt. Auch am nächsten Tag ist es fast zu warm fürs Bad. Aber gegen Abend machen wir uns doch auf den Weg und gehen nochmal für 2 Stunden ins Wasser.

22.6.2013 Bad Saulgau - Rechberghausen 98 km km

Bei sehr schönem Wetter fahren wir - nur über Landstraßen, ist doch klar - Richtung Walldürrn. Gegen 13.00 Uhr erreichen wir Rechberghausen. Der Ort ist auch sehr hübsch, was wir allerdings erst bei der Abfahrt feststellen.  Der Stellplatz liegt am Gemeinde-Fußballplatz auf einer idyllischen Wiese. Markise und Stühle raus und mal wieder ausruhen.

23.6.2013 Rechberghausen - Walldürrn 156 km

Heute Nacht hat es geregnet und der Himmel heute morgen sieht aus wie gemalt.Gewitterwolken und blaue Flecken mit Sonnenschein wechseln sich ab. Unterwegs regnet es auch ein paar Tröpfchen. Aber insgesamt bleibt es trocken, sehr windig und wesentlich kühler als gestern. Mittags sind wir bei Goldschmitt und Hermann hat sich zum Geburtstags-Mittagessen Spargel gewünscht und auch bekommen. Auch auf diesem Wege noch mal Allen, die telefonisch oder per mail oder SMS gratuliert haben, recht herzlichen Dank für die vielen, lieben guten Wünsche.

Heute Abend gehen wir in Goldschmitts Bistro - die Schnitzel hier sind toll. Morgen wird der Unterboden nachgearbeitet und dann geht es nach Hause. Wir sind insgesamt 4.500 km gefahren, haben 780 l Diesel gebraucht und nur 13 l Gas verbraucht.

25.6.2013 16.30 wir sind wieder zu Hause

Tja, was sollen wir sagen:Der Gott der Hubstützen hat auch was gegen uns. Seit letztes Jahr im Juni die Hubstützen bei Goldschmitt montiert wurden, waren wir jetzt das 4. Mal zur Reparatur. Erst war ein Ventil an der Stütze HL defekt. Dann waren 2 Ventile direkt an der Hydraulikpumpe defekt. Unbemerkt lief Hydrauliköl aus und hat den unteren Zwischenboden versaut. Gestern jetzt eine komplett neue Hydraulikpumpe und beide Vorderstützen wurden erneuert. Dazu wurde nochmals der Hohlraum- und Unterbodenschutz nachgearbeitet. Tja, die "deutsche Wertarbeit" ist auch nicht mehr das, was sie mal war. Es reicht jetzt, wenn wieder was an der Anlage defekt ist, kann Herr Goldschmitt sie wieder zurück haben. Aber noch hoffen wir!

Heute morgen um 10.00 Uhr war dann alles noch einmal kontrolliert und abgenommen und wir konnten auf direktem Wege über die Autobahn bei abwechselnd Starkregen, Nieselregen und strahlendem Sonnenschein nach Hause düsen. Nun gibt es bis September nichts mehr zu melden.