Damit wir nicht die Übersicht verlieren. Orange ist unsere Tour aus 2006. Grün ist die Tour bis zum 19.6.2019.

24.5.2019

Heute morgen ging es für uns um 9.00 Uhr los. Und zwar sportlich!

Entgegen unserer Gewohnheit Autobahnen zu meiden, müssen wir die nächsten Tage wohl unsere Tage darauf verbringen. Erst A3, dann A1 und zum Schluss über A29. Und die letzten 60 km über Land. Nach vielen Staus und einigen Umleitungen waren wir um 17.30 in Wischhafen am Fährterminal über die Elbe. Hier gibt es einen Wohnmobil-Übernachtungsplatz. Mehr ist es wirklich nicht, aber wir konnten nach Gesprächen mit den bereits anwesenden Wohnmobilfahrern feststellen, dass einige hier tatsächlich Urlaub machen. Grrrhhr! Morgen früh setzen wir über nach Glückstadt und dann zügig Richtung Dänemark. 

 

27.5.2019

 

Mittags geht es los. Mit der Fähre von Hirtshals nach Kristiansand.

Von Kristiansand fahren wir nach Lindesnes zum Leuchtfeuer, dem südlichsten Punkt Dänemarks. Hier gibt es auf dem Parkplatz einen speziellen Teil für Wohnmobile. Wir zahlen die 100 NOK gerne, wenn man sich seitens der Gemeinde die Mühe macht und einen solchen Service zu Verfügung stellt. Allerdings erscheint uns der Eintritt für das Gelände rund um den Leuchtturm mit 80 NOK p.P. doch zu hoch. Zumal es die Möglichkeit gibt, morgens vor 10 Uhr und abends ab 17 Uhr das Ganze ohne Eintritt zu besichtigen. Am nächsten Morgen sind wir um 8 Uhr bei strahlendem Sonnenschein unterwegs und besichtigen den Leuchtturm samt umliegender Gebäude und die ehemaligen Bunkeranlagen der deutschen Wehrmacht. Die norwegische Küste ist voll davon bis hoch zum Nordkapp.

29.5.2019

Heute geht's weiter Richtung Stavanger.Wir passieren den Flekkefjord, fahren auf schmaler, kurvenreicher Strasse hinab zum Jössingfjord. Die Strasse wird von vielen kleinen und auch grösseren Tunneln unterbrochen. Auch gibt es immer wieder kleinere Picknickplätze, die direkt an der Strasse liegen. Zwischen den Bergen und Wäldern tauchen immer wieder kleine Seen auf, in denen man im Sommer bestimmt herrlich schwimmen kann. In Egersund finden wir einen schönen Wanderparkplatz, unser heutiges Übernachtungsplätzchen. Hier im Süden sind zahlreiche Wohnmobile unterwegs, wesentlich mehr als wir bei unserer Tour 2006 in 2 Monaten getroffen haben. Auch hier ist also der momentane Hype zu merken. 

30.5.2019 

Heute lassen wir Stavanger, im wahrsten Sinne des Wortes, links liegen und halten uns auf der 44 bei Sandnes Richtung 13. Kurz darauf, bei Lauf in, müssen wir das erste Mal über den Lysefjord die Fähre nutzen. Dank unserem ferrypass kostet es uns nichts. Wir lassen den Preikestolen rechts liegen. Davon gibt es schliesslich Tausende von Fotos auf integral, von den Mutigen und Leichtsinnigen, die alle auf dem 600 m hohen Plateau am Abgrund stehen oder sitzen wollen. Ausserdem dauert eine Wanderung nach oben 5 Stunden. Wir folgen der 13 durch die beeindruckende Landschaft, die immer wieder von Ortschaften unterbrochen wird. Wir kaufen in Jorpeland u.a. norwegisches Brot. Unser Kommentar: Bäh! Sehr dunkel, pappig mit einem leichten Sirupbeigeschmack. Wurde kurz darauf entsorgt und durch eine Art Vollkorntoast ersetzt. Weiter geht's über Sandsfossen,  Laksestudio.  So genannt weil man in die künstlich gebauten Lachstreppen Fenster eingebaut hat. So kann man den Lachsen beim Treppensteigen auch unter Wasser zuschauen. Lt. Hinweisschild aber nur von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Hoffentlich können die Lachse lesen! Wir sind um 12 Uhr da und alles ist geschlossen. Allerdings sehen wir im glasklaren Wasser auch keine Fische. Ist bestimmt nicht die richtige Zeit für die Lachswanderung. Leider gibt es nirgendwo einen Hinweis, wann denn die richtige Zeit ist. In Hjelmeland hat die Gemeinde hinter dem Rathaus, direkt am Kai einen Wohnmobil-Stellplatz für 4-6 Wohnmobile eingerichtet. Es gibt Wasser, Strom und sogar Dusche und Toilette im kleinen Yachthafen. Wir brauchen das nicht, allerdings unsere französischen und belgischen Nachbarn freuen sich sehr darüber. 

31.5.2019

Wir folgen weiter der kurvenreichen und sehr schmalen 13 Richtung Odda. Es sind, wo es die Strassenbreite zulässt, immer wieder Ausweichbuchten gebaut worden. Bisher hatten wir Glück und trafen die Lkw und Busse immer dort. Aber heute hat es uns erwischt. An einer sehr schmalen Stelle trafen wir einen Holzlaster mit Hänger. Schnell war klar, der passt in keine Ausweichbucht. Also mussten wir ca. 200 m zurück. Das begreifen aber PKW Fahrer nicht. Wie festgenagelt bleiben die am Rand stehen und denken sicher, die beiden Dicken werden das schon regeln. Langsam und sicher, um die haltenden Pkw herum, hat Hermann den Dicken zurückgesetzt und den Holzlaster passieren lassen. Gott sei Dank, alles gut gegangen. Die Strecke wird immer unterbrochen von herabstürzenden Wasserfällen. Spektakulär! Wir hätten die Möglichkeit heute zum Buarbreen,  einem Ausläufer des Folgefonn-Gletschers, zu wandern. Da es aber regnet, der Weg steil und nass = rutschig ist, sparen wir uns das und zockeln weiter nach Lofthus, wo wir wieder ein einsames Übernachtungsplätzchen finden. An sich ein Wunder, bei der Menge der Wohnmobile, die wir tagsüber treffen.

 

1.6.2019

Heute fahren wir in die Hardangervidda. Wir folgen der 13 bis Voss und biegen dort links auf eine winzige Bergstrasse ab, die sich 17 km Richtung Hodnaberg windet. Auch hier passt nur 1 Fahrzeug auf die Strasse, passieren nur an Ausweisbuchten möglich. Endlich kommen wir bei strömendem Regen an einem einsamen Kraftwerk an, welches das herabstürzende Gletscherwasser zur Stromerzeugung nutzt. Das Wasser speist einen See. Drum herum viel Moor und kleine Parkplätze auf Schotter. Es ist sehr einsam und ruhig. Da es sowieso dauerregnet,  bleiben wir hier und geniessen die Einsamkeit. Umrahmt wird unser Übernachtungsplatz von schnee- und eisbedeckten Gipfeln mit bis zu 1000 m Höhe. 

2.6.2019

Es ist trocken und fast sonnig. Wir machen uns auf den Weg zurück zur 13 und wollen Richtung Fläm, dort wollen wir mit der Bahn fahren.

Vorher gibt es aber noch viel zu sehen: zuerst kommt der Wasserfall Tvindefoss, der zwar nicht sehr hoch, dafür aber breit über die Felsen hinab stürzt. Dabei bringt er gewaltige Wassermengen zu Tal. 

Ein gutes Stück weiter verlassen wir die E16 um links zur Stalheimskleiva abzubiegen. Normalerweise führt die E16 hier durch einen Tunnel, aber die Stalheimskleiva ist die alte Poststr. um den Berg herum. Auf kurzer Strecke müssen 18% Gefälle mit zahlreichen Haarnadelkurven heruntergefahren werden. Da die Strasse sehr schmal ist, ist sie nur bergab zu befahren. Kurz darauf kehren wir wieder auf die E16 zurück und biegen bald links ab auf die 601 Richtung Undredal. Dort finden wir einen MiniCampingplatz auf Wiese. Da jedoch wieder Regen angesagt ist, möchten wir nicht riskieren dem Gastgeber den Rasen umzupflügen. 6,5 t und Sperre, wären sicher zu viel für den Rasen. Also parken wir mitten im Ort - habe ich schon erwähnt, dass die Strasse natürlich wieder nur eine Autobreite hat? - und laufen zu Fuss zu einer der ältesten Kirchen Norwegens. Gleichzeitig ist sie die kleinste, die noch benutzt wird. Und wieder schlägt die Gier zu: 100 NOK, fast 10 €, um die Kirche von innen zu besichtigen. Da aussen Fotos vom Inneren hängen, sparen wir uns das Geld und laufen zurück zum Auto. Schliesslich gilt es noch ein Übernachtungsplätzchen zu finden. Kurz vor der Hauptstrasse gibt es einen kleinen Picknickplatz. Von der Hauptstrasse ist nichts zu hören, also bleiben wir hier. 

3.-19.6.2019

Ab jetzt wird's etwas stichwortartig. Unterwegs hatte ich keinen Zugriff mehr auf meine Fotos. Wir wollen uns aber trotzdem an den Eindrücken erfreuen und deshalb gibts jetzt eine bunte "Bildersammlung".

Am 19.6.2019 müssen wir in Bergen sein, wo wir den Dicken am Flughafen auf einen Langzeitparkplatz stellen und am 20.6. vormittags von Bergen via Oslo nach Düsseldorf fliegen. Am 26.6.2019 haben wir eine Gerichtsverhandlung beim Düsseldorfer Amtsgericht. Dann gehts am 27.6. via Kopenhagen wieder nach Bergen. Jetzt aber erst einmal schöne Fotos von Fläm und der Zugfahrt. Es war nur ein Kreuzfahrtschiff dort, dies war aber beladen mit Hunderten von Chinesen. Und die wollten alle Zug fahren.

Weiter gehts Richtung Berge. Zum wohl schönsten Aussichtspunkt in Norwegen und der einzigen Toilette mit Aussicht.

Die letzten Bilder sind aus Alesund. Dem bisher nördlichsten Punkt unserer diesjährigen Reise. Von dort ging es dann auf direktem Weg zurück nach Bergen.

19.6.2019 Wir sind in Bergen und morgen gehts nach Düsseldorf.

20.-27.6.2019

Abends waren wir wieder zu Hause. Am 21.6. ging's in die Metro zum Einkaufen für Hermanns Geburtstag am 23.6.2019. Der 22.6. ging herum mit Kuchen backen und Vorbereitungen. Am 23.6. haben wir zahlreiche Gäste empfangen und sind um 1.00 Uhr in der früh todmüde ins Bett gefallen. Dienstag, 20 Stunden vor dem Termin der Gerichtsverhandlung, erreicht uns die Nachricht, dass die Verhandlung nicht statt findet und aus terminlichen Gründen auf den 17.7. verschoben wird. (Ganz ehrlich, wir glauben dem Richter ist es zu warm - bei 38° möchte schließlich keiner im Gerichtssaal sitzen.) Einige mails und Telefonate später, in denen wir unseren Anwalt unterrichten, dass wir auf keinen Fall am 17.7. noch einmal nach Düsseldorf kommen, sagt er uns zu mit dem Richter zu telefonieren. Er will versuchen, die Verhandlung in den August zu verschieben, wenn wir wieder da sind. 

Warten wir es ab. Unser Flug geht morgen.